Literatur

Stefan Altmeyer u.a. (Hrsg.)
Menschenrechte und Religionsunterricht.
Jahrbuch der Religionspädagogik (JRP) Band 33 (2017)
Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2017, 234 Seiten,
ISBN 978-3-7887-3222-6, € 35,00
Der Band 33 des JRP bietet eine Fülle von unterschiedlichen Aspekten zum Thema. Der erste Teil des Buches (15 – 98) befasst sich mit dem Thema „Menschenrechte in der Diskussion. Herausgreifen möchte ich die Grundlegung von Dietmar von der Pfordten zur Begründung der Menschenrechte. Er gibt einen allgemeinen Einblick in die „späte, schwer erkämpfte Errungenschaft der Menschenrechte, aber auch in die „geistigen Hintergründe bis hin zu den Menschenpflichten, die er als logische Konsequenz voraussetzt. Der Beitrag von Elisabeth Gräb-Schmidt handelt vom Verhältnis des Christentums zu den Menschenrechten, die, obwohl lange von den Kirchen bekämpft, doch eigentlich in ihrem Gehalt dem Christentum nicht widersprechen. Aber auch der Blick in den Islam (Zekirija Sejdini) und der besondere Blick von Heiner Bielefeldt auf die Verletzungen der Religionsfreiheit sind sehr hilfreich. Interessant fand ich auch die Pädagogischen Zugänge (99 –144) von Annette Scheunpflug und Manfred L. Pirner zur Menschenrechtsbildung und die grundsätzlichen Verhältnisbestimmungen von Friedrich Schweitzer. Am meisten haben mich als Praktiker jedoch die didaktischen Konkretionen (145 – 234) überzeugt: Frauenrechte (Andrea Lehner-Hartmann), Kinderrechte (Helga Kohler-Spiegel), Menschenrechte gegen Hate Speech (Ilona Nord), Würde und Recht des Menschen (Peter Müller), Asyl (Gerhard Kruip), Rassismus (Thomas Schlag) und Todesstrafe (Bernd Schröder) hier wurde es konkreter (wenn auch oft noch nicht unterrichtspraktisch) und in diesen Abschnitten war mir deutlich, in wie vielen Kontexten die Menschenrechte eine zentrale Rolle spielen.
Andreas Reinert
Aleida Assmann
Menschenrechte und Menschenpflichten.
Schlüsselbegriffe für eine humane Gesellschaft
Picus Verlag, 2. Auflage Wien 2018, 190 Seiten,
ISBN 978-3-7117-2072-6, € 22,00.
Die Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2018 hat mit diesem Buch eine sehr feine Sache vorgelegt. Der erste Teil, der eine Art ausführliche Einleitung zu den Menschenrechten und Menschenpflichten umfasst (15 –102), nimmt den Leser mit in eine gut aufbereitete Genese und Geschichte der beiden Begriffe. Der aktuelle Ansatzpunkt gilt der Migration und der in der EU dadurch ausgelösten Krise, gefolgt von einer oft überraschenden Zusammenstellung grundlegender Maximen gelingenden menschlichen Zusammenlebens, die von der ägyptischen Lehre des Cha-Scheschonqi (der Einfluss Ihres Mannes, des Ägyptologen Jan Assmann ist unverkennbar), über die Sieben Werke der Barmherzigkeit bis zu einer Kantate von Bach führen (17 – 63) sehr reizvoll. In einem relativ kurzen Abriss werden dann die Entstehung und der Zusammenhang von Menschenrechten und Menschenpflichten gezeigt (64 –102). Der eigentliche Wert des Buches lag für mich aber im zweiten Teil (103 –178), der an drei Beispielen von Sekundärtugenden eine Konkretisierung vornimmt: Assmann gibt hier der Höflichkeit (103 –129), der Anerkennung und dem Respekt (130 –158) sowie der Empathie und Ähnlichkeit (159 –178) großen Raum man spürt in jeder Zeile: Menschenrechte und Menschenpflichten müssen für Assmann konkret werden, spürbar werden gegenüber manchen Devianzbewegungen unserer Zeit. In diesem Zusammenhang an altbewährte Sekundärtugenden zu erinnern ist nur konsequent. Ziel des ganzen Buches scheint mir zu sein, Rahmenbedingungen einer kulturellen Koexistenz zu beschreiben, von denen wir für unser Leben viel lernen könn(t)en. 
Andreas Reinert
Claudia Rothenberger
Verantwortlich miteinander umgehen.
14 Unterrichtsbausteine für die Klassen 5 und 6
Calwer Verlag, calwer materialien, 1. Auflage Stuttgart 2018,
95 Seiten, ISBN 978-3-7668-4479-8, € 17,95
Will man die Themen „Menschenwürde Menschenrechte ...

Friedrich+ Religion

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Fakten zum Artikel
aus: Entwurf Nr. 1 / 2019

Menschsein verpflichtet

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