Theresa Altmann

Wirtschaftsvertreter als Austauschpartner

Theresa Altmann

Pilotprojekt für bayerische Frührungskräfte

In meiner Funktion als Vorstandsmitglied im Arbeitskreis SchuleWirtschaft durfte ich viele Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Führungskräften aus der Wirtschaft sammeln. Ein gutes Miteinander zwischen Schule und Wirtschaft war dem Arbeitskreis immer sehr wichtig, denn eigenverantwortlich handelnde Schulen brauchen unabhängige und führungsstarke Schulleitungen mit pädagogischen und zugleich unternehmerischen Kompetenzen.
Bisher rekrutierten sich die Personen in der Schulleitung aus guten Lehrkräften, Führungsqualitäten wurden bei der Auswahl kaum berücksichtigt. Üblicherweise musste man in das Amt hineinwachsen. Eine Schule ist sicherlich kein Unternehmen im wirtschaftlichen Sinne, dennoch gibt es viele Gemeinsamkeiten, besonders bezüglich Personalführung, also in Fragen wie Konflikt- und Mitarbeitergesprächen, Beurteilungen, Öffentlichkeitarbeit, Delegieren und vieles mehr.
Eine weitere Analogie: Auch im Bereich Schule haben wir als Schulleitung „kundenorientiert zu arbeiten. Für mich waren die Gemeinsamkeiten ein Grund, mich um die Teilnahme am Pilotprojekt „PROFIS-Programm Führungskompetenz in Schulen zu bewerben. Das war ein Angebot des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft, an dem zeitgleich 32 Schulleiter, aufgeteilt in eine Nord- und Südgruppe, teilnahmen. Zu diesem zwölfmonatigen Programm gehörten neben Workshops, Vorträgen und Austausch auch ein telefonisches Einzelcoaching und Kontakte mit einem Wirtschaftpartner aus der unmittelbaren Umgebung. Ziel der Partnerschaft zwischen Führungskraft eines Unternehmens und der einer Schule an einem Ort war es, die persönliche Verbindung zwischen Schule und Wirtschaft auszubauen und einen konkreten und praktischen Beitrag zur Weiterentwicklung der Schule zu leisten.
Warum Wirtschaftspartner für Schulleiter?
Ein Leben lang lernen wir täglich in unserem Umfeld: in Beziehungen und in der Auseinandersetzung mit anderen Menschen. Damit Schule und Wirtschaft voneinander lernen können, müssen beide erst einmal in Beziehung zueinander treten. Deshalb wurden Partnerschaften gebildet, damit beide von der Berufs- und Lebenserfahrung gegenseitig profitieren können. Auf Augenhöhe erfolgte eine kollegiale Beratung, um vor dem eigenen Erfahrungshintergrund einander Anregungen geben zu können.
Wer konnte Wirtschaftspartner werden?
Als Wirtschaftspartner wurden Führungskräfte und Experten aus dem Bereich Personalwesen gesucht, die Bereitschaft und Interesse an einem wechselseitigen Austausch mit Schulleiterinnen und Schulleitern zeigten. Bei der Suche wurde auf regionale Nähe geachtet.
Der Vorstand des örtlichen Arbeitskreises SchuleWirtschaft vermittelte mir meinen sehr kompetenten Wirtschaftspartner, Füh-rungskraft in einem großen Unternehmen der Elektrotechnik und Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren (ein Netzwerk engagierter Unternehmer, Selbstständiger und ambitionierter Führungskräfte unter 45 Jahre) im Landkreis.
Wie wurde diese Partnerschaft konkret gestaltet?
Die beiden Partner bestimmten selbstverantwortlich die Schwerpunktthemen sowie die Art und Häufigkeit der Kontakte und eine gemeinsame zukünftige Planung. Der Inhalt der Gespräche zwischen meinem Wirtschaftspartner und mir war selbstverständlich sehr vertraulich. Die Formen des Austausches waren recht unterschiedlich und reichten von Gesprächsterminen, Telefon- und Mailkontakten über gegenseitige Besuche am Arbeitsplatz bis hin zur Vermittlung von interessanten Kontakten. Folgende Punkte waren für uns wichtig:
  • Einblick in die jeweilige Arbeitssituation: Wie kommen Entscheidungen zustande? Welche Einflüsse wirken sich wann und wie aus? Was gefällt gut, was weniger gut
  • Einblick geben in die Führungsund Unternehmenskultur der eigenen Organisation;
  • Besprechung einzelner Vorhaben und Projekte z.B. Einführung einer Veränderung in der eigenen Abteilung, im Kollegium oder Team;
  • Feedback zum Führungsverhalten durch einen...

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 11 / 2018

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