Gott

Gott

Entwurf | Ausgabe Nr. 1/2020

Die erste Ausgabe der Zeitschrift entwurf erschien 1970; mit dem Heft 1–2020 feiert unsere Zeitschrift das 50-jährige Jubiläum. Deshalb haben wir uns dem zentralen Thema „Gott“ genähert und uns folgenden Fragen und Themen gestellt: Was sind die Intentionen und angestrebten Kompetenzen, die wir im Religionsunterricht mit der Gottesfrage verbinden? Wie können wir Gottesvorstellungen von Kindern, ihrer Artikulationsfähigkeit im Theologisieren zu diesem Thema Raum geben? Wie können wir Kinder und Jugendliche bekannt machen mit biblischen Bildern von Gott, aber auch die Wahrheitsfrage thematisieren und Gottesvorstellungen in anderen Religionen beleuchten? Und schließlich: Wie können wir unseren Schülerinnen und Schülern erzählen von dem, was uns als Religionslehrerinnen und -lehrer motiviert, das „Thema Gott“ immer wieder neu zu bedenken.

Inhaltsverzeichnis
© Volker Derlath
Wer oder was gibt unserem Leben Halt?
Zur Rede von Gott im Religionsunterricht „Si comprehendis, non est Deus“
Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "entwurf" Schuljahr 1-13

„Wenn du es verstanden hast, ist es nicht Gott“ – die Erkenntnis Augustins steht am Anfang allen Nachdenkens ‚über‘ Gott . Aber wie kann ‚Gott‘ denn begriffen werden? Ist Gott heute mehr als eine Chiffre für die Sehnsüchte, die Menschen bewegen, gleich welcher Religion oder welcher Weltanschauung? Was meinen wir, wenn wir heute von ‚Gott‘ sprechen? Und was meinen unsere Schülerinnen und Schüler? Wenn sie überhaupt noch nach Gott fragen, welche Vorstellungen verbinden sie damit und welche Prägungen bringen sie mit?

© Salvador Dalí, Fundació Gala-Salvador Dalí / VG Bild-Kunst 2020
Salvador Dalí: Discesa dello Spirito Santo sopra Maria Vergine e gli apostoli / Die Herabkunft des Heiligen Geistes. Bibelillustration, Aquarell, 1963–65, Druckgrafik Nr. 102
Zu einem realistischen Glauben an Gott Gott – nicht ohne Gottes Geist
Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "entwurf" Schuljahr 1-13

Sterile und leere Gottesvorstellungen und Gottesgedanken sind weit verbreitet. Sie werfen ein fatales Licht auf den Glauben, die christliche Religion, auf Theologie und Kirche. Wolkige religiöse Vorstellungen („Transzendenzbezug“) und abstrakte, unglaubwürdige Allmachtsvorstellungen („Gott ist die alles bestimmende Wirklichkeit“) machen die Rede von Gott und Glauben haltlos und fragwürdig. Der Beitrag von Michael Welker will Aufmerksamkeit wecken für Gottes Lebendigkeit und Gottes schöpferische Kraft. Er lädt ein, Gott konsequent in Verbindung und Einheit mit Gottes

Geist zu erfassen. Damit erschließen sich auch Gottes Offenbarung und die göttliche Macht Jesu Christi, der die Menschen mit dem göttlichen Geist, der auch sein Geist ist, begaben und erfüllen will. Dies öffnet die Augen für die Bestimmung der Menschen zum „Bild Gottes“ – in der Kraft des Geistes.

© Shell Jugendstudie 2019
Glaube an Gott bei Jugendlichen
Didaktische Überlegungen Neues von Gott?
Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "entwurf" Schuljahr 1-13

„Wenn du begreifst, ist es nicht Gott“ – diese Einsicht Augustins gilt unverändert. Von Gott reden bedeutet, sich vielfältigen Fragen zu stellen und auszuhalten, dass alle Antwortversuche zugleich Fragen bleiben. Also nichts Neues? Das anhaltende Fragen ist von hoher Dynamik, seine Akzente ändern sich mit der Entwicklung unserer Lebenswelt. Die folgenden Überlegungen wollen zum eigenen und weiteren Nachdenken darüber einladen, ob und wie Gott heute Thema ist.

Mose und der geheimnisvolle Gottesname „Ich bin da“
Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "entwurf" Schuljahr 3-6

Der Religionsunterricht wird die Fragen nach Gott nie erschöpfend beantworten können. Das macht das Gottesthema zu einer höchst anspruchsvollen Herausforderung für Lehrende und Lernende. Doch weist die Bibel selbst didaktische Lernwege für den Unterricht. Die folgende Unterrichtsidee schlägt vor, dass Schülerinnen und Schüler das Tetragramm JHWH kennenlernen, es deuten und dem geheimnisvollen Gottesnamen themenübergreifend immer wieder begegnen?

