Udo Klinger

Unterricht digital

Udo Klinger

Das Potenzial der Möglichkeiten in den Fächern für die Schulentwicklung nutzen

Digitalisierung und Schule: Das Thema ist schon lange nicht mehr neu, aber es ist vielleicht so aktuell wie nie. Wo die Digitalisierung nicht gelingt, Ausstattung und Qualifikation unbefriedigend sind oder das Kollegium nicht „mitzieht, zeigen sich heute Schwächen und Fehlentwicklungen unseres Bildungswesens besonders deutlich.
Für das System Schule stellen sich dabei je nach Stand der Entwicklung andere Fragen. Eine ist jedoch für alle untrennbar mit dem Bildungs- und Erziehungsauftrag verbunden: Wie verändert Digitalisierung das Lernen? Oder genauer gefragt: Wie d.h. mit welchen pädagogischen, methodischen, didaktischen oder technischen Lösungen lässt sich Unterricht so optimieren, dass die Lernprozesse und -ergebnisse aller Schüler verbessert werden?
Damit und das ist nicht nur ein Schwerpunkt dieser Werkstatt, sondern des gesamten Heftes betreten wir den Bereich des konkreten Unterrichts, der Fächer und der Fachdidaktiken. Wir werden auf allgemein Gültiges ebenso stoßen wie auf domänenspezifische Lösungen, auf grundlegende Ausstattungen, Techniken und Methoden sowie auf herausfordernde, anspruchsvolle Entwicklungen an der vordersten Front der sich abzeichnenden Möglichkeiten.
Diese Werkstatt stellt exemplarisch eine Reihe von aktuellen Anregungen für den Fachunterricht auf unterschiedlichen Schulstufen vor. Aus der Fülle der aktuellen Möglichkeiten wurden dazu vier Schwerpunkte gesetzt:
Material 1, 2:
Entwicklung digitaler Kompetenzen und ein allgemeines Kompetenzmodell nach dem Kompetenzrahmen der KMK von 2018
Material 3 bis 5:
„Mehrwert digitaler Aufgaben und das SAMR-Modell
Material 6 – 8:
Gütekriterien für Apps und das Padagogy Wheel
Material 9 – 11:
Spielerischer Zugang zum digitalen Lernen: Gamification
Dabei geht es vor allem darum, der Leserschaft der „Lernenden Schule einen zwangsläufig unvollständigen und nur kursorischen Überblick des Machbaren zu geben, um zum einen den Schritt vom Allgemeinen zum Speziellen, von der Schulentwicklung zur Unterrichtsentwicklung, transparenter zu gestalten. Zum anderen macht es viel Sinn, den umgekehrten Weg zu gehen und die speziellen, in der Regel sehr konkreten Anwendungen aus den Fächern und Disziplinen für die jeweils Fachfremden nachvollziehbar und verstehbar zu machen. Im Idealfall treffen sich dann die fachspezifischen Ansätze in den gemeinsamen Konzepten zur digitalen Schulentwicklung der gesamten Schulgemeinschaft.
Die Anregungen in den Materialien bieten dazu für jeden Schwerpunkt zunächst eine kurze, allgemeine Einführung, die das Thema ausbreitet und als erste Grundlage dienen kann. Darauf folgen exemplarische Konkretisierungen aus ganz unterschiedlichen Fächern und Jahrgangsstufen. Sie haben den Anspruch, auch Fachfremden eine Vorstellung von konkretem Unterricht im jeweiligen Fach zu geben. In einem dritten Schritt sollte das Kollegium gemeinsam einzelne Werkzeuge, Apps, Methoden und Spiele ausprobieren und so eigene Erfahrungen auch in den fremden Domänen machen können. Es wäre sehr hilfreich für die Arbeit in den schulischen Gremien, wenn dafür die qualifizierten Fachkollegen und Fachkolleginnen jeweils die „Patenschaft übernehmen könnten.
Es bleibt zu wünschen, dass diese Werkstatt ein Stück weit dazu beiträgt, dass die schuleigenen Konzepte zur digitalen Bildung konkreter werden. Dabei sollten diese nicht zu viele Vorgaben machen oder die Entwicklungen in den Fächern einschränken, aber die Bedeutung von Unterrichtsentwicklung als zentrales Element der Schulentwicklung unterstreichen.
Udo Klinger war Lehrer und Stellvertretender Direktor im Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz, er ist Mitherausgeber von Lernende Schule.

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Fakten zum Artikel
aus: Lernende Schule Nr. 91 / 2020

Unterricht digital

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13