Helmut Lungershauen

Personalentwicklung im Blick

Helmut Lungershauen

Das nicht-lehrende Personal managen

Personalentwicklung bedeutet, die Mitarbeiter auf ihre Aufgaben einzustellen, ihr Potenzial zu erfassen sowie ihre Entwicklungsmöglichkeiten im Blick zu haben und gezielt zu fördern. Ziel ist es, dass die erforderlichen Aufgaben bestmöglich erledigt werden und das Personal dabei gesund bleibt und mit den Arbeitsbedingungen und der persönlichen Entwicklung zufrieden ist. Auch das nicht lehrende Personal ist Gegenstand der Personalentwicklung.
Einstellung
Das klingt zunächst nicht selbstverständlich, weil in den meisten Fällen Sekretärinnen und Hausmeister nicht Landesbedienstete sind, sondern vom Schulträger beschäftigt werden. Sie werden vom Schulträger eingestellt, bezahlt, beurteilt und sie wählen die Personalvertretung beim Schulträger. Dennoch sind die Schulleiterin oder der Schulleiter deren Vorgesetzte. Aus dieser Rolle heraus ergibt sich für sie das Recht, bei der Einstellung einer neuen Sekretärin oder eines neuen Hausmeisters beteiligt zu werden. Nur zu oft kommt es vor, dass im Rahmen einer Personalrochade eine Arbeitskraft an eine Schule „abgeschoben werden soll. Auch bei Neueinstellungen ist die Beteiligung der betroffenen Schulleitung wichtig, weil sie darauf dringen kann, dass die für die Stelle erforderlichen Qualifikationen und Kompetenzen bei der Ausschreibung und der Stellenbesetzung berücksichtigt werden. Hier sollte sich die Schulleitung nicht abwimmeln lassen, wenn ein forscher Personaldezernent erklärt, dass er schon für eine angemessene Besetzung sorgen werde.
Mitarbeitergespräche
Mitarbeitergespräche mit dem nicht-lehrenden Personal sind notwendig, aufschlussreich und immer Chefsache. Der Schulbetrieb und die Arbeitsatmosphäre können erheblich leiden, wenn der Hausmeister oder eine Sekretärin gegen die Schulleitung arbeitet oder „Dienst nach Vorschrift macht. Deshalb ist ein Austausch unerlässlich, bei dem Arbeitserfordernisse, Arbeitsplatzprobleme, Fragen der Arbeitszufriedenheit und der Loyalität angesprochen werden.
In solchen Gesprächen kann auch ausgelotet werden, ob personelle Veränderungen erwogen werden oder bevorstehen, beispielsweise Kinderwunsch, Umzug, Kuraufenthalt, Teilzeitarbeit, Verrentung. Daraus ergibt sich ein veränderter Bedarf, der bei der entsprechenden Kenntnis rechtzeitig geplant werden kann. Darüber hinaus tragen Mitarbeitergespräche erheblich zur Arbeitszufriedenheit und zur Verbesserung der Arbeitsatmosphäre bei.
Beurteilung
Beschäftigte nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVÖD) werden bei fast allen Arbeitgebern einer systematischen Leistungsbewertung unterzogen. Diese wird von zwei Personen durchgeführt: dem unmittelbaren Vorgesetzten und der Amtsleitung. Für die Schule bedeutet das, dass die Schulleiterin oder der Schulleiter die Erstbeurteilung vornimmt und die Leiterin oder der Leiter des kommunalen Schulamtes (oder der entsprechenden Abteilung) eine abschließende Beurteilung abgibt.
Alle Beurteilungssysteme gehen von einer Leistungsverteilung auf der Basis der Gaußschen Normalverteilung aus, d.h. der Durchschnitt aller Beurteilungen soll im Mittel liegen (meistens Stufe 3). Da die Beurteilung u.U. auch für eine leistungsorientierte Berechnung von Lohnanteilen (LOB) maßgeblich ist, muss der Schnitt eingehalten werden. Die Amtsleiter drängen deshalb die Schulleitungen, möglichst nicht die beiden besten Bewertungsstufen zu vergeben, weil sie dann in ihrem Bereich zum Ausgleich eine schlechte Beurteilung aussprechen müssten.
Fügt sich die Schulleitung und beurteilt mit der durchschnittlichen „3, führt das in den meisten Fällen zu wenig Verständnis bei den Betroffenen (siehe Abb.). Dieses Problem zwingt die Schulleitungen zur rechtzeitigen Auseinandersetzung mit den Leistungen der Angestellten. Sind sie tatsächlich gut oder besser, dann sollte mit Nachdruck auf der überdurchschnittlichen Beurteilung beharrt werden. Ist die Leistung tatsächlich...

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 12 / 2018

Nicht-lehrendes Personal – Ohne die nichts läuft

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13