Timo Kuhlmann

Der Eindruck im Eingang zählt

Timo Kuhlmann

Schulambiente wirkungsvoll gestalten

Als junger Schulleiter lernte ich in der für Niedersachsen obligatorischen Qualifizierungsmaßnahme u.a. die Methode des „management bei walking around kennen. Ein zusätzlicher Effekt, welcher in der Definition des Begriffes so sicher nicht auf den ersten Blick zu finden ist, besteht darin, dass Schulleitungen „ihr Schulgebäude mit all seinen Winkeln und Ecken schnell und umfassend erkunden können. Dem aufmerksamen Beobachter werden dabei vielleicht leere Vitrinen und Schaukästen, veraltete Fotografien aus dem letzten Jahrzehnt und ungenutzte Ecken auffallen.
Während uns aus dem Bereich der neuen Medien bewusst ist, dass es wohl nichts Schlimmeres gibt als eine veraltete, unübersichtliche Homepage, so übertragen wir diesen Gedanken doch viel zu selten bewusst auf unser Schulgebäude. Doch für beides gilt eine alte Weisheit: Der erste Eindruck zählt!
Gelegenheiten wahrnehmen
Leere Wände und Co. sollten dabei stets als Chance zur Gestaltung wahrgenommen werden. Die Frage ist also, was man aus den Gegebenheiten macht, wenn etwa ein Neubau wenig realistisch erscheint oder keine Aussichten bestehen, dass sich beobachtete Missstände von selbst geben. Getreu dem Prinzip, mit minimalen Mitteln maximale Wirkung zu erzielen, hat die Schulleitung sich dazu entschlossen, Projekte und Ideen der Lehrkräfte und Schülerschaft stets ernst zu nehmen und eine Umsetzung zu prüfen bzw. zu unterstützen. Hintergrund ist, dass wir uns und damit unsere Schule in Zukunft noch besser präsentieren möchten.
Hierzu ein kurzer Blick auf die Ausgangslage unserer Schule. Die IGS Helpsen verfügt über ein großes und weitläufiges Schulgebäude und somit über viele Möglichkeiten und Chancen zur Gestaltung. Das Gebäude feierte 1982 Richtfest und war seinerzeit für eine Haupt- und Realschule samt Orientierungsstufe mit insgesamt knapp 30 Klassen konzipiert. Durch die aufsteigende Einführung der Integrierten Gesamtschule zum Schuljahr 2009/2010 wurden weitere, konzeptionelle Baumaßnahmen erforderlich, sodass beispielsweise eine einladende Mensa für den Ganztagsbetrieb sowie ein Internetcafé eingerichtet wurden. Insgesamt erfüllt das Gebäude damit sicher die allgemeinen Ansprüche und Erwartungen von Schülern, Eltern und Lehrkräften. Dies ist auch der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Schulträger zu verdanken, welcher stets schulische und pädagogische Anliegen unterstützt. Hier finden sich auch kundige Ansprechpartner für Fragen rund um Brandschutz und Fluchtwege. (Ohnehin ist es wichtig, dass Änderungen stets in engem Austausch mit dem Träger durchgeführt werden.)
Bereits in der Planungsgruppe unserer IGS erhielt der Begriff „Wohlfühlatmosphäre ein besonderes Augenmerk. Während dieser Begriff im Jahr 2009 noch als sog. Kuschelpädagogik gehandelt wurde, so ist er wohl heute aus den meisten pädagogischen Konzepten zukunftsorientierter Schulen nicht mehr wegzudenken. Mit ihm wird auch die Entwicklung zu einer modernen Ganztagsschule Rechnung getragen. Entsprechend einladend müssen nach unserem Selbstverständnis Schulgebäude und -gelände ausgerichtet und konzipiert sein. Pädagogische und informative Inhalte müssen sichtbar im schulischen Alltag präsent sein. Dabei mag es hilfreich sein, ein Konzept oder einen sogenannten Masterplan zu erstellen, in welchem Schritt für Schritt Meilensteine der Umsetzung aufgelistet sind. Diesen gilt es dann nach und nach umzusetzen. Masterplanarbeit à la carte. Auch unter dem Aspekt der Transparenz für Gremien sowie Schüler- und Elternvertretungen mag dieses Vorgehen ein Argument sein und weitere Orientierung in der ohnehin vielfältigen Arbeit bieten.
Gestalter der Schulgemeinde einbeziehen
An unserer Schule sind wir letztlich aber einen anderen Weg gegangen, ohne dabei in blinden Aktionismus zu verfallen. Durch die Organisation in Jahrgangs- und Fachbereichsleitungen, ergänzt um weitere Fachobleute, hatte unsere junge Schule...

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 7 / 2017

Öffentlichkeitsarbeit – Trommeln in eigener Sache

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13