Christine Dunger

Kommunikation konstruktiv gestalten

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Christine Dunger

Im Pflegealltag zeigt sich immer wieder: Von guter Kommunikation profitieren alle Beteiligten die kranken Menschen, ihre Angehörigen und das Palliative-Care-Team. Deshalb sollte man sie nicht dem Zufall überlassen. Der Workshop gibt Hinweise, wie die Kommunikation − und damit auch das Arbeitsklima, die Beziehungen untereinander und nicht zuletzt auch die Versorgung der kranken Menschen − verbessert werden können.

Eine gelingende Team-Kommunikation ist eine der Grundvoraussetzungen für die patientenorientierte Versorgung kranker, pflegebedürftiger und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen (Körner, 2010; Weber, 2005). Dabei geht es einerseits darum, den Austausch ohne Informationsverluste zu gewährleisten und Missverständnisse zu vermeiden. Andererseits sollen die Kranken das Gefühl haben, dass sie sich jedem Teammitglied anvertrauen können und von allen einheitliche Informationen erhalten.
Zudem wirkt eine gelingende Kommunikation stabilisierend auf das Team und entlastet seine Mitglieder auf verschiedene Weise (Weber, 2005; Hirsmüller, 2014), weil
  • emotionale Belastungen abgebaut und schwierige Arbeitsbedingungen thematisiert werden
  • der regelmäßige Austausch das Team und die Beziehungen seiner Mitglieder stabilisiert
  • transparente Entscheidungen besser akzeptiert und
  • über die gegenseitige Wahrnehmung, die Motivation und Initiative der Mitarbeiter gewürdigt sowie eher beibehalten werden kann.
Defizite in der Kommunikation können Studien zufolge dagegen zu Patientenunzufriedenheit und vielfältigen Problemen im Team oder der Organisation führen (Körner 2010).
Einfluss von Mitteln, Ressourcenund Setting
Team-Kommunikation wirkt jedoch nicht nur auf das Team und hilft, mögliche Herausforderungen und Konflikte zu bewältigen. Sie wird auch durch das Team, seine Mitglieder und deren Beziehungen sowie die Zusammenarbeit unter-/miteinander beeinflusst. Rahmenbedingungen wie Zeit, Räumlichkeiten, Ausstattung, Refinanzierung usw. spielen ebenfalls eine Rolle (Körner 2010, Hirsmüller 2014). Daher sind die zur Verfügung stehenden Mittel oder Ressourcen auch im Hinblick auf die Kommunikation im Team wichtig.
Die Bedingungen zwischen ambulantem und stationärem Setting, aber auch zwischen einer separierten Versorgungseinheit und einer konsiliarischen bzw. einer spezialisierten ambulanten Begleitung, unterscheiden sich. In stationären Einrichtungen gibt es oft feste Teams, die regelmäßig zusammenarbeiten und sich somit als Team verstehen. Im ambulanten Setting sind häufig für die jeweilige Versorgung zusammengesetzte Teams im Einsatz, deren Mitglieder parallel dazu auch in anderen (Team-)Zusammenhängen arbeiten (Weber 2005).
Für eine gelingende Team-Kommunikation ist beides wichtig das Team und die Kommunikation. Zu beiden Aspekten lassen sich Herausforderungen und Problemfelder identifizieren, die ganz unterschiedliche, aber zusammenhängende, konzeptuell begründete und bewusst geplante Maßnahmen-/Handlungspakete erfordern.
Nachfolgend werden Schritte aufgezeigt, die helfen, eine gelingende Team-Kommunikation (wieder) herzustellen. Eine ausführliche Auseinandersetzung findet sich zum Beispiel bei Schulz von Thun (2013), Gellert (2010) und Gerhard (2017). Grundlegend ist dabei immer die Annahme, dass Kommunikation aus verschiedenen Ebenen  – beispielsweise nach Schulz von Thun aus Sach-, Apell-, Beziehungs- und Selbstoffenbarungsebene besteht, die in der Kommunikation mit Kollegen ebenso zu berücksichtigen sind wie in der Kommunikation mit Patienten oder Angehörigen.
Ziele definieren
Ein inter- oder multiprofessionelles Team entsteht nicht allein dadurch, dass Menschen verschiedener Disziplinen an einem Ort zusammenarbeiten. Sie müssen sich als Team verstehen und ein übergeordnetes, gemeinsames Ziel verfolgen. Ein solches Ziel auszubilden, ist ein gemeinsamer Kommunikationsprozess, der am Anfang einer Teambildung steht und im Laufe der Zusammenarbeit immer wieder...
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Fakten zum Artikel
aus: pflegen Palliativ Nr. 39 / 2018

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Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "pflegen: palliativ" Praxis