Cornelia Hörsting

Gremienarbeit

Cornelia Hörsting

Erfolgversprechendes Führungsinstrument?

Gremienarbeit das Wort sagt es bereits ist Arbeit. Sie ist mitunter mühevoll oder aufreibend und wird oft als hinderlich empfunden. Gremienarbeit ist aber meiner Ansicht nach auch ein wichtiges, mitunter das einzige wirksame Führungsinstrument zur Umsetzung von Schulentwicklungsideen in konkret definierte Ziele bzw. getroffene Beschlüsse. Ich verstehe Gremienarbeit daher als planbare Tätigkeit, mit der man Ergebnisse erzielen und die man systematisch angehen kann/sollte.
1. Wovon sprechen wir?
„Die Schulleiterin bzw. der Schulleiter trägt Sorge für die Schulentwicklung, deren Kerngeschäft Unterrichtsentwicklung darstellt, mit dem übergeordneten Ziel, erfolgreiches Lernen und Lehren von Kin-dern zu ermöglichen. (Anforderungs- und Kompetenzprofil für Schulleiterinnen und Schulleiter in Hessen. Stand 2017)
Doch was bedeutet „trägt Sorge? In welcher Form trägt die Schulleiterin oder der Schulleiter Sorge für die Schulentwicklung, die Formulierung von Zielen und deren Umsetzung? Aus den vielfältigsten Ideen, die in den Köpfen der Mitglieder einer Schulgemeinschaft existieren, gilt es, realisierbare Ziele zu extrahieren, diese zu beschließen und umzusetzen. In diesem Prozess spielen die schulischen Gremien eine entscheidende Rolle und es ist Aufgabe der Schulleiterin/des Schulleiters diesen Prozess zu steuern.
Gesetzlicher Rahmen
Die Schulgesetze der Bundesländer kennen verschiedene Gremien, deren Bezeichnungen, Aufgaben und Zuständigkeiten zwar unterschiedlich, aber immer gesetzlich geregelt sind. Grundsätzlich gibt es als höchstes Entscheidungsgremium eine Schulkonferenz, die mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Gremien der Lehrer,- Schüler- und Elternschaft besetzt ist. Meist, aber nicht immer, leitet die Schulleiterin, der Schulleiter diese Schulkonferenz, in der die wesentlichen Schulentwicklungsziele beschlossen werden.
Eine Frage des Führungsstils
Der Umgang mit den schulischen Gremien ist unabhängig von den rechtlichen Rahmenbedingungen aber auch eine Frage des individuellen Führungsverständnisses. Verstehe ich mein Handeln als eher partizipativ oder gar demokratisch, so ist eine möglichst weitreichende Mitbestimmung der Gremien nicht nur selbstverständlich, sondern auch gewünscht. In diesem Fall werde ich die Prozesse soweit möglich ergebnisoffen und mit großer Transparenz steuern oder auch nur begleiten. Darüber hinaus werde ich auch in informellen Gremien den Gedankenaustausch zulassen oder unterstützen.
Leite ich eher autoritär oder autokratisch, werde ich die Prozesse im Kontext der Gremienarbeit enger steuern und Mitbestimmung oder Mitwirkung auf das gesetzlich geregelte Minimum beschränken.
Geregelte und offene Entscheidungsstrukturen
Auf der Grundlage meiner Schulleiterinnentätigkeit in zwei Bundesländern kann ich sagen, dass wir zwischen den schulischen Gremien, die die an Schule beteiligten Gruppen repräsentieren und in der Regel die maßgeblichen Entscheidungen und Beschlüsse in Schulentwicklungsprozessen treffen, und anderen Gruppierungen oder Ausschüssen unterscheiden müssen. Die gesetzlichen Verfahrensweisen gilt es selbstverständlich zu beachten. Die Ausgestaltung des Miteinanders kann aber entsprechend des oben benannten Verständnisses variieren. Bundesweit ist wohl die in Abb.1 gezeigte Struktur anzunehmen.
Daneben gibt es jedoch noch die anderen Gruppen, die auf die Schulentwicklung und die innerschulischen Entscheidungsprozesse Einfluss nehmen. Hier sind zu nennen: Die Schulleitung, der Personalrat, die Schülervertretung, Fachkonferenzen, Steuergruppen, Verbands- oder Gewerkschaftsgruppierungen, Arbeitskreise oder -gruppen etc.
Alle Gruppen und/oder Gremien haben unterschiedliche Aufgaben und ebenso unterschiedliche Interessen. Eine Visualisierung dieser Strukturen (als Beispiel das Gymnasium Altenholz, s. Abb.2 ) erleichtert die Prozesssteuerung gerade direkt nach Übernahme einer...

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 14 / 2018

Mit KnowHow und Fingerspitzengefühl – Führung

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13