Heike Helene Brauer

Konferenz auf Distanz

Heike Helene Brauer

Per Videomeeting die Schule entscheidungsfähig halten

Kleine Gruppen, Abstand halten, lüften es ist nicht einfach, in Corona-Zeiten Konferenzen durchzuführen. Doch ihnen kommt eine Weichenstellung zu, sie sind notwendig, um die Schulgemeinschaft zu beteiligen, die Unterstützung des Kollegiums zu erhalten oder um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, um Entscheidungen treffen zu können. Trotz sozialer Distanz kann daher keine Schule auf Konferenzen verzichten, sodass es gilt, einen guten Weg zu finden, mit den veränderten Bedingungen umzugehen: Videokonferenzen können dazu beitragen, besonders bei Zusammenkünften mit großer Personenzahl und externen Beteiligten.
Sie durchzuführen setzt lediglich einige technische und organisatorische Vorüberlegungen voraus (zum Datenschutz s. Kasten 1). Dabei ist der eine oder andere der folgenden Hinweise einer versierten Schulleitung längst bekannt und dennoch kann eine Erinnerung an diese vermeintlichen Selbstverständlichkeiten dazu führen, dass auch routinierte Konferenzleitungen den einen oder anderen Punkt noch einmal in den Blick nehmen und überprüfen, inwieweit sie ihr eigenes Handeln darauf ausrichten wollen.
Datenschutz und Videokonferenzsysteme
Datenschutz und Videokonferenzsysteme
Bei der Nutzung von Videokonferenz-Plattformen ist die Verarbeitung von personenbezogenen Daten erforderlich, insbesondere von Bild- und Audiodaten, aber auch von sensiblen Daten aus Chats, hochgeladenen Dokumenten, Abstimmungen usw. Klären Sie daher vorab, ob die genutzte Plattform die datenschutzrechtlichen Voraussetzungen des Schulgesetzes, des Landesdatenschutzgesetzes und der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) erfüllt. Wichtige Fragen sind z.B. der Standort des Servers, der idealerweise in Deutschland sein sollte, und ob der Anbieter einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AVV) oder ein vergleichbares Rechtsinstrument nach Art. 28 der DS-GVO abgeschlossen hat. So wird sichergestellt, dass die personenbezogenen Daten rechtskonform verarbeitet werden. Beachten Sie auch, dass bestimmte Funktionen von Videokonferenzsystemen, wie Aufzeichnung der Konferenz oder die Überwachung der Aufmerksamkeit der Teilnehmenden, datenschutzrechtlich sehr bedenklich sind. Versuchen Sie, einen Anbieter aus der EU oder Deutschland zu wählen, der einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung anbietet. Dabei kann ein System, das in den Schulserver oder einem Lernmanagementsystem integriert ist, eine gute Wahl sein, da hier Datenschutzfragen bereits im Vorfeld geklärt wurden. Auch der Schulträger könnte eine Lösung wie Jitsi oder BigBlueButton bereitstellen. Jitsi ist eine Open-Source-Software für Videokonferenzen, ohne Login per Audio und Video zu kommunizieren. Es werden keine Daten gespeichert und verarbeitet. Auch BigBlueButton (BBB) ist eine freie Software, es wurde speziell als Videokonferenzsystem für die Anwendungen im E-Learning entwickelt. In Deutschland wird es von den Bildungsministerien mehrerer Bundesländer auf eigenen Servern gehostet und für ihre Schulen genutzt, insbesondere auch wegen der einfachen Integration in Lernplattformen wie Moodle. BBB kann auf eigenen Servern betrieben werden, sodass die Einhaltung des Datenschutzes nachprüfbar möglich ist. Die Datenübertragung erfolgt verschlüsselt.
Was zur Technik zu beachten ist
vor einer Konferenz
Nicht immer läuft die Technik reibungslos. Direkt vor der Konferenz kann es hilfreich sein, wenn sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits 15 Minuten vorher im Konferenzraum einloggen müssen, so werden technische Probleme rechtzeitig deutlich. Und es entlastet die Lehrkräfte, vorab ein Zeitfenster zu haben, in dem etwas ausgetestet werden kann. Hilfreich ist es auch, beispielsweise bei Einführung eines neuen Videokonferenzsystems, in der Woche vorher einen begleiteten Übungsraum anzubieten, in dem sich die Kolleginnen und Kollegen einloggen und ausprobieren können.
während der Konferenz
Eines...

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Fakten zum Artikel
aus: Schule leiten Nr. 22 / 2020

KULTUR.MACHT.SCHULE – Organisationskultur

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