Bibel

Bibel

Entwurf | Ausgabe Nr. 2/2020

Die Bibel ist nach wie vor ein elementarer Bestandteil des Religionsunterrichts, gleichzeitig

aber auch ein Thema, das bei Schülerinnen und Schülern nicht immer „gut ankommt“. Wir

haben uns nach dem großen Erfolg unseres Bibelheftes (entwurf 2–3/2007, leider vergriffen)

neue Zugänge zu diesem alten Buch überlegt. Natürlich spielen dabei wichtige Texte aus

dem Alten und Neuen Testament, aber auch didaktische und methodische Überlegungen

eine große Rolle: Was sollen unsere Schülerinnen und Schüler nach ihrer Schulzeit über dieses Buch und seine Inhalte wissen, wie können sie sich die Bibel erschließen, „kompetent“ damit umgehen, und – nicht zuletzt: Wie können sie heute damit leben?

Inhaltsverzeichnis
© Freedom Studio/shutterstock.com
Schülerinnen und Schüler beim Studium der Bibel
Ansätze biblischer Hermeneutik Auf dem Weg zu einer nachkritischen Bibelauslegung
Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13

Lange Zeit galt die historisch-kritische Methodik in der Bibelauslegung im akademischen Raum als Königsweg der Exegese. Wer wollte bestreiten, dass sie unser Wissen über die Bibel und ihre Welt immens vermehrt hat? Die Rekonstruktion der Entstehungsgeschichte der Bibel durch genaue Textanalyse ebenso wie die Erforschung der Geschichte Israels und des Urchristentums aufgrund archäologischer Quellen haben enorme Fortschritte gebracht. Dennoch wächst das Unbehagen an der historisch-kritischen Bibelauslegung und Hermeneutik. Der Beitrag möchte auf heuristische Weise einen Weg zu einer nachkritischen Bibelauslegung zeigen.

© Katy Lozano/shutterstock.com
Jüdischer Junge mit Torarolle
Jüdische Bibelauslegung und was der Religionsunterricht davon lernen kann Die Tora hat 70 Gesichter“
Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13

Nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels ist unter anderem das Textstudium an die Stelle des Opferkultes getreten. Dabei liest man im Judentum nicht nur in der Bibel. Wenn man es aber tut, dann walten Akribie und Phantasie, um mit und zwischen den Buchstaben des biblischen Textes theologische Gedanken zu formulieren. Dieser Beitrag zur jüdischen Bibelauslegung fragt nach Anregungen für den christlichen Religionsunterricht.

© Foto: Michael Landgraf
Bibeldidaktik als Brücke zwischen Lebenswelt und Bibel
Zur biblischen Didaktik und Methodik „Wie die Ernte eines Feigenbaumes“
Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13

Die Bibel ist Basis des Christentums und damit das wichtigste Buch auch für den Religionsunterricht. Da ihre Texte für eine andere Zeit verfasst wurden, entsteht ein Vermittlungsproblem: Wie relevant sind die biblischen Texte für uns heute? Die Frage, wie man biblische Texte vermittelt, führte seit der Reformationszeit zu einer Vielfalt von bibeldidaktischen Entwürfen. Welche Richtungen sind aktuell erkennbar? Wie kann eine Verbindung zwischen der Lebenswelt heute und der Welt der Bibel hergestellt werden? Welche Wege gibt es, die Bibel nachhaltig und kreativ vielfältig zu vermitteln?

Mit Grundschulkindern auf Entdeckungstour „Wieso haben Bibeln so viele Geschichten?“
Friedrich+ Kennzeichnung Hintergrund Schuljahr 3-4

„Wir suchen mit den Augen, entdecken mit den Händen und fühlen mit dem Herzen, was die Bibel uns erzählt …“ schallt das Lieblingslied der Klasse 4a durch den Klassenraum. Im Stuhlkreis liegt eine Auswahl an Kinderbibeln – alle greifen zu und blättern in den Bibeln herum … Stopp! In Klasse 3/4 das Thema „Bibel“? Das war doch bisher ein Thema für die Sekundarstufe? Was steckt dahinter? Der Beitrag zeigt Wege zur Behandlung des Themas „Bibel“ auch in der Grundschule auf.

