Helga Akkermann

Netzwerk der Schulleitungen

Helga Akkermann

Bereichernder Austausch unter Kolleginnen und Kollegen

Am Rande einer Tagung entstand in einer Gruppe von drei Personen aus verschiedenen Schulleitungen die Idee: Wir gründen mit zu uns passenden Schulleiterinnen und Schulleitern ein Netzwerk, in dem wir uns vertrauensvoll austauschen und professionell unterstützen. Das war im Jahr 2003, wir drei waren vergleichsweise frisch im Amt und leiteten ähnlich große Schulen. Unsere Aufgaben begeisterten uns und die für das Folgejahr in Niedersachsen geplante Eigenverantwortlichkeit von Schulen setzte bei uns ungeahnte Visionen frei.
Über die vom Kultusministerium vorgeschriebenen Qualifikationskurse des NLQ (Niedersächsisches Landesinstitut für Schulische Qualitätsentwicklung, Hildesheim) trafen wir zahlreiche Schulleiterinnen und Schulleiter. Mit einigen konnten wir uns eine Zusammenarbeit im Netzwerk gut vorstellen. Würden die so Angesprochenen das aber umgekehrt auch so sehen? Unsere Idee ließ sich umsetzen. Damals haben wir keine Kriterien festgelegt, die für eine Zusammenarbeit erfüllt sein sollten. Doch rückblickend lassen sich die Kriterien eingrenzen, die uns im Netzwerk verbinden sollten:
  • Voraussetzungen: keine örtliche Nähe der Schulen, damit auch keine Konkurrenzsituation; Schulen mit Oberstufe, unterschiedliche Schulformen (IGS, KGS, GYM); vergleichbare Anzahl der beschäftigten Lehrkräfte, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; vergleichbare Positionen im Leitungspersonal (Funktionsstellen); vergleichbare Situationen wie Stellenausschreibungen, Bildung der Auswahlkommissionen bei Einstellungen, Schulbudget, Land ,Budget, Schulträger.
  • Grundeinstellung: Identifikation mit der Schulleitungsposition, innovativ, reformorientiert, Schule mit Freude leiten und etwas bewegen wollen, Schule für Schülerinnen und Schulen gestalten; persönliche Haltung; wertschätzender Umgang; bedingungslose Vertraulichkeit, denn Schwächen werden offenbart und eingestanden; Chancen der Eigenverantwortlichen Schule erkennen und nutzen wollen.
Struktur und Setting der Treffen
Von Beginn an war uns ein festgelegter Ablauf wichtig, um die Treffen professionell zu gestalten. Dazu gehört die zeitliche Vorgabe, möglichst eineinhalb bis maximal zwei Stunden nicht zu überschreiten. Wir beschlossen, uns möglichst einmal monatlich zu treffen und legten dazu die nächsten drei bis vier Termine im Voraus fest. Es trafen sich immer zehn Personen maximal, Frauen und Männer in möglichst gleicher Anzahl.
Die Gastgeberrolle wechselte reihum, wobei wir in den Netzwerk-Schulen zusammenkamen, wo es viel zu sehen gab. (Das private Zuhause blieb lange Zeit bewusst ausgeschlossen, in späteren Jahren wurden einige Treffen auch dort abgehalten.)
Da die Schulleiterinnen und Schulleiter meist lange in ihren Schulen arbeiteten, bevor sie zu unseren Treffen kamen, waren sie alle hungrig. Zudem ist gemeinsames Essen sehr kommunikativ und sollte nicht vernachlässigt werden. So etablierte sich schnell, dass ein Imbiss (Brot, Käse, Wurst, Obst, Gemüse, Wasser und Wein) angeboten wurde. Der Aufwand ist nicht zu groß, da jede/jeder allenfalls einmal im Jahr Gastgeber/in ist. Ein solcher Imbiss kann problemlos in einer Schule eingenommen werden, die als Ort mit ihrer Schulatmosphäre wichtig für die Treffen des Netzwerkes ist, ein Restaurant wäre zu anonym und unverbindlich, eine Privatwohnung zu intim und eher nicht professionell
Ablauf eines Treffens
  • 19:00 Uhr: Eintreffen in der gastgebenden Schule, Rundgang mit Präsentation von Neuigkeiten, Errungenschaften, ggf. Besonderheiten, auf die man sich verständigt hat (anwesend sind die, die Zeit und Interesse haben)
  • 19:30 Uhr: Imbiss, informeller Austausch
  • 20:00 Uhr: Das reflektierende Team
  • 21:00 Uhr: Verabschiedung
Das reflektierende Team
Wie die Trefen inhaltlich geführt werden, ist an Tom Andersens Methode reflecting team orientiert (Andersen 1990). Dabei gilt es, feste Strukturen einzuhalten:
  • Zeitwächter, Themenwächter,...

Friedrich+ Schulleitung

Sie sind bereits Abonnent?

Jetzt anmelden und sofort lesen

Jetzt weiterlesen mit Friedrich+ Schulleitung!

  • Digitaler Vollzugriff auf die Inhalte der Zeitschriften Schule leiten oder Lernende Schule
  • Umfassendes Archiv mit über 550 Beiträgen für die Leitung und Weiterentwicklung Ihrer Schule, mit Checklisten, Bildmaterial, Methodenkarten, u. v. m.
  • Jährlich über 100 neue Beiträge, darunter umfassende Materialien für die schulinterne Fortbildung

30 Tage kostenlos testen

Mehr Informationen zu Friedrich+ Schulleitung

Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 11 / 2018

Schulleitung unterstützen – Hilfe zur Selbsthilfe

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13