Unsere Favoriten der Selbstkompetenz

„Selbstkompetenz ist ein schillernder Begriff, da eine allgemein gültige Definition per se nicht möglich ist. Denn Selbstkompetenz hat eine stark persönliche Note.Die Herausgeberrunde und die Redakteurin von Schule leiten stellen ihre Favoriten für die Selbstkompetenz von Schulleitungen vor:

Selbstvertrauen
Laut etymologischem Wörterbuch stammt „Vertrauen aus dem 15. Jahrhundert. In der Verbindung mit „selbst bedeutet es, einen festen Glauben an eigene Zuverlässigkeit und Treue zu besitzen. Wir bezeichnen es auch als Zuversicht. Selbstvertrauen hängt mit Eigenschaften wie Selbstbewusstsein, Selbstachtung und Selbstsicherheit zusammen. „Ich will,kann, werde …“
Wer Selbstvertrauen besitzt, ist sich seiner Kräfte und Fähigkeiten bewusst und hat keine Angst, auf andere zuzugehen. Ablehnung, Kritik oder Zurückweisung lösen keine emotionalen Krisen aus, sondern fordern mutiges Auftreten. Personen, die sich selbst vertrauen, nehmen sich an, schließen Freundschaft mit sich und dem inneren Kritiker. Selbstvertrauen kann zum Teil erlernt und entwickelt werden.Schulleiterinnen und Schulleiter mit einem gesunden Selbstvertrauen schöpfen daraus Kraft, Mut und Energie weiterzumachen. Sie können mit eigenen Fehlern oder Misserfolgen besser umgehen. Auf andere wirken sie authentisch, strahlen Individualität und Selbstbewusstsein aus.
Martina Weyrauch
Selbstreflexion
Als Schulleiterin oder Schulleiter bekommt man relativ wenige ehrliche Rückmeldungen. Das ist ein Problem. Umso wichtiger erscheint mir die Selbstreflexion zu sein. Selbstreflexion bedeutet, sein Verhalten zu spiegeln und darüber nachzudenken. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung, sich selbst zu führen. Denn die wichtigste Person, die man als Schulleitung führen sollte, ist man selbst. Sich regelmäßig eine ehrliche Rückmeldung zu geben kann man üben. Ziel ist, darüber nachzudenken, in welchen Situationen ich mein Verhalten verändern möchte oder welche nächsten Schritte ich gehen möchte. Dafür braucht man vor allem kurze Phasen der Ruhe. In diesen Phasen führe ich ein Selbstgespräch mit mir, das allerdings, wenn Außenstehende mich sehen und hören, durchaus zu Irritation führen kann. Wichtige Fragen an mich waren: Was habe ich heute erlebt? Welche Situationen empfand ich als gelungen, welche nicht? Was hat mich angetrieben, mich so zu verhalten? Wenn ich ein klügerer und vor allem geduldigerer Mensch wäre, wie hätte ich mich dann verhalten? Dabei ist Folgendes wichtig: Seien Sie ehrlich mit sich, nehmen Sie sich selbst ernst, seien Sie aber nicht zu streng. Die Zeit für diese Ehrlichkeit mit mir selbst konnte ich in meinem gut gefüllten Alltag nur durch feste Rituale bekommen. Dazu hat es mir geholfen, auf meinem Nachhauseweg Zeit für einen 15-minütigen Spaziergang einzuplanen oder zum Abschluss eines Arbeitstages mir fünf Minuten lang meine Erfolge und Misserfolge des Tages auf Post-its zu notieren und auf meiner Schreibtischunterlage für den nächsten Tag zu lassen, als kleines „Erinnerli. Andere zeichnen ein Flipchart vor oder nutzen ein Diktafon. Wichtig ist das Was, das optimale Wie muss jede und jeder für sich selbst finden.
Christiane von Schachtmeyer
Empowerment
Empowerment bezeichnet das Streben einzelner Menschen wie auch von Gruppen oder Organisationen, nach Selbstbestimmung und Autonomie. Dabei steht der Prozess, der zum eigenverantwortlichen Handeln führt, im Vordergrund. Eigene Fähigkeiten und Begabungen sowie Gestaltungsspielräume werden erkannt und verantwortungsvoll genutzt.
Die erlangte Selbstständigkeit steigert das Selbstwertgefühl und das Erkennen der Selbstwirksamkeit und somit die Zufriedenheit. Gerade die Erfahrung eigener Selbstwirksamkeit führt erwiesenermaßen zu einer verbesserten Arbeitsleistung und schützt vor Überlastung. Die Unterstützung von Selbststeuerung und Autonomie lässt sich auch als Organisationsform auf Schulen übertragen. Der Schulleiter, die Schulleiterin übernimmt dabei die Aufgabe,...

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 20 / 2020

Selbstkompetenz – Innere Stärken entfalten

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13