Uta Martina Hauf | Kathrin Lutz

„Weiß wie Schnee, rot wie Blut und grün wie …?“

Für den Pfingstgottesdienst geschmückter Altar in einer evanglischen Kirche
Für den Pfingstgottesdienst geschmückter Altar in einer evanglischen Kirche, Foto: © imago/epd

Uta Martina Hauf | Kathrin Lutz

Farben im Alltag und im Kirchenjahr

Thematischer Schwerpunkt
In dieser Unterrichtseinheit geht es um das Bewusstmachen und um die Auseinandersetzung mit den Farben und ihrer Symbolik sowohl auf alltäglicher Ebene als auch im Gottesdienst und in der christlichen Kunst. Ziel ist, den Schülerinnen und Schülern aufzuzeigen, dass die liturgische Farbgebung ein verbindendes Element beider Konfessionen darstellt. Denn die Bedeutung der fünf liturgischen Farben (weiß, schwarz, rot, grün und violett) ist in beiden Konfessionen gänzlich gleich. Konfessionelle Differenzen liegen lediglich in der Gestaltung kirchlichen Lebens. Beispielsweise unterscheiden sich die Farben der Amtstracht von Priester und Pfarrer. Auch variieren Farben einzelner Feiertage wie beispielsweise an Karfreitag (die evangelische Kirche legt schwarze Paramente an, der Priester trägt rote Kleidung).
Um die Gemeinsamkeiten der liturgischen Farbgebung zu lernen, ergeben sich drei Unterrichtsschritte. Der erste Unterrichtsschritt setzt bei der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler an, indem mithilfe von verschiedenen Gegenständen Farben mit Gefühlen assoziiert und anschließend gedeutet werden.
Im zweiten Unterrichtsschritt wird ausgehend von den Assoziationen und Deutungen aus dem ersten Unterrichtsschritt die christliche Farbsymbolik in den Blick genommen.
Schließlich werden in einem kreativen dritten Unterrichtsschritt die Schülerinnen und Schüler selbst zu „Künstlern. Falls die Unterrichtseinheit direkt im Anschluss an das Thema „Konfessionen oder „Feste unterrichtet wird, kann die intensive Auseinandersetzung mit christlicher Farbsymbolik in eine Kirchenkunstführung münden, die von den Schülerinnen und Schülern gestaltet wird.
Lernsituation
„Kleider machen Leute das steht für die meisten Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 5/6 fest. Die tägliche Frage „Was zieh ich in die Schule an? und die damit verbundene Farbwahl ihrer Kleidung zeigt, inwiefern Farben nicht nur Ausdruck der eigenen Persönlichkeit sind, z.B. durch das Tragen der Lieblingsfarbe, sondern auch das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe vermitteln können. Dass Farben eine übergeordnete Rolle im Leben von Kindern und Jugendlichen spielen, steht daher außer Frage.
Darüber hinaus ist den Schülerinnen und Schülern aus ihrem eigenen Leben vertraut, dass Spieler einer Fußballmannschaft oder einer anderen Sportgruppe, Ministranten, Besucher einer Beerdigung oder Schüler mit Schul-T-Shirts ähnliche oder sogar die gleiche Kleidung tragen und damit eine Gruppenzugehörigkeit offen bekennen. Neu hinzu kommt nun die farbliche Auswertung von liturgischen Farben im Gottesdienst, z.B. anhand von liturgischer Kleidung der Ministranten oder Pfarrer.
Kirchenbesuche und das bewusste Wahrnehmen des Kirchenraumes kennen viele Schülerinnen und Schüler aus ihrem familiären Umfeld nicht mehr. Möglicherweise ist ihnen noch die Besichtigung einer Kirche aus dem letzten Urlaub in Erinnerung. Die kreative Anwendung des Gelernten setzt genau an dieser Stelle an und zeigt den Schülerinnen und Schülern, was es Beeindruckendes an christlichen Darstellungen in vielen Kirchen vor Ort zu entdecken gibt.
Lernimpuls
Für die Schülerinnen und Schüler liegt der Schwerpunkt auf dem Erkennen und Deuten der Farbsymbolik. Im Lernprozess erhalten die Schülerinnen und Schüler Antworten auf Fragen wie:
  • Welche Gefühle verbinde ich beispielsweise mit der Farbe Rot?
  • Warum tragen Ministranten weiße Kutten und einen farbigen Rock?
  • Warum trägt Maria immer blau?
Der sukzessiven Erarbeitung der Bedeutung liturgischer Farben im ersten Unterrichtsschritt geht als Einstiegstext der Anfang des bekannten Märchens „Schneewittchen voraus. Er eignet sich insbesondere, da in der Formulierung „weiß wie Schnee, rot wie Blut usw. der bildhafte Vergleich bereits formuliert ist und vorweggenommen wird für die Erarbeitung der symbolischen Bedeutung...

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Fakten zum Artikel
aus: Religion 5-10 Nr. 32 / 2018

Ökumene – wie verschieden sind wir?

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (2-10 Std.) Schuljahr 5-6