Wie können Freude und Interesse, sich mit der Bibel zu beschäftigen, geweckt werden? Lust auf Bibel und mehr
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 5-6

Ein „Klassiker“ für den Religionsunterricht ist die Beschäftigung mit der Bibel. Dabei kommt der Bibel selbst oft auch eine eigene Lerneinheit zu. Eine solche Unterrichtsreihe ist aus verschiedenen Gründen fundamental wichtig. Denn die Bibel ist einerseits für die säkulare Welt ein Kulturgut und andererseits für das Christentum und Judentum darüber hinaus die Heilige Schrift. Für den Religionsunterricht – von der ersten Klasse bis zum Abitur – ist ferner das Untersuchen, Erklären, Interpretieren, Aktualisieren etc. biblischer Texte ein zentrales Anliegen. Im Artikel werden Zugänge vorgestellt, die Freude und Interesse an der Bibel wecken. Die Lernenden können so auch eine Relevanz der Bibel entdecken.

Mit Schüler*innen Bibeltexte in ihre Sprach-, Denk- und Bildwelt übertragen Der verlorene Sohn – ein Toilettenmann?
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 6-10

Die Texte der Bibel wurden in einer und für eine andere Zeit verfasst. Biblische Vergleiche sind in der Lebenswelt von damals verankert: im landwirtschaftlichen Bereich wie beim Gleichnis vom Sämann oder im jüdischen Kontext wie beim „Verlorenen Sohn“, der bei den Schweinen landet. Doch wie gelingt es, dass junge Menschen von heute diese Texte verstehen? Der vorliegende Beitrag möchte dazu eine Idee geben.

Der Klage und der Hoffnung in einem Bild Ausdruck verleihen Psalm 22 malen
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 9-10

In den Bildungsplänen der Länder ist das Themenfeld „Bibel“ für Klasse 9 /10 ein fester Bestandteil. Ich halte es für sehr wichtig, sich genug Zeit zu lassen für eine Bearbeitung und Wiederholung des Alten und Neuen Testamentes, bevor die SuS in die Kursstufe kommen. Die hier vorgestellten Unterrichtsstunden zeigen einen Zugang zu Ps 22 über das Malen mit anschließender Besprechung der Bilder.

Mit Imo Quero-Lehmann über den Dekalog nachdenken Die Zehn Gebote
Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 7-8

Die Zehn Gebote sind ein historisches Dokument und zugleich biblische Grundlage einer gegenwärtigen christlichen Ethik. Der Weg zu einer persönlichen Aneignung ihrer Werte und Normen führt über die Übersetzung ihrer Anliegen in lebensnahe Kontexte. Der vorliegende Unterrichtsvorschlag arbeitet mit Bilden der Künstlerin Imo Quero-Lehmann, mit Hilfe derer Schülerinnen und Schüler eigene Geschichten erzählen.

Eine andere Perspektive auf die Bibel Mit jüdischen Augen die Bibel lesen
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (> 90 Min) Schuljahr 11-13

Selbstverständlich ist es wichtig, mit einer Schulklasse in eine Synagoge zu gehen und Informationen darüber zu erhalten, welche Feste im Mittelpunkt stehen oder wie sich die jüdische Religion bis ins Häusliche hinein auswirken (kann!). Sie haben dann aber Ihren Schülerinnen und Schülern nichts darüber verraten, weshalb Juden und Christen zumindest teilweise dieselbe Bibel lesen und weshalb beide Religionen die Bibel aber so unterschiedlich lesen. Der Beitrag möchte zeigen, wie Juden heute die Bibel lesen – und was Christen davon lernen können.

Eine vierfache Schriftauslegung anwenden können 4 x
Friedrich+ Kennzeichnung Unterricht (45-90 Min) Schuljahr 11-13

Schülerinnen und Schüler sollten am Ende der Schulzeit biblische Texte methodisch reflektiert auslegen und diese in Beziehung zum eigenen Leben und zur gesellschaftlichen Wirklichkeit setzen können. Sie sollen die historisch-kritische Perspektive einnehmen und die existenzielle Bedeutung dieser Texte interpretieren können. Dabei wird immer wieder auf eine Auseinandersetzung mit verschiedenen Wegen der Bibelauslegung verwiesen. Der Beitrag zeigt einen Weg hierzu, indem er das alte Prinzip vom „vierfachen Schriftsinn“ neu belebt.

Die Seite der Verbände Wie evident ist die Evidenz- und Datenbasierung der Fortbildungsreform in Baden-Württemberg?
Friedrich+ Kennzeichnung Schuljahr 1-13

Der Beitrag befasst sich mit dem neuen Fortbildungsprogramm für Lehrkräfte des Landes Baden-Württemberg. Wie sind die die Versprechungen einer evidenz- und datenbasierten Steuerung von Bildung zu bewerten? Was sind mögliche Risiken und Nebenwirkungen der Rezeptur für die wohlgemeinte Absicht: „Kein Kind darf verloren gehen“ und des wissenschaftlichen Rekurses auf evidente wissenschaftliche Daten empirischer Bildungsforschung?