Michael Weißer

Medienentwicklungsplan

Michael Weißer

Ein wichtiger Baustein der Schulentwicklung

Der DigitalPakt Schule mischt die Schullandschaft mächtig auf. Dank unserer föderalen Struktur wird es nicht nur ein großes Fragezeichen geben, wie dieser Plan nun umgesetzt werden soll, sondern 16.
Etwa 35.000 Schulleitungen stehen vor der verbindlichen Aufgabe, zeitnah einen Medienentwicklungsplan zu erstellen. Es wird nicht ausreichen, beispielsweise „den Kollegen Meier aus der Informatik mit dieser Aufgabe zu betrauen, ein paar interaktive Whiteboards und Dokumentenkameras zu kaufen. Vielmehr müssen Schulen ein Konzept vorlegen, nach welchen pädagogischen Kriterien sie digitale Lernwerkzeuge im Unterricht einsetzen, wie sie ihre Lehrkräfte dafür weiterbilden und wie sie Wartung und Support in Zukunft einrichten und organisieren wollen.
Doch gerade weil die ganze Schule gefordert ist, eine Bestandsaufnahme zu machen und die Zukunft zu planen, wird der Medienentwicklungsplan die Schulentwicklung erheblich vorantreiben.
Worum geht es dabei konkret? Es fließen fünf Milliarden Euro vom Bund zur Förderung der digitalen Struktur in die Bundesländer, rein rechnerisch also 500 Euro pro Schüler. Realistisch ist das natürlich nicht. Denn, nun kommt der Wermutstropfen, ein Großteil wird in die Infrastruktur investiert. Was helfen die schönsten digitalen Endgeräte, wenn das Internet ständig zusammenbricht? Da werden noch viele Gräben ausgehoben werden müssen, um die schnellen Glasfaseranschlüsse vor die Schultore zu bekommen. Das wird weitgehend unbemerkt umgesetzt werden. Aber auch in den Schulen werden die Handwerker anrücken müssen. Es gilt, mehrere Kilometer an Leitungen zu legen und Netzwerkanschlüsse in alle Unterrichtsräume zu bekommen. Manche Schule wird vielleicht bauliche Altlasten entdecken. Das kann für zusätzliche Kosten sorgen. Wer jetzt mitgerechnet hat, wird feststellen, dass an vielen Standorten nicht mehr viel vom großen Kuchen übrig bleibt. Auf der anderen Seite sollen die Schulen in großem Stil profitieren, daher wird jede Schule damit rechnen können, einen nicht unerheblichen Betrag für die Ausstattung zu erhalten.
Ausstattung ist nicht alles
Eine digitale Ausstattung allein garantiert keinen besseren Unterricht. Man kennt die Bilder: nicht genutzte Computer, weil kein Internet verfügbar ist, interaktive Whiteboards, vor denen Overheadprojektoren stehen und die nur als Projektionsfläche benutzt wurden sicherlich Ausnahmen, aber symptomatisch für Schulen, die kein professionelles Wartungskonzept und nicht für eine Sensibilisierung und Schulung der Lehrkräfte gesorgt haben. Allerdings zeigen Studien auch: Wenn digitale Lerntechnologien der Pädagogik folgen und richtig eingesetzt werden, verbessern sie Lernerfolge der Schülerinnen und Schüler.
Die Evaluation vergangener Projekte zeigt, dass viele Bedingungen erfüllt sein müssen für die Umsetzung eines solchen Großprojekts. Andernfalls bestärkt man die Kritiker der Digitalen Bildung, die der Meinung sind, dass das Geld besser für die Instandhaltung der Gebäude genutzt würde. Sie argumentieren, dass die Kinder ohnehin den ganzen Tag am Smartphone hängen, da könne Schule doch durchaus zur digitalen Abstinenz beitragen. Doch das wird niemanden auf den beruflichen Alltag vorbereiten. Und umfassende Medienkompetenz lässt sich heutzutage nicht mehr mit einem Päckchen Kreide und einer Schiefertafel vermitteln.
Hier setzt der Medienentwicklungsplan an: Er soll Fehlinvestitionen verhindern, den Unterricht bereichern und entscheidend dazu beitragen, dass alle Schülerinnen und Schüler die Schulen mit einer hohen Medienkompetenz verlassen. Das führt uns automatisch zum Schulprofil und Leitbild der Schule, in dem die Ziele festgelegt sind. Die Fach-, Methoden- und Mediencurricula werden hier entscheidende Akzente setzen.
Konzepte müssen am Anfang stehen
Erst, wenn man geplant hat, wohin die Reise gehen soll, kann man sich um die Ausrüstung kümmern. Die Anschaffung von Skiern ist...

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 17 / 2019

Digitalisierung – Nicht nur irgendwas mit Medien

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13