Judenfeindschaft – Was hab' ich damit zu tun?

Judenfeindschaft – Was hab' ich damit zu tun?

Religion 5-10 | Ausgabe Nr. 38/2020

Judenfeindschaft hat in Deutschland eine lange Tradition, die ihre schlimmsten Auswüchse unter dem Hitlerregime gezeigt hat. Doch ist vielen Jugendlichen nicht bewusst, dass Antisemitismus auch ein aktuelles Problem ist. Dazu gehören nicht nur die breite Öffentlichkeit schockierende Taten, wie der Anschlag auf die Synagoge in Halle 2019, sondern auch der latente Alltagsantisemitismus, der seine Wurzeln u. a. in der Unkenntnis von jüdischen Traditionen und Lebenswelten hat.

Inhaltsverzeichnis
Foto: © Gerhard Naber
Stolpersteine in Nordhorn, Hauptstr. 49
Ein lokalgeschichtliches Projekt zur Erkundung der Lebenswelt jüdischer Kinder in der NS-Zeit Was erzählen Stolpersteine?
Friedrich+ Kennzeichnung Projekt Schuljahr 5-6

Das Projekt wurde im Rahmen einer Kinderakademie für neun- bis zwölfjährige Schülerinnen und Schüler im Kloster Frenswegen in Nordhorn durchgeführt. Ziel des Projekts war es, Kinder in die nationalsozialistische Geschichte der Judenverfolgung anhand lokalgeschichtlicher Spuren jüdischen Lebens einzuführen. Dabei wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als "Lokalforscher" angesprochen. Das Projekt wird hier für den Unterricht exemplarisch adaptiert.

Foto: © Jo Schultz
Das Brautportal von St. Marien in Osnabrück
Ekklesia und Synagoge an der Osnabrücker Kirche St. Martin Merkwürdige Gestalten - eine Entdeckungsreise ins Mittelalter
Friedrich+ Kennzeichnung Projekt Schuljahr 7-8

Die Schülerinnen und Schüler unternehmen eine virtuelle Reise zur Kirche St. Marien in Osnabrück. Am so genannten Brautportal begegnen ihnen merkwürdige Statuen –die zehn Jungfrauen aus Mt 25, 1-13, ergänzt um Ecclesia und Synagoga, aber auch das Relief eines Schweins und eines Drachen. Was hat das nur zu bedeuten? Und was haben die Menschen empfunden, die jeden Tag, zumindest jeden Sonntag, durch dieses Portal hindurchgegangen sind? Durch die Unterrichtsreihe entdecken die Schülerinnen und Schüler, wie die Kirche im Mittelalter sich selbst gesehen und ihr Verhältnis zu den Juden bestimmt hat.

Foto: © 2011 SiMa Film
Cover der DVD
Antisemitismus im Film Kaddisch für einen Freund
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (2-10 Std.) Schuljahr 7-8

Der Film Kaddisch für einen Freund (2012, 90 min) ist ein von Leo Khasin fast schon pädagogisch inszeniertes Plädoyer für Völkerverständigung und das gelungene Miteinander zwischen Alt und Jung. Vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts werden die Filmthemen wie Antisemitismus, Hass, Vandalismus, Jugendkriminalität, Migration und Integration, aber auch Freundschaft und Vertrauen unterrichtlich aufgearbeitet.

© imago images / epd
Warum für Christen Judenfeindschaft, Judenhass und Judenverachtung ein No-Go ist "Du Jude!"
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (2-10 Std.) Schuljahr 7-8

In dieser Reihe geht es um den alltäglichen Antisemitismus in der Schule. Ausgehend von der inzwischen weit verbreiteten Beleidigung "Du Jude!" werden insbesondere Erfahrungen jüdischer Schülerinnen und Schüler reflektiert. Dabei sollen sich die Jugendlichen in die Situation der Betroffenen versetzen und Handlungsmöglichkeiten für sich selbst entwickeln. Die Reihe soll deutlich machen, warum Christen auch aus theologischen Gründen an der Seite von Juden stehen.

©epd-bild / SaschaxWillms
Auf der Suche nach dem Vorgehen in einer neuen Jugendbibelausgabe Was tun mit Antijudaismus in der Bibel?
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (2-10 Std.) Schuljahr 9-10

Mithilfe der Anforderungssituation "Erstellung einer neuen Bibelausgabe" werden im Rollenspiel (zwei Exegeten, Redakteur der Deutschen Bibelgesellschaft, Jugendliche/r) Möglichkeiten einer verantwortbaren Deutung antijudaistischer Bibelstellen eingeübt und Übersetzungs- und Erklärungsstrategien vorgeführt, die deren (historische) Kontextualisierung unterstützen. Dabei werden auch Möglichkeiten erarbeitet, Informationen zu gewichten, die in Bezug auf alle Texte, insbesondere Pressetexte, hilfreich für die Analyse sind (Hervorhebung durch Überschriften, Absätze, Satzbau, Schriftart u.a.).

Bild: gemeinfrei
Wittenberger Einzelblattdruck der „Judensau“ 1596
Wie eine Kirchengemeinde mit mittelalterlichem Antisemitismus heute umgeht Skandal in Wittenberg!?
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (2-10 Std.) Schuljahr 9-10

Die Schülerinnen und Schüler werden in dieser Unterrichtsreihe mit einer realen Situation konfrontiert: Das Relief einer „Judensau“ an der Wittenberger Stadtkirche hat eine heftige Kontroverse ausgelöst. Auf der einen Seite steht die Forderung, das Relief zu entfernen, auf der an deren, es als Mahnung hängen zu lassen – dazwischen gibt es eine Reihe vermittelnder Vorschläge. Die Lerngruppe entwickelt im Laufe der Reihe eigene begründete Positionen. Schließlich gestalten die Schülerinnen und Schüler ein eigenes Mahnmal.