Christian Neff

Schülereigene digitale Endgeräte nutzen!

Christian Neff

Erfahrungen mit „Bring Your Own Device (BYOD)

An meiner Primarschule in Goldau, Schweiz, setzen wir seit Jahren auf die digitalen Werkzeuge, aus der Überzeugung heraus, dass wir die Aufgabe haben, Schülerinnen und Schüler auf das Leben nach der Schule vorzubereiten, und weil wir glauben, dass die mobilen Alleskönner weiterhin eine Rolle im Leben spielen werden.
In der Masterarbeit zum Schulleiter habe ich die Gründe für die Förderung digitaler Medien in der Schule beleuchtet und die Rolle der Schulleitung bei der Umsetzung von „bring your own device untersucht. Die Essenz daraus finden Sie hier.
Projektschule Goldau
Die Projektschule Goldau ist ein gemeinsames Projekt der Pädagogischen Hochschule Schwyz und den Gemeindeschulen Arth-Goldau. In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Medien und Schule werden innovative Lehr- und Lernszenarien mit digitalen Medien entwickelt und erprobt. An dieser Nahtstelle sollen wissenschaftliche Erkenntnisse in praktische Neugestaltungen überführt werden und umgekehrt Probleme der Praxis erkannt und zuhanden der Forschung formuliert werden. Die Projektschule ist auch ein Ort, an dem Studierende mit konkreten Fragen der Forschung und Entwicklung in Kontakt treten können.
2009bis 2011 wurde im europaweit einzigartigen „iPhone-Projekt der Einsatz von persönlichen Smartphones untersucht. Im Anschlussprojekt „Digitaler Alltag waren bereits drei Klassen mit dem Einsatz von digitalen Kleincomputern beschäftigt und aktuell beschäftigt sich die Projektschule mit „bring your own device (BYOD) im Projekt „Brings mIT!
Im Projekt „Brings mIT! dürfen die Kinder der 5. und 6. Klassen persönliche digitale Kleincomputer mitbringen und für schulische Zwecke nutzen. Für Kinder, die kein privates Gerät mitbringen (können), werden schuleigene Geräte zur Verfügung gestellt. Damit nutzen wir bereits verfügbare Ressourcen. Mit diesem Projekt haben Schülerinnen und Schüler jederzeit und überall ein persönliches Gerät zur Verfügung, mit dem sie lesen, schreiben, rechnen, zeichnen, fotografieren, Musik und Töne hören und aufzeichnen, sowie bei verfügbarem Funknetz in der Schule und zuhause im Internet surfen und kommunizieren, aber auch spielen können. Die Kinder sollen das Gerät innerhalb und außerhalb der Schule als Teil ihrer persönlichen Lern-, Arbeits- und Freizeitumgebung nutzen lernen und damit emanzipiert und kritisch mit der ab jetzt immer verfügbaren Informations- und Kommunikationstechnologie umgehen lernen.
Das Projekt „Brings mIT! schafft keine komplett neue, utopisch anmutende Situation, sondern nimmt die gesellschaftliche Entwicklung auf, untersucht ihr didaktisches Potenzial und liefert dringend notwendige Erfahrungen zu BYOD an Schweizer Primarschulen. Bisher wird diese Entwicklung von Schulen wenig genutzt oder medienpädagogisch begleitet. Oft werden die Geräte in der Schule einfach verboten. Damit ignoriert die Schule einerseits die didaktischen Potenziale, die sich ergeben, wenn alle Kinder täglich einen Fotoapparat, ein Sprachlabor, ein mehrbändiges Lexikon, eine Weltkarte, ein Diktiergerät und vieles mehr in der Hosentasche haben. Andererseits verpasst die Schule aber auch die Möglichkeit, Fragen von Sucht und Missbrauch zu thematisieren und eine sinnvolle, kritisch-emanzipierte Nutzung aufzuzeigen und einzuüben.
Leitmedienwechsel
Beat Döbeli Honegger, Professor an der Hochschule Schwyz und wissenschagtlicher Begleiter der Projektschule Goldau beschreibt den Leitmedienwechsel und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft und vor allem auf die Schule. Neue Kommunikationsmöglichkeiten haben s.E. zu neuen Gesellschaftsformen geführt. Kann man die Sprache als Auslöser für Stammesgesellschaften sehen und die Schrift als Impuls für antike Hochkulturen sowie den Buchdruck als Anfang für die moderne Gesellschaft.
So wird der Computer, die Digitalisierung nun zum Auslöser einer neuen Gesellschaftsform. Die Potenziale dieser...

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 7 / 2017

Öffentlichkeitsarbeit – Trommeln in eigener Sache

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