Nikola Poitzmann, Martina Sobel

Die digitale Steinzeit ist vorbei

Gerade beim Distanzunterricht via Livestream ist es wichtig, auf Verständlichkeit, Abwechlung und Aktivierung der Lernenden zu achten.
Gerade beim Distanzunterricht via Livestream ist es wichtig, auf Verständlichkeit, Abwechlung und Aktivierung der Lernenden zu achten., © picture alliance/dpa/dpa Zentralbild/Britta Pedersen

Nikola Poitzmann, Martina Sobel

Ein kurzer Überblick über Unterrichtsmöglichkeiten online

Unterrichten in Zeiten von Covid-19 ist vieles: digital, virtuell, hybrid und sowohl technisch als auch organisatorisch herausfordernd; die Liste ließe sich beliebig erweitern ... nur eines ist Unterrichten in Zeiten von Covid-19 sicherlich nicht: einfach. Lesen Sie hier, wie Sie Ihr virtuelles Klassenzimmer sinnvoll und effizient organisieren können.

Voraussichtlich wird uns hybrider Unterricht noch länger begleiten, d.h. eine Kombination aus (medial gestütztem) Distanzlernen und Präsenzphasen. Dazu werden, je nach technischer Verfügbarkeit und Kompetenz, verschiedene Kanäle und Formate genutzt: Oftmals werden Aufgaben (traditionell aufbereitet) per E-Mail an die Schülerinnen und Schüler verschickt, mancherorts finden Videokonferenzen statt und nicht wenige Lehrkräfte nutzen digitale Plattformen wie Moodle, Lanis oder OLAT. Neben den technischen Überlegungen darf ein sinnvolles methodisch-didaktisches Konzept nicht zu kurz kommen. Hierzu definieren Fachleute im Autrag des Schulministeriums NRW (Krommer et al. 2020) in ihrem Impulspapier sechs Leitthesen, die wie folgt zusammengefasst werden können: Beim Distanzlernen geht es um empathische, kommunikativ angelegte Beziehungsarbeit, die statt eines digitalen Feuerwerks eine pädagogisch sinnvolle Balance zwischen einem asynchronen offenen Procedere und kontrollierten, lehrergelenkten Strukturen verlangt.
Welche Vor- und Nachteile bieten nun die genannten digitalen Kanäle für die erfolgreiche Ausführung dieser Beziehungsarbeit? Welche effizienten und effektiven Strategien kann die Lehrkraft verfolgen, um die angesprochene Balance zu etablieren oder zu wahren? Auf diese Fragen versuchen wir hier zu antworten.
Aufgaben via E-Mail
E-Mail-Aufgaben bieten den Vorteil, dass ich als Lehrkraft jeden einzelnen Schüler bzw. jede einzelne Schülerin erreichen kann und umgekehrt mich die Lernenden ebenso persönlich kontaktieren können. Jedoch kann diese 1:1-Interaktion auch zeitraubend werden, zumal wenn Lernende mit den bereitgestellten Aufgaben und Materialien allein arbeiten. So können bei Unklarheiten plötzlich (zeitversetzt, weil sich ja evtl. jede/-r Lernende zu einem anderen Zeitpunkt mit den Aufgaben beschäftigt) 20 E-Mails mit der gleichen Frage auftauchen, die die Lehrkraft auch alle beantworten muss. Sollen Unklarheiten beseitigt oder weiteres Material eingegeben werden, muss die Lehrkraft erneut eine Mail an alle versenden, was eine neue „Maillawine lostreten kann.
Unterricht im virtuellen Klassenzimmer
Videokonferenzen bzw. virtuelle Klassenräume erlauben „persönliche und direkte Interaktion mit den Lernenden und eignen sich deshalb für Unterrichtsgespräche im virtuellen Raum. Hierbei ist man abhängig von der Technik, die in just diesem Moment funktionieren muss bei allen Beteiligten und meist auch von den Möglichkeiten der Plattform, die das jeweilige Bundesland präferiert bzw. die jeweilige Schule zur Verfügung stellt. Wer sichergestellt hat, dass wirklich alle Mitglieder der eigenen Lerngruppe mit den ihnen zur Verfügung stehenden technischen Mitteln an einer Videokonferenz teilnehmen können, sollte sich Gedanken darüber machen, wie sich der Online-Live-Unterricht produktiv, anregend und motivierend gestalten lässt.
Um langatmige und überfrachtete Webvorträge zu verhindern, bei denen die Schülerinnen und Schüler abschalten, müssen Interaktionen im virtuellen Klassenraum anders als im traditionellen Unterricht gestaltet werden. Zu bedenken ist dabei, dass sich nicht alle Gesprächsteilnehmenden gleichzeitig sehen können (und manche vielleicht nicht über Kamera und Mikrofon verfügen und somit nur per Chat partizipieren können).
Im virtuellen Raum fehlt die Körpersprache als Ausdrucksmittel fast völlig. Und trotzdem sollten Lehrende auch im Online-Unterricht mit Mimik und Gestik bewusst arbeiten, weil dadurch die Stimme unterstützt wird. Wer...

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Fakten zum Artikel
aus: Lernende Schule Nr. 91 / 2020

Unterricht digital

Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13