Wertschätzende Führung in der Schule

Mit Mitarbeitergesprächen und Feedback Personalentwicklung betreiben

Wertschätzende Führung besteht nicht nur aus Lob. Auch – angemessen geäußerte – Kritik gehört dazu. Um Mitarbeiter zu führen und gelungene Personalentwicklung zu betreiben, sollten Schulleitungen sich angewöhnen, regelmäßig Feedback zu geben. Das zeigt Lehrkräften und nicht-lehrendem Personal, dass die Schulleitung sie schätzt.

Wertschätzende Führung in der Schule

Ihr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdienen es, dass Sie ihnen zeigen, dass Sie sie schätzen. Dabei erwarten diese üblicherweise keine großen Gesten, hier zählen gerade die kleinen, alltäglichen Dinge, vor allem aber das persönliche Feedback.

Mitarbeitergespräche regelmäßig abhalten

Vier-Augen-Gespräche mit den Lehrkräften wie mit dem nicht-lehrenden Personal sollte eine Schulleitung regelmäßig führen. Das schafft den Mitarbeitenden die Möglichkeit, der Chefin oder dem Chef mitzuteilen, was einen gerade umtreibt, wo Sorgen, aber auch besondere Freuden und Erfolge liegen. Diese Gespräche sind zudem ein wichtiges Mittel der Personalführung.

Feedback zum Wachsen

Führungskräfte sollten nicht nur Lob vergeben. Ein ausgewogenes Feedback – Lob und Kritik – ist für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter viel sinnvoller. Denn daran können sie sehen, wo sie gut sind und wo sie sich noch verbessern könnten.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass es im Sinne einer wertschätzenden Professionalisierung nicht um Lob und Tadel geht. Lob und Tadel haben eher eine dominante, väterliche oder mütterliche Attitüde. In einem Würdigungsgespräch sollte es darum gehen, sich für die Leistungen und Kompetenzen der Mitarbeitenden zu interessieren. In einem Kritikgespräch sollte die Schulleitung zeigen, dass ihr die Leistungen einer Lehrkraft nicht gleichgültig sind, und gleichzeitig Transparenz bei Anforderungen und Erwartungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herstellen.

Damit wird auch deutlich, dass es sehr wichtig ist, weder die eine noch die andere Gesprächsart zu vernachlässigen. Bei beiden Gesprächstypen geht es um Wege des Gelingens: Beim Würdigungsgespräch wird in die Vergangenheit geschaut: Welche Wege des Gelingens gab es? Beim Kritikgespräch geht es um den Blick in die Zukunft: Welche Wege des Gelingens sind denkbar?

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Wertschätzende Führung im Alltag verankern

Wertschätzung zu zeigen sollte zum Alltag einer Führungskraft gehören. Neben den Mitarbeitergesprächen bieten sich im Laufe eines Schuljahrs weitere Gelegenheiten für die Würdigung von Lehrkräften, Hausmeister und Sekretärin. Nehmen Sie sie als Teil der Personalpflege und letztlich Personalentwicklung wahr! Ein persönliches Dankeschön als Mail oder im Postfach kann eine Möglichkeit sein, ebenso ein Dank zu Anfang einer Konferenz oder eine Urkunde für den „Super-Hausmeister“ zum Sommerfest. Schauen sie sich nach Anlässen für Würdigungen um. Hilfreich ist es, das Augenmerk nicht nur auf das Übliche und Offensichtliche zu richten, wie etwa die Kunstausstellung im Foyer, sondern auch auf den großen Lernfortschritt eines schwierigen Schülers, die große Sorgfalt und Schnelligkeit beim Korrigieren von Klassenarbeiten, die Übernahme des Vertretungsunterrichtes für den langzeiterkrankten Kollegen mit positiven Rückmeldungen von den Eltern usw.

Lassen Sie sich überraschen, wie viel Sie mit dieser Art der Personalführung bewirken können!

Würdigung (und Kritik) haben vier Hauptfunktionen

  1. Informationsaspekt: Die Lehrkraft weiß, wo sie steht, ob sie die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt.
     
  2. Lernaspekt: Würdigung kann gewünschtes Verhalten stabilisieren, Kritik kann dazu führen, dass nicht erwünschtes Verhalten sich nicht stabilisiert bzw. sich verändert.
     
  3. Motivationsaspekt: Würdigung kann die Motivation erhöhen, Kritik kann demotivieren, vor allem wenn sie öffentlich und/oder herabsetzend geäußert wird oder der Anlass für die Kritik gegebenenfalls in einer Überforderung liegt. Die Führungskraft muss also in der Vorbereitung gut darüber nachdenken, welche Gründe es für die Kritik gibt, um diese auch angemessen äußern zu können.
     
  4. Sozialer Aspekt: Würdigung intensiviert die Bindung zwischen der Person, die die Würdigung gibt, und der, die sie empfängt. Kritik kann die gegenteilige Wirkung haben, wenn sie unangemessen geäußert wird, allerdings ist der Schaden, wenn kritikwürdige Umstände nicht angesprochen werden, noch größer.
     

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