Katrin Wulff

Supervision

Katrin Wulff

Professionelle Beratung mit vielschichtigen Reflexionsangeboten

Bei einem Beratungsbesuch und anschließendem Austausch mit einer Schulleiterin stellte ich die Frage nach ihrer aktuellen Befindlichkeit und Arbeitszufriedenheit. Die Schulleiterin war völlig verblüfft, dass sie von mir angeregt wurde, sich mit ihrem persönlichen Führungshandeln und dessen Wirkungen auseinanderzusetzen. Wir waren uns schnell einig, dass diese Form der Reflexion einen höheren Stellenwert im beruflichen Leitungsalltag einnehmen sollte. Bald entwickelte sich aus diesen Anfängen eine Supersivionsgruppe für Schulleiter, die inzwischen seit Jahren besteht. Die Teilnehmer bezeichnen sie oft als Veranstaltung, aus der sie Kraft schöpfen können und die sie mit neuen Ideen und Perspektiven anreichert.
Ich sehe in der Arbeit als Supervisorin eine Chance, gezielt wertschätzende Anleitung zur Selbstreflexion beruflichen Handelns geben zu können. Diese Art der Unterstützung kann gerade Schulleitungen helfen, ihre Führungsrolle bewusst auszugestalten. Da Supervision in unterschiedlichen Settings stattfinden kann, soll im Folgenden gezielt auf die Unterschiede zwischen den zahlreichen Supervisionsangeboten eingegangen werden.
Was ist Supervision?
Was ist Supervision?
Supervision ist ein wissenschaftlich fundiertes, berufsbezogenes Beratungskonzept, das der Qualitätssteigerung beruflicher Arbeitsabläufe dienen soll. Dabei werden durch die unterstützende, wertschätzende Haltung des Supervisors Fragen, Konflikte, Dynamiken und Fallbespiele aus dem Alltag besprochen und mehrperspektivisch beleuchtet und reflektiert. Durch die intensive Beschäftigung mit Sachverhalten aus dem beruflichen Erleben und Handeln können die eigene berufliche Rolle und alltägliche Interaktionen reflektiert und Handlungsalternativen entwickelt werden.
Ziel ist es, durch die kritische und ethisch orientierte Loyalität des Supervisors sowie durch die prozessorientierte und profunde Bearbeitung der Situationen, diese in ihrer Komplexität zu erfassen und mögliche Dynamiken zu erkennen.
Besonderheit von Supervision in Schulleitungen
Schulleiterinnen und Schulleiter benötigen neben zahlreichen Kompetenzen in den Bereichen der Organisations-, Unterrichts- und Personalentwicklung vor allem auch Geschick in der täglichen Gestaltung von Gesprächssituationen mit diversen Personen. Sie haben durch ihre mannigfachen Aufgaben eine hohe Frequenz an vielschichtigen Gesprächsanlässen und Interaktionen. Die Gesprächspartner, auf die sich Schulleiter einstellen müssen, haben unterschiedliche rhetorische Fähigkeiten, sind emotional mal mehr, mal weniger betroffen und sind mit ihnen in verschiedenen Kontexten (z.B. Eltern- oder Mitarbeitergespräch) verbunden. Allein aufgrund dieser Unwägbarkeiten benötigt ein Mitglied der Schulleitung diferenzierte Fähigkeiten in den Bereichen der Wahrnehmung und der Gesprächsführung.
Häufig übernehmen jedoch Schulleiter ihr Amt, ohne einen gezielten bewussten Rollenwechsel zu vollziehen bzw. durch prozessbegleitende, stützende Fortbildungen intensiv darauf vorbereitet zu werden. Meist werden dabei gerade die Bausteine Gesprächsführung und -gestaltung durch konkrete, umfangreiche Anforderungen bei der neuen Tätigkeit in den Hintergrund gedrängt. Hinzu kommt nach dem Rollenwechsel von der Lehrkraft zum/r Schulleiter/in häufig eine zunehmende Vereinsamung durch die Veränderung der Interaktionen im beruflichen Kontext.
In diesen Zeiten der Neuorientierung und Neupositionierung einen kompetenten, loyalen Ansprechpartner bzw. Kollegen an seiner Seite zu wissen oder gar eine gezielte Anleitung zur Selbstreflexion des beruflichen Handelns im geschützten supervisorischen Kontext zu haben, kann entlastend und stabilisierend wirken. Themen wie die aktive, bewusste Auseinandersetzung mit Gesprächssituationen, eine gezielte Klärung der eigenen neuen Rolle oder das Balancieren zwischen „alten Freundschaften und „neuer...

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 11 / 2018

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