Stefan Kleinod

Nicht-lehrendes und externes Personal

Stefan Kleinod

Vielfalt der Fachkräfte für vielfältige Aufgaben

Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schulleitung, daneben noch der Hausmeister und die Schulsekretärin, fertig ist die Schule. Das mag einmal so gewesen sein, doch heutzutage gibt es immer mehr Personal an den Schulen. Und die Schulleitungen sind auch für dieses neue Personal zuständig.
Sport am Nachmittag
Dienstag, 12:55 Uhr der Klassenleiter Herr Müller beendet gerade seine letzte Unterrichtsstunde und übergibt dann seine Ganztagsklasse an Frau Meier. Frau Meier ist Abteilungsleiterin des örtlichen Sportvereins und geht jetzt mit der Klasse zum Mittagessen in die Mensa. Anschließend spielt sie mit einer Schülergruppe im Rahmen des gebundenen Ganztags über zwei Unterrichtsstunden Badminton.
Schulassistenz
Mittwoch, 9:10 Uhr Frau Schwarzfischer unterrichtet gerade in einer 3. Klasse der Grundschule Muster das Fach Deutsch. In der Klasse sitzt auch Frau Hübner, die als Integrationsassistenz den Schüler Josef betreut, der an einer Körperbehinderung leidet und auf einen Rollstuhl angewiesen ist.
Berufsorientierung
Donnerstag, 11:00 Uhr die Klasse 9 der Mittelschule Muster hat Englisch. Es klopft an der Tür und Frau Grell, Berufseinstiegsbegleiterin ,holt Thomas aus der Klasse. Thomas braucht Unterstützung beim Übertritt ins Berufsleben. Frau Grell übt mit Thomas das anstehende Bewerbungsgespräch, zusätzlich verbessert sie mit ihm gemeinsam noch eine weitere Bewerbung.
Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen und beschreibt eine Sachlage, die vor Jahren noch undenkbar gewesen wäre. An deutschen Schulen hat externes und anderes nicht-lehrendes Personal im noch nie dagewesenen Maße Einzug gefunden. Im Folgenden wird skizziert, warum externes Personal an Schulen gebraucht wird, welches Personal an Schulen zum Einsatz kommt und welche Konflikte bzw. Spannungen und Chancen sich daraus ergeben.
Neue Aufgaben, neues Personal
2006 wurde die „UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen von der UN-Generalversammlung verabschiedet. Die UN-Konvention stellt klar: Gesellschaftliche Teilhabe ist ein Menschenrecht, das ohne Einschränkungen auch für Menschen mit Behinderungen gilt. In Artikel 24 erkennen die Vertragsstaaten das Recht von Menschen mit Behinderungen auf lebenslange Bildung und Weiterbildung an. Um dieses Recht umzusetzen, macht die Konvention konkrete Vorgaben: Unter anderem müssen die Vetragsstaaten garantieren, dass niemand aufgrund einer Behinderung vom allgemeinen, unentgeltlichen Bildungssystem, vom Zugang zur Hochschulbildung sowie zur Berufs- und Erwachsenenbildung ausgeschlossen wird. Es muss sichergestellt werden, dass dem Einzelnen individuell angepasste Unterstützungmaßnahmen geboten werden etwa in Form alternativer Kommunikationsmethoden, durch die spezielle Schulung von Lehr- und Fachkräften und die barrierefreie Umgestaltung von Schulgebäuden. Nach den Vorgaben der Konvention soll also die allgemeine Schule zum Regelförderort für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen werden und das deutsche Bildungssystem inklusiv umgestaltet werden. Das bedeutet, dass es neben Lehrkräften auch anderes Fachpersonal an Schulen braucht, um Menschen mit Behinderung eine gerechte Teilhabe am Unterricht zu gewähren.
Eine zweite Ursache liegt daran, dass die Heterogenität in den Klassen immer mehr zunimmt Heterogenität zwischen optimal vorbereiteten Schülern und Schülern, denen jegliche Unterstützung vom Elternhaus fehlt. Viele Kinder und Jugendliche sind völlig auf sich alleine gestellt und sich selbst überlassen dies bedingt den Einsatz von externen Personal, etwa als Schulsozialarbeiter(innen) und Berufseinstiegsbegleiter(innen).
Wer arbeitet an Schulen?
Neben den Lehrkräften ist an einer Schule nicht-pädagogisches Personal beschäftigt: z.B. Verwaltungsangestellte, Hausmeister, Personal in der Mensa. Weiteres pädagogisches Personal kann nach klasseninternem Einsatz und dem Einsatz außerhalb der...

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 12 / 2018

Nicht-lehrendes Personal – Ohne die nichts läuft

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13