Silke Lühmann, Christina Sczesny

Das budgetierte Schulbegleitungssystem

Silke Lühmann, Christina Sczesny

Mögliches Vorbild für andere Schulen

Das budgetierte Schulbegleitungssystem für Schülerinnen und Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung wird an der Helene-Lange-Schule in Oldenburg, einer Integrierten Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, praktiziert. Viele Schulen nehmen seit der Umsetzung der „Inklusiven Schule Schülerinnen und Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung in den Bereichen „Geistige Entwicklung, „Körperlich-motorische Entwicklung sowie „Emotionale Entwicklung auf.
Diese Schülerinnen und Schüler haben, neben der Unterstützung durch Förderschullehrkräfte und pädagogisches Fachpersonal in unterrichtsbegleitender Funktion, Anspruch auf eine Schulbegleitung. Oft können sie nur so erfolgreich in das allgemeine Schulystem eingebunden werden.
Zu den Aufgaben der Schulbegleitung zählen beispielsweise folgende Dinge:
  • pflegerische Grundversorgung;
  • Unterstützung zur Orientierung im Schulgebäude (räumlich, situativ);
  • Unterstützung bei der Arbeitsorganisation;
  • Unterstützung im Unterricht in alltäglichen Dingen;
  • Zusatzbegleitung beim Schulsport,insbesondere beim Schwimmen;
  • Unterstützung in den Pausen und bei schulischen Veranstaltungen, Ausflügen und Klassenfahrten;
  • Kommunikation mit Lehrkräften, Eltern, Betrieben;
  • Transfer von Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern, Hilfe bei der Orientierung im Verkehr.
Staatliche Förderung
Für die Schülerinnen und Schüler aus dem Bereich der oben genannten Förderschwerpunkte ergibt sich ein Anspruch über die Eingliederungshilfe nach dem § 53 des SGB XII. Diese Eingliederungshilfe ist eine Sozialleistung und soll Menschen mit einer Behinderung oder von einer Behinderung bedrohten Menschen helfen, die Folgen ihrer Behinderung zu mildern und sich in die Gesellschaft einzugliedern (vgl. § 53 SGB XII). Die Gruppe der Schülerinnen und Schüler mit dem Bedarf im sozial-emotionalen Bereich kann Unterstützung über das Jugendhilfegesetz § 35a erhalten.
Im Regelfall müssen die Erziehungsberechtigten diese Form der Unterstützung für ihre Kinder beantragen. Nicht alle Eltern jedoch werden hier von selbst aktiv. Für manche stellt die Formulierung des Antrages eine Hürde dar, andere lehnen eine Hilfe ab, weil sie ihr Kind nicht in eine (aus ihrer Sicht befürchtete) „Sonderrolle drängen wollen. Hier ist dann die jeweilige Schulleitung oder sind die zuständigen Lehrkräfte gefordert, die Eltern zu unterstützen bzw. Begleitungen anzufordern, damit die den Kindern zustehenden Ressourcen ausgeschöpft werden können.
Herausforderung für die Schule
Bei einer individuellen Zuweisung der Stunden zu einzelnen Schülerinnen und Schülern kann sich folgende Schwierigkeit ergeben: Einzelne Klassen sind mit sehr vielen Stunden versorgt, weil engagierten Eltern jeweils für ihr Kind eine hohe Zahl an Stunden zugebilligt wurde, in anderen Klassen, in denen ein großer Bedarf vorhanden ist, gibt es kaum Stunden, da dort die Eltern nicht entsprechend aktiv werden können oder wollen. Abhängig von einzelnen Unterrichtsfächern oder -themen, ist außerdem häufig eine mehr oder weniger starke Unterstützung der einzelnen Schülerinnen und Schüler vonnöten. Diese ist bei einer individuellen Zuweisung kaum möglich.
Die individuelle Zuweisung der Schulbegleitung erfordert zusätzlich ein hohes Maß an bürokratischem Aufwand, weil die Stunden jeweils dokumentiert werden müssen. Diese Zeit kann aktiv den Schülerinnen und Schülern zugute kommen, wenn die Stundenzuweisung nicht mehr 1:1 pro Schülerin oder Schüler erfolgt, sondern am Gesamtbedarf orientiert ist.
Eine Modelllösung
Als Lösung für die oben beschriebenen Probleme hat sich die Helene-Lange-Schule ein sogenanntes Budgetierungsmodell vorbereitet und durchgesetzt.
Es wurde eine Arbeitsgruppe installiert zwischen dem Schulträger, konkret dem Amt für Teilhabe und Soziales, der Schule und einem Anbieter für Schulbegleitungen, in diesem Falle einer eigens dafür...

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 12 / 2018

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