Elke Steudter

Veränderungsbereitschaft im Team stärken – Mitarbeitende fördern

In Gruppenarbeit werden Probleme benannt und dann für alle sichtbar aufgehangen
In Gruppenarbeit werden Probleme benannt und dann für alle sichtbar aufgehangen, Foto: © contrastwerkstatt | stock.adobe.com

Elke Steudter

Innovation und Kreativität sind Kräfte, die nicht nur von Pflegefachpersonen im direkten Kontakt mit schwerkranken und sterbenden Menschen genutzt werden. Beide Konzepte werden zunehmend auch in der Führung von Mitarbeitenden eingesetzt. Der Workshop zeigt, wie die Fähigkeit zur Innovation und Veränderung in Pflegeeinrichtungen gefördert werden kann.

Die Arbeitswelt verändert sich. Neue Technologien, wachsendes Fachwissen und immer mehr Möglichkeiten, Probleme zu lösen, bestimmen den beruflichen Alltag. Dies macht sich auch in der palliativen Pflege bemerkbar. Pflegende arbeiten online und nutzen den Computer oder das Tablet. Sie erfassen die Situation der Patienten und Bewohner durch strukturierte Informationssammlung und gestalten damit den Pflegeprozess neu (Hecker et al., 2017). Pflegestandards werden eingeführt und umgesetzt, Arbeitsprozesse, Kompetenzen und Zuständigkeiten überdacht und angepasst.
Diese Veränderungen sind nötig, weil sich die Anforderungen an die Pflege weiter ändern. Immer mehr alte und chronisch erkrankte Menschen werden in den nächsten Jahrzehnten ambulant oder stationär Pflege in Anspruch nehmen. Gleichzeitig werden weniger Fachpersonen zur Verfügung stehen, die zudem immer älter werden (Rothgang et al., 2012). Soll auch in Zukunft gut gepflegt werden, müssen sich die Pflege und die Pflegenden darauf vorbereiten und innovative Ideen für ihre Arbeitswelt entwickeln und umsetzen.
Team befähigen, innovativ zu sein
Am Ende von Innovationsprozessen stehen Veränderungen. Um diese zu begleiten, wird häufig das Change-Management eingesetzt. Damit können die Phasen und der Prozess von Veränderungen abgebildet und eingeordnet werden. Ziele und Wege lassen sich darstellen und Betroffene direkt beteiligen. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, um sich auf Neues einzulassen (Steudter et al., 2016).
Aber wie können die Teammitglieder auf dem Weg zum Neuen wirklich mitgenommen werden, damit sie die Veränderungen nicht nur umsetzen, sondern damit auch die Gruppe insgesamt davon profitiert? Und wie können Führungsverantwortliche Pflegeeinrichtungen auf den gesellschaftlichen Wandel  – der auch das Gesundheits- und Pflegewesen betrifft vorbereiten?
Konzepte unterstützen Führungskräfte
Um Antworten auf diese Fragen zu finden, führte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Projekt „Innovations- und Demografiemanagement in Gesundheits- und Sozialberufen InnoGESO durch, das 2015 abgeschlossen wurde. Ziel des Projekts war es, ein Konzept zu entwickeln, das die Fähigkeit des innovativen Handelns von Beschäftigen der Gesundheits- und Sozialberufe erhält und steigert. Die Fragen, was innovative und veränderungsbereite Personen kennzeichnet, welche Fähigkeiten dazu besonders nützlich sind und ob sich diese im Alter verändern, standen im Vordergrund (Hinding, 2013). Ein Ergebnis des Projekts war der Leitfaden „Innovativität als Erfolgsfaktor im demografischen Wandel (Hinding & Kastner, 2015).
Darin stellen die beiden Autoren praktische Übungseinheiten vor, die die Fertigkeiten und Fähigkeiten von Pflegenden, innovativ zu sein, fördern. Diese Einheiten unterstützen Führungspersonen darin, Teams auf die kommenden Herausforderungen vorzubereiten und im Umgang mit Veränderungen sicherer zu machen. Der Text auf den folgenden Seiten gibt Hinweise und beschreibt im Überblick Ideen, wie die Fähigkeit der Mitarbeitenden, mit Veränderungen umzugehen, gefördert werden kann. Zum Thema gibt es von verschiedenen Anbietern Workshops und Seminare.
Fähigkeit zur Veränderung fördern
Mitarbeitende individuell zu fördern, gehört zu den wichtigen Aufgaben von Führungspersonen und Personalverantwortlichen. Dies gilt auch im Hinblick auf die Bereitschaft, Veränderungen anzuregen, zuzulassen und umzusetzen. Folgenden Schritte beschreiben, wie Führungsverantwortliche das Team dabei unterstützen können.
Vor der Durchführung der Einheit sollte sorgfältig...
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Fakten zum Artikel
aus: pflegen Palliativ Nr. 38 / 2018

Innovation & Kreativität

Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "pflegen: palliativ" Praxis