Kurt Konstandin

Wie das Christentum zu uns kam

Szenen aus dem Leben des Bonifatius: Heidentaufe (oben) und Märtyrertod (unten) in: Fuldaer Sakramentar (Anfang 11. Jh.)
Szenen aus dem Leben des Bonifatius: Heidentaufe (oben) und Märtyrertod (unten) in: Fuldaer Sakramentar (Anfang 11. Jh.), © Staatsbibliothek Bamberg, Msc.Lit.1, fol. 126v Foto: Gerald Raab

Kurt Konstandin

Biografische Erzählung: Bonifatius ein tragischer Held

Für die Christianisierung im Mittelalter wurde exemplarisch eine Biografie ausgewählt, die ausführlicher erzählt wird das Leben des britannischen Mönchs Wynfreth-Bonifatius. In seiner Biografie spiegeln sich drei Ebenen der „Christianisierung: Erstens der persönliche Glaube und die Ausrichtung des eigenen Lebens an christlicher Ethik, zweitens die Christianisierung als kulturelle Neuorientierung und drittens die Christianisierung als Verflechtung von Religion und Politik. Bei Bonifatius spielen alle drei Ebenen ineinander. Der persönliche Glaube als Mönch, das Abkämpfen mit der mangelhaften kulturellen Umsetzung bei der Ausbreitung des christlichen Glaubens und der Wille, die herrschenden Franken an die römische Kirche und den Papst zu binden.

Theologische Entscheidungen und Ausgangslage
Die Ausbreitung des Christentums im spätrömischen Reich bis zur Konstantinischen Wende lässt sich als Erfolgsgeschichte erzählen. Aber wie das Christentum zu uns nach Deutschland kam, ist eine komplizierte Geschichte, der kein Automatismus zugrunde liegt. Was macht die Geschichte so schwierig?
  • Die Christen im römischen Reich „missionierten nicht, weder innerhalb des römischen Reiches, noch bei den Heiden außerhalb.
  • Die benachbarten Völker, die Germanen, erlebten die Menschen im römischen Reich als politische Gegner, deren kulturelle Anmaßung auf Ablehnung stieß. Dazu gehört auch die christliche Religion.
  • Die zarten Pflänzchen christlichen Lebens im spätrömischen Reich, waren durch die Völkerwanderung stark gefährdet.
  • Die Christianisierung der germanischen Völker, vor allem der Franken, war zunächst eine Christianisierung „von oben. Mit König Chlodwig ließen sich 5000 Getreue taufen.
  • Die von den Franken ausgehende Christianisierung anderer Völker ging einher mit politischen Ansprüchen und wurde deshalb abgelehnt.
  • Neben der Christianisierung „von oben gab es eine Bewegung „von unten durch irische und britische Mönche, die ein asketisches Christentum lebten und sich oft im Widerspruch zu den „christlichen Herrschern sahen.
Didaktische Grundentscheidung: Was und mit welchem Ziel erzählen wir?
Was und mit welchem Ziel erzählen wir? Ein Erzählbogen zur Ausbreitung des Christentums etwa von Jerusalem bis Wittenberg erscheint im zur Verfügung stehenden Rahmen wenig sinnvoll. Die Ausbreitung des Christentums in der Zeitepoche bis Kaiser Konstantin ist gut erschlossen. Mit Kaiser Karl I. beginnt eine Epoche, in der die weltliche Macht und die päpstliche Macht sich ergänzen, aber auch intensiv miteinander ringen diese Zeit wird im Geschichtsunterricht in Klasse 7 ausführlich erschlossen. Aber was liegt dazwischen? Das hin und her wogende Geschehen in einem zusammenhängenden Erzählbogen zu erschließen, war für mich spannend.
Auf drei Fragen antworten der Erzählbogen „Wie das Christentum zu uns kam und die biografische Erzählung „Bonifatius  – ein tragischer Held:
  • Warum dauerte es so lange mit der Ausbreitung des Christentums in Germanien? (immerhin war es im spätrömischen Reich schon am Rhein angekommen)?
  • Welche Rolle spielte die Gewalt bei der Ausbreitung des Christentums? (leider viele Belege!).
  • Was war das überhaupt, ein guter „Christ?
Man könnte die ganze Geschichte anhand einzelner Biografien erzählen. Helena, die Mutter Konstantins, die aus Kleinasien nach Trier kam und eine erstaunliche Biografie hat. Chlodwig, der fränkische Heerführer, der seinen militärischen Erfolg dem christlichen Gott zuschrieb und sich taufen ließ. Columban, der irische Mönch, der bewusst den Konflikt mit dem merowingischen Königshaus nicht scheute oder Wynfreth-Bonifatius, der die Verbindung zwischen fränkischem Königshaus und dem Papsttum suchte und den Glauben an die germanischen Götter diskreditierte.
Gewählt wurde ein doppeltes Vorgehen: Ein Erzählbogen, sehr wohl an den Biografien ausgerichtet, beschreibt die...

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Fakten zum Artikel
aus: Entwurf Nr. 3 / 2017

Bibel erzählen

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 10-13