Rudolf Geier

Chefsache mit Konzept

Rudolf Geier

Erziehungspartnerschaft auch für ältere Schülerinnen und Schüler

Im Rahmen der Schulentwicklung zur „eigenverantwortlichen Schule wurde an der Fachoberschule Altötting bereits 2012 mit dem gezielten Aufbau einer schulartspezifischen Elternarbeit begonnen. Dreh- und Angelpunkt dieser Maßnahme ist die Ausgestaltung einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft, bei der sich Schule und Elternhaus auf Augenhöhe begegnen. Wir sind fest davon überzeugt, dass Eltern unerlässliche und starke Partner im Bildungs- und Erziehungsprozess ihrer Kinder sind. Unser Bildungs- und Erziehungsauftrag gelingt dann optimal, wenn Schule und Eltern an einem Strang ziehen. Eine positive und vertrauensvolle Beziehung zwischen Elternhaus und Schule trägt ganz wesentlich dazu bei, dass sich die Schülerinnen und Schüler an unserer Fachoberschule wohlfühlen und damit gute Chancen haben, das Bildungsziel zu erreichen.
Was macht eigentlich gute Elternarbeit aus? Eine gelungene Kooperation zwischen Eltern und Schule ist anlassunabhängig, präventiv und kontinuierlich. Deshalb war es uns wichtig, die Beziehungsebene unserer Partnerschaft in den Mittelpunkt zu stellen: Beziehungspflege, persönlicher Kontakt und das individuelle Gespräch zwischen den Beteiligten. Es ist uns als Schule ein großes Anliegen, dass sich unsere Eltern von der Schulleitung und den Lehrkräften angenommen fühlen, auch angstfrei in die Schule kommen können. Wir wollen unseren Eltern das Gefühl geben, dass sie sich mit ihren Möglichkeiten einbringen können und dass ihre Meinung geschätzt wird. Wir wollen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, geprägt von Offenheit und Toleranz.
Besonderes Schulprofil
Sicherlich mag es zunächst verwundern, dass sich gerade eine Fachoberschule der Intensivierung ihrer Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten verschrieben hat; sind uns doch die Eltern unserer Schülerinnen und Schüler in der Regel sehr wohlgesonnen und in einem sozialen Brennpunkt liegen wir auch nicht. Zudem haben wir es mit Schülern „fortgeschrittenen Alters zu tun, die ihren Lernprozess selbst organisieren und schulische Angelegenheiten weitgehend allein erledigen können. Dennoch hat sich über die Jahre ein neuralgischer Punkt bzw. Zeitraum in der Schulkarriere unserer Schülerschaft herauskristallisiert, nämlich das erste Halbjahr in der 11. Jahrgangsstufe, das an die Probezeit gekoppelt ist.1
Zu all den typischen Veränderungen und Problemen, die die Pubertät für die 16- bis 17-Jährigen ohnehin mit sich bringt, gesellen sich nach dem Schulwechsel zahlreiche neue Herausforderungen. Neben der Notwendigkeit, sich in einem neuen Sozialgefüge zurechtzufinden, werden die Jugendlichen mit neuen Fächern und anspruchsvollem Unterrichtsstoff konfrontiert. Sie müssen lernen, eigene Lernprozesse zu reflektieren und selbstständig zu steuern. Während dieser spannenden, aber manchmal auch schwierigen Zeit sind die Eltern als starker Partner unerlässlich und hier setzen unsere Ideen an. Wir wollen die Zusammenarbeit mit den Eltern stärken, um unsere Elftklässler während der Übergangsphase besser unterstützen zu können. Vorrangiges Ziel ist es, die Zahl jener Schülerinnen und Schüler, die die Probezeit nicht bestehen, noch weiter zu senken. Angemerkt sei hier, dass sich die Schülerschaft in unseren 11. Klassen aus ganz unterschiedlichen Zubringerschulen speist. Der größte Teil der Schüler kommt aus Realschulen, hinzu gesellen sich ehemalige Wirtschaftsschüler, Gymnasiasten und Absolventen der 10. Klasse der Mittelschulen. Somit haben wir es mit einer sehr heterogenen Schülerschaft zu tun, deren Eingangsvoraussetzungen bezüglich Vorwissen und Arbeitstechniken sehr stark variieren können.2 All diesen Unterschieden muss der Unterricht an unserer Schulart Rechnung tragen, um alle Schüler erfolgreich an die Fachabitur- bzw. Abiturprüfung heranführen zu können. Das erfolgreiche Bestehen der Probezeit in der Jahrgangsstufe 11 ist hier ein wichtiger Meilenstein....

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 9 / 2017

Eltern und Schule – Beziehungskiste

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 11-13