Nadine Kleber

Externe Mitarbeiterin auf vier Pfoten

Nadine Kleber

Schulhund Leni im Einsatz an der Mittelschule Schöllkrippen

In Bereichen wie der Polizeiarbeit, der Vermisstensuche, bei der Fahndungsarbeit beim Zoll und der Unterstützung von Menschen mit einer Behinderung gehören Hunde zum vertrauten Blick. In den letzten Jahren sind auch immer mehr Hunde in Schulen zu finden. Über den Einsatz von Schulhunden wird zunehmend in den Medien, vor allem in Zeitungen und im Fernsehen, berichtet. Schulhunde gewinnen dadurch an Bekanntheit. Was können die Vierbeiner also außer den gewohnten Tätigkeitsbereichen noch, dass immer mehr von ihnen in den Klassenzimmern eingesetzt werden?
Auf den (Schul-)Hund gekommen
Angeregt durch eine Freundin, die damals den Einsatz eines Schulhundes in Oberbayern plante, begann ich, mich Anfang des Jahres 2015 intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich las sämtliche auf dem Markt vorhandene Literatur, besuchte Arbeitskreistreffen (s. Kasten auf S. 37) und nahm Kontakt mit Schulhundelehrern auf. Es faszinierte mich, welche positiven Wirkungen man der Schulhundearbeit zusprach. Nach einer langen Suche nach geeigneten Züchtern, holte ich im August 2015 schließlich das braune Labradormädchen Leni zu mir.
Da Labradore aufgrund ihres Wesens als besonders gut geeignet für den Therapiebereich und den Einsatz in Familien und bei Kindern gelten, entschied ich mich bewusst für diese Hunderasse.
Wirkung von Schulhunden
Beim Kontakt mit aktiven Schulhundelehrern wurde mir immer wieder das bestätigt, was ich bereits in verschiedenen Büchern gelesen hatte: Schulhunde können eine Vielzahl an Positivem bewirken. So können sie z.B. das Selbstwertgefühl, die Konzentration und die Lernmotivation steigern, sie können grundsätzliche Schulängste und auch spezielle Ängste, wie die vor Schulaufgaben, verringern. Sie regen zu einem achtsameren und respektvolleren Umgang mit ihnen selbst wie auch mit anderen, Schülern und Schülerinnen sowie Lehrkräften, an. Sie sind Seelentröster an Tagen, an denen es den Lernenden nicht so gut geht, und treue Partner, die selbst gute Tage noch ein bisschen besser machen. Schulhunde schaffen das, was uns Menschen oft schwerfällt: Sie nehmen jeden so an, wie er ist, machen keine Unterschiede zwischen den einzelnen Menschen und sind nicht nachtragend oder vorurteilsbehaftet.
Auch ich kann diese praktischen, wertvollen Erfahrungen und Beobachtungen bei jedem Einsatz von Leni in meiner Klasse machen, die die ganzen Mühen, die Zeit und auch die hohen finanziellen Belastungen absolut aufwiegen, sodass ich diese Arbeit nicht mehr missen möchte.
Auch biologisch lassen sich die positiven Effekte nachweisen. Durch den Kontakt mit dem Hund, z.B. durch Blickkontakt oder das Streicheln, wird im menschlichen Körper das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das sogenannte Wohlfühl- und Kuschelhormon. Dies sorgt für eine „Gefühls-Rückkopplung bei Mensch und Tier und beeinflusst unser Verhalten und das Befinden in positiver Weise. Es stärkt außerdem nachhaltig die Bindung zwischen Mensch und Tier, da es Gefühle der Verbundenheit auslöst.
Grenzen der Schulhundearbeit
Was aber, wenn kein Wohlfühlhormon ausgeschüttet wird? Die Schulhundearbeit kommt dann an ihre Grenzen, wenn bei Schülern z.B. eine Hundehaarallergie oder starke Angst vor Hunden auftritt. Beides gilt es im Vorfeld bei den Schülerinnen und Schülern schriftlich zu erfragen und ernst zu nehmen. Während eine Allergie einen Einsatz von Hunden oft unmöglich macht, kommt es bei der Angst auf den Ausprägungsgrad und den oder die Betroffenen an. So kann oft geklärt werden, ob die Kinder mit Hundeangst den Schulhund zunächst kennenlernen möchten, um danach individuelle Möglichkeiten zu besprechen. So konnte ich Leni mit in den Unterricht nehmen, obwohl es einen ängstlichen Schüler gab. Wir hatten abgesprochen, dass eine kleine, dünne Holzplatte vor seinen Tisch gestellt wurde, sodass Hund und Kind keinen Körperkontakt hatten und der Schüler keine Einschränkungen im...

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 12 / 2018

Nicht-lehrendes Personal – Ohne die nichts läuft

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