Martin-Christian Mautner

„… und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …“

Martin-Christian Mautner

Einschulungsgottesdienst für die GS (liturgisch-kasual)

In Zusammenhang mit dem in dieser Ausgabe des entwurf dargelegten grundsätzlichen Erwägungen (s.o. S. 12 –15), was denn ein Gottesdienst sei, wozu er diene und was unabdingbar dazu gehöre, soll hier der Versuch einer Konkretion folgen. Als Beispiel ist ein Einschulungsgottesdienst für die Grundschule gewählt.

Anlass und Zeit des Gottesdienstes
Gedacht ist an einen Gottesdienst anlässlich der Einschulung (also solcher Schülerinnen und Schüler, die künftig die Klasse1 der Grundschule besuchen werden).
Vielfach sind die Einschulungstage so gelegt, dass sie gegen Ende der ersten Unterrichtswoche nach den Sommerferien stattfinden (freitags oder auch samstags). Eine solche Regelung bietet mehrere Vorteile für den Schulbetrieb: Zum einen akklimatisieren sich die älteren Schülerinnen und Schüler (Klassen 2 bis 4) in den ersten Unterrichtstagen. Zum anderen sind eventuell nötige „Nachjustierungen etwa mit Blick auf den Stundenplan, die Raumzuweisungen oder personelle Fragen. Schließlich  – und diesen Punkt halte ich für unsere Überlegungen zu einem entsprechendem Anlass zu gestaltenden Gottesdienst für wesentlich erlaubt der zeitliche Vorlauf einiger Unterrichtstage der älteren Schülerinnen und Schüler diese in die Vorbereitung eines „Willkommens-Gottesdienstes miteinzubeziehen.
Ort des Gottesdienstes
Grundsätzlich wird es drei Möglichkeiten für die Wahl des Gottesdienstortes geben.
  • Der Gottesdienst könnte in einer nicht zu weit entfernten Kirche stattfinden, was selbstverständlich einer Absprache zwischen den jeweils Verantwortlichen bedürfte. So wäre etwa ein jährlicher Wechsel der Kirchen der beiden großen christlichen Konfessionen denkbar. Eine solche Ortswahl betont die Verbindung zwischen dem schulischen und dem kirchengemeindlichen Bereich. Ein Vorteil der Wahl eines Kirchenraumes für den Gottesdienst könnte auch darin bestehen, dass alles dafür Nötige vor Ort vorhanden ist, größere logistische oder andere (z.B. akustische). Gottes Gegenwart muss nicht mit langem Anweg proklamiert werden, sondern wird mit dem Betreten des Kirchenraums unmittelbar erfahrbar.
  • Als zweite Möglichkeit käme wenn vorhanden und geeignet die Aula der betreffenden Schule in Betracht als Ort für den Gottesdienst. Hier müsste eine räumliche Gottesdienstsituation nach Bedarf erst hergestellt werden etwa durch einen Altartisch mit Kerzen, einer Bibel, einer Decke o.Ä., entsprechendem Schmuck (wenn gewünscht). Andererseits ist hier der leitende Gedanke des „Willkommens am Lernort Schule deutlich und müsste in der gottesdienstlichen Verkündigung weniger stark eigens betont werden.
  • Eine dritte Möglichkeit könnte die Wahl eines Schulhofs oder einer sonstigen Freifläche auf dem Schulgelände bieten entsprechende Witterungsbedingungen vorausgesetzt.
Berücksichtigung der Teilnehmenden (der Zielgruppe(n))
In den grundsätzlichen Erwägungen zum Thema Gottesdienst wurde festgestellt, dass jeder Gottesdienst unabhängig von seiner konkreten Form ein dynamisches Beziehungsgeschehen bedeutet. Wenn dies so ist, dann gilt das auch für einen Kasualgottesdienst anlässlich der Einschulung ja sogar in besonderer Weise, weil der Eintritt eines ganzen neuen Jahrgangs Schülerinnen und Schüler in das besondere Beziehungsgeflecht einer Schulgemeinschaft bedeutende Veränderungen mit sich bringt, die in besonderer Weise zu berücksichtigen und zu bearbeiten sind (auch und gerade liturgisch). Unterschiedliche Personengruppen sind in einem Einschulungsgottesdienst dabei und zu berücksichtigen:
  • Da sind zunächst die neuen Schülerinnen und Schüler, für die vieles fremd ist und die gewiss mit einer Mischung aus Neugierde und vielleicht auch Befürchtungen ihr erstes Schuljahr beginnen.
  • Da sind weiterhin die älteren Schülerinnen und Schüler, die einen Erfahrungsvorsprung haben also potentiell die „Großen sein können.
  • Da sind die...

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Fakten zum Artikel
aus: Entwurf Nr. 4 / 2017

Schulgottesdienste

Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 1-4