Herwig Dowerk, Jürgen Hein

Schulleitung im Team

Herwig Dowerk, Jürgen Hein

Acht Kriterien für die erfolgreiche Zusammenarbeit

„Meine Frau und ich sind ein gutes Team! Was verrät diese Aussage über das Thema „Team? Wahrscheinlich enthüllt sie mehr zum Thema „Ehe. Aber hinkt dieser Vergleich nicht? Die Mitglieder eines Teams müssen sich nicht lieben, auch nicht die in einem Schulleitungsteam. Aber bei genauerem Hinsehen lässt sich vielleicht doch die eine oder andere Gemeinsamkeit entdecken. Denn jede gute Zusammenarbeit in Teams folgt, wie wir meinen, acht Kriterien.
Kriterium 1 Grundverständnis vereinbaren und gemeinsame Zielvorstellung entwickeln und verfolgen
Ein Team besteht aus mehreren Personen, die eine gemeinsame Arbeitsaufgabe haben, unmittelbar zusammenarbeiten, dabei gemeinsame Ziele verfolgen und ein Wir-Gefühl entwickeln. Die Bedeutung eines gemeinsamen Grundverständnisses ermöglicht überhaupt erst die Arbeit im Team. Grundlegend dafür ist das gemeinsame „Team-Sein-Wollen. Die Teamarbeit selbst muss als Grundlage und Ziel der internen Arbeit in der Schulleitung anerkannt und gewollt sein. Und auch ungeduldig sollte man nicht werden.
Ein Team zu werden bedarf Zeit. Bei der Vergewisserung über den Stand der Entwicklung lohnt sich ein Blick auf die Phasen der Gruppen- oder Teamentwicklung: „Forming, Storming, Norming, Performing. Dabei wird es immer wieder Überschneidungen und auch Rückschläge geben. Wichtig für das Team ist, dass es das Gefühl hat, auf dem richtigen Wege der Entwicklung zu sein.
Schon Kant wusste: „Der Ziellose erleidet sein Schicksal, der Zielbewusste gestaltet es. Das Grundverständnis im Schulleitungsteam sollte sich somit auch darauf richten, eine gemeinsame Vorstellung davon zu entwickeln, wohin sich die Schule entwickeln sollte und welchen Weg sie dazu beschreitet.
Kriterium 2 Potenzial unterschiedlicher Kompetenzen und Sichtweisen schätzen und nutzen
Das Team-Lernen ist ein Prozess, durch den ein Team seine Fähigkeit, die angestrebten Ziele zu erreichen, kontinuierlich ausrichtet und erweitert. Das bedeutet in diesem Zusammenhang: die individuellen Kompetenzen wahrnehmen und fortwährend weiterentwickeln. Mit dem Zusammenführen unterschiedlichster Kompetenzen unter einer gemeinsamen Aufgabe entsteht ein vielfältiges neues Gemeinsames. Wenn unterschiedliche Sichtweisen zusammenkommen, entsteht aus den verschiedenen Facetten ein neues Bild mit unterschiedlichen Aspekten.
Dabei ist es wichtig, dass alle Teammitglieder ihre Annahmen „aufheben, um sie sichtbar zu machen. Das „Aufheben von Annahmen bedeutet, dass sich jedes Teammitglied die Voraussetzungen seiner Meinung bewusst macht, sich nicht im alleinigen Besitz der Wahrheit wähnt und bereit ist, seine Voraussetzungen kritisch hinterfragen zu lassen. Diese Aufhebung der eigenen Annahmen macht in gewisser Weise auch verwundbar. Das Gefühl der Verletzlichkeit ist nur mit einer kollegial gleichberechtigten Einstellung und in einem Gespräch auf der Metaebene in soziale Sicherheit zu überführen.
Kriterium 3 Aufgaben- und Kompetenzverteilung gemeinsam vornehmen und einhalten
Wenn auch in der Schule die Aufgabenverteilung entweder durch gesetzliche Regelungen oder auch durch Traditionen vorgegeben ist, so ergeben sich in der konkreten täglichen Arbeit immer wieder Arbeitsvorhaben, bei denen Aufgaben verteilt werden müssen oder können. Dabei sollten spezielles Wissen und besondere Fähigkeiten einzelner Teammitglieder auch für andere Arbeitsbereiche genutzt werden (z.B. Kenntnisse im IT-Bereich). Strategische Kompetenzen und praktische Umsetzungsfähigkeiten können sich im Team unabhängig von ursprünglichen Arbeitsbereichen ergänzen, gegenseitig bereichern oder auch Lücken ausgleichen. Manch einer kann anschaulicher und prägnanter formulieren, eine andere hat die spezifische Fähigkeit, Problemgespräche mit Erziehungsberechtigten zu führen oder in Verhandlungen mit außerschulischen Institutionen erfolgreich zu agieren.
Eine gemeinsame...

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 14 / 2018

Mit KnowHow und Fingerspitzengefühl – Führung

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