Der Beitrag des RU für die Begleitung von Kindern durch die Behandlung der Theodizeefrage Das Buch Hiob in der Grundschule
Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "entwurf" Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 3-6

Trotz evident zunehmender Konfrontation, nicht zuletzt durch die inzwischen zur Alltagsrealität von Kindern gehörenden Medien, halten gegenwärtige Tabuisierungstendenzen von Themen wie Tod, Krieg, Ungerechtigkeit und Leid an. Solche Themen rufen gesellschaftliches Unbehagen hervor und erfordern eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Identität, mit eigenen Positionen und Einstellungen, bevor sie zum Gegenstand einer Thematisierung mit Kindern gemacht werden können.

Unterrichtsideen zu Lk 1,68 „Gott hat sein Volk besucht“
Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "entwurf" Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 8-9

Besuch kennt jeder – aber Besuch von Gott? Lk 1,68 spricht davon. Hierzu gehört die Geschichte von Zacharias und Elisabeth. Darin finden sich Parallelen zu Abraham und Sarah. Auch dort kommt Gott zu Besuch. Dieses Motiv greift die vieldeutige Ikone von Rubljow auf und regt dazu an, über das Geheimnis des unverfügbaren Gottes nachzudenken. Bei Abraham geht es um den verheißenen Sohn Isaak. Auf den Lobgesang des Zacharias folgt die Geburt Jesu in Lk 2. Durch ihn besucht Gott sein Volk und beschenkt die Menschen so mit versöhnter, offener Gemeinschaft. Deshalb betont das christliche Gottesverständnis Jesus, den besonderen Sohn.

«Mensch und Maschine fremdeln noch ein bisschen – aber das wird schon noch», sagte die Wissenschaftlerin und bootete den Androiden Gott oder Google
Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "entwurf" Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 9-10

Menschen sehen sich einer immer komplexeren Welt gegenüber, die immer unübersichtlicher wird, oft greifen bisherige Bewältigungsstrategien nicht mehr. In dieser Situation bieten große digitale Unternehmen Programme an, die auf Künstlicher Intelligenz (KI / AI) beruhen und Lösungen für so komplexe Herausforderungen wie z. B. Gesundheitsvorsorge, die Pflege von demenzkranken Menschen, die Sicherung des öffentlichen Lebens, aber auch den weltweiten Aktienhandel

bieten. Der Glaube an Gott hat – so scheint es – seine Lebensbedeutung verloren. Haben wir die Alternative zwischen Gott und Google?

Ein Beitrag zu einem Dialog der Religionen Gott und die Götter
Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "entwurf" Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 11-13

„Der Eine und die Vielen“ – so überschrieb der berühmte Ägyptologe Erik Hornung sein wohl wichtigstes Buch1, um darin u.a. anzudeuten, dass schon im Alten Ägypten die Frage nach dem Monotheismus, verkörpert durch Echnaton, im Gegenüber zum Polytheismus eine Rolle spielte. Die Hochkulturen der damaligen Zeit (Ägypten, Assur, Babylon, Griechenland, Rom) gehören mitsamt ihren polytheistischen Religionen der Vergangenheit an. Heute jedoch bricht der alte Konflikt auf neue Weise auf in der Diskussion um die Gültigkeit oder Wahrheit der heutigen Weltreligionen mit ihren jeweiligen Gottesvorstellungen, wo auch mono- und polytheistische Vorstellungen sich gegenüber stehen.

Die Dreieinigkeit Gottes im Religionsunterricht (nicht nur) der gymnasialen Oberstufe Theologische Laborzeiten
Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "entwurf" Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 11-13

Die hier vorgestellte Unterrichtssequenz verdankt sich dem Wechselspiel zwischen einer historischen Bemerkung zur Trinitätslehre und der ernüchternden berufsbiographischen Selbstauskunft eines pensionierten Religionspädagogen. Die theologiehistorische Perspektive stammt vom Berliner Kirchengeschichtler Christoph Markschies. Dieser hat u.a. die altkirchliche Entwicklung der Trinitätslehre als Entwicklungsprozesse in einer theologischen Laborsituation beschrieben. Damit entkrampft Markschies den Umgang mit einer grundlegenden Ausdrucksgestalt christlicher Lehre ganz erheblich. Der Religionspädagoge Siegfried Zimmer erwähnt in seinen Ausführungen zur Trinitätslehre auch einige herausfordernde Frustrationserlebnisse. Danach ist das Trinitätsthema in religionspädagogischen Prüfungen aller Art unbeliebt, für „Teenager“ langweilig und im Dialog mit dem trinitätskritischen Islam ein Gesprächshindernis.