Demenzformen - Wissen kurz gefasst

Demenz, die Fakten

Eine Demenz kann unterschiedliche Ursachen haben und sich verschieden äußern. Im Beitrag erhalten Sie eine Übersicht der unterschiedliche Demenzformen und erfahren mehr zu den Hauptmerkmalen, Ursachen und Häufigkeiten.

Formen von Demenz und ihre Ursachen
Demenz ist mehr als ein Gedächtnisproblem. Hier erfahren Sie mehr zu den Formen und Ursachen der Erkrankung. © jakkaje879/Shutterstock.com

In Deutschland leben aktuell etwa 1,7 Mio. Menschen mit Demenz. Mit dem Alter steigt das Risiko, an einer Demenz zu erkranken: Bei den unter 60-Jährigen ist jeder Hundertste betroffen, bei den über 90-Jährigen ist es ungefähr jede dritte Person. Das bedeutet aber auch, dass nahezu zwei von drei der über 90-Jährigen gesund sind.

Nur selten sind genetische Faktoren die Ursache. In Deutschland sind etwa ein Prozent von einer erblichen Form von Alzheimer betroffen. Eine wirkliche Vorbeugung gibt es nicht, doch es ist möglich, Risikofaktoren zu minimieren. Dazu gehört insbesondere, Durchblutungsstörungen des Gehirns – bedingt durch Bluthochdruck, Diabetes, Herzrhythmusstörungen − frühzeitig zu behandeln. Außerdem haben Forschungen gezeigt, dass Menschen, die geistig und sozial rege sind, sich ausgewogen ernähren und einer regelmäßigen körperlichen Aktivität nachgehen, seltener an einer Demenz erkranken als Menschen, die nicht darauf achten.

Demenzformen und ihre Ursachen 

Alzheimer-Demenz

Bei dieser Form von Demenz kommt es zum Verlust von Nervenzellen. Daran maßgeblich beteiligt sind zwei Proteine:

  • das Amyloid wird nicht mehr abtransportiert und sammelt sich in charakteristischen Plaques außerhalb der Nervenzelle an
  • das Tau − das wie ein Gerüst die Zelle im Innern stabil hält − fallt in sich zusammen und bildet sogenannte Neurofibrillenbündel

Vaskuläre Demenzen

Diese sind gefäßbezogene Erkrankungen des Gehirns. Nervenzellverbände und Faserverbindungen werden nicht mehr ausreichend durchblutet und es kommt zu Infarkten im Hirngewebe. Größte Risikofaktoren sind ein nicht korrekt behandelter Bluthochdruck oder Diabetes.


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Frontotemporale Degenerationen

Je nachdem, welcher Abschnitt des Stirnhirns und des vorderen Schläfenlappens bei dieser Form von Demenz in Mitleidenschaft gezogen ist, stehen unterschiedliche Symptome im Vordergrund. Bei der Verhaltensvariante der Frontotemporalen Demenz (FTD), die überwiegend im Stirnlappen lokalisiert wird, kommt es zu ausgeprägten Veränderungen der Persönlichkeit und des zwischenmenschlichen Verhaltens, zum Verlust von Empathie und häufig zu zwanghaftem Verhalten. Bei den Sprachvarianten kommt es entweder zu Defiziten des Sprachverständnisses oder zu Einschränkungen der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit.

Lewy-Körperchen-Demenz

Bei dieser eher seltenen Form von Demenz kommt es zu einem Verlust von Nervenzellen durch Zusammenballungen des Proteins α-Synuklein (Lewy-Körperchen) im Zellinneren. Oft treten Bewegungsstörungen ähnlich wie bei der Parkinson-Krankheit auf. Vielfach kommt es auch zu starken optischen Sinnestäuschungen.

Sonstige Demenzen

In einigen wenigen Fallen können auch Tumore, Stoffwechselkrankheiten, Infektionen, Vitamin- und Hormonmangelzustande der Grund für die dementiellen Symptome sein. In ca. zwei Prozent aller Fälle ist die Ursache behebbar, sodass sich durch eine entsprechende Behandlung die Hirnleistungen verbessern oder wieder herstellen lassen.

Demenzformen und -beschreibungen

Literatur

Deutsche Alzheimer Gesellschaft (2017): Demenz. Das Wichtigste. Ein Kompakter Ratgeber für Angehörige und Profis. Unter: https://www.deutsche-alzheimer.de/fileadmin/alz/broschueren/das_wichtigste_ueber_alzheimer_und_demenzen.pdf

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