Gesine Benze

Behandlung von Übelkeit und Erbrechen

Düfte und geschmackliche Einflüsse können zur Linderung von Übelkeit beitragen
Düfte und geschmackliche Einflüsse können zur Linderung von Übelkeit beitragen, Foto: © annapustynnikova | stock.adobe.com

Gesine Benze

Die Linderung von Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen verbessert die Lebensqualität von Menschen in palliativen Situationen entscheidend und ist daher ein wichtiges Ziel in der Behandlung und Pflege. Dieser Update-Beitrag* vermittelt aktuelle Handlungsempfehlungen.

*Update-Beitrag
*Update-Beitrag
Übelkeit und Erbrechen ist Schwerpunktthema von pflegen: palliativ 9/2011. Im Beitrag „Pathophysiologie von Übelkeit und Erbrechen von Dr. Barbara Schubert werden Ursachen, Pathophysiologie und Epidemiologie ausführlich dargestellt. Den kostenfreien Download des vergriffenen Beitrags finden Sie unter:
Die Bewertung der Symptome Übelkeit (Nausea) und Erbrechen (Emesis) durch Patienten, Zugehörige, Pflegende, Ärzte und andere kann sehr unterschiedlich sein. Wegen der besseren Wahrnehmbarkeit wird Erbrechen vom Umfeld oft überschätzt, Übelkeit dagegen eher unterschätzt. Übelkeit schränkt allerdings die Lebensqualität des Betroffenen unter Umständen mehr ein als Erbrechen. Somit kann es eine Herausforderung sein, die Belastung für die betroffenen Personen richtig einzuschätzen, insbesondere bei denen, die sich nicht adäquat äußern können.
Erbrechen bzw. Erbrochenes rufen Reaktionen wie Ekel hervor, was eine Distanzierung der Bezugspersonen vom Patienten zur Folge haben kann. Darüber hinaus sind manche Menschen hilflos im Umgang mit der Symptomatik: Große Mengen Erbrochenes, stuhliges Erbrechen oder Blutbeimengungen lösen häufig Angst aus.
In vielen Fällen ist es nicht möglich, die genaue Ursache von Übelkeit und Erbrechen zu klären. Häufig besteht zudem eine Multikausalität (➝ Grafik ). Dies macht die Therapie schwierig.
Beide Symptome − Nausea und Emesis − sind häufig miteinander verbunden. In der Literatur zur Therapie wird nicht immer zwischen der Erfassung bzw. Therapie des einen oder des anderen Symptoms unterschieden. Deshalb ist eine wissenschaftlich fundierte Bewertung der Effektivität der Therapie der Einzelsymptome bisher nicht immer möglich.
Allgemeine Empfehlungen zur Behandlung
Ziel der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen ist die Linderung der Übelkeit und die Reduktion von Häufigkeit und Menge des Erbrechens. Hierzu werden nicht-pharmakologische und pharmakologische Maßnahmen eingesetzt.
Falls es medizinisch möglich und der Lebensphase sowie den Wünschen des Patienten angemessen ist, sollte die zugrundeliegende Ursache von Übelkeit und Erbrechen behandelt werden. Begleitend sollte auch eine symptomatische Therapie erfolgen. Ist eine ursächliche Therapie nicht möglich oder angemessen, kann die Behandlung der Symptome die einzige Möglichkeit sein, um Linderung herbeizuführen.
Die Kommunikation mit Patienten und ihren Zugehörigen − inklusive einer guten Aufklärung über Ursachen von Übelkeit und Erbrechen, Therapiemöglichkeiten sowie eine Beratung zu Strategien im Umgang mit Übelkeit und Erbrechen − ist sehr wichtig. Hilfreich kann es sein, Zugehörige nach ihren Möglichkeiten in die Versorgung des Patienten einzubinden, z.B. bei der Mundhygiene.
Ernährung und Flüssigkeit
Menschen, die an Übelkeit und Erbrechen leiden, nehmen oft nur geringe Mengen Nahrung und Flüssigkeit zu sich. Das appetitliche Anrichten kleiner Nahrungsmengen und das Zurechtstellen kleiner Trinkmengen sind hilfreich, um Druck auf den Betroffenen zu vermeiden. Denn der Druck, bestimmte Mengen Nahrung und Flüssigkeit zu sich nehmen zu müssen, erhöht meist die Aversion noch mehr. Kühle Speisen werden vielfach als angenehm empfunden.
Unabhängig von der Ursache von Übelkeit und Erbrechen ist im Einzelfall zu prüfen, ob eine künstliche (parenterale) Nahrungs- und Flüssigkeitsgabe durchgeführt werden soll.
Nicht-medikamentöse Therapie
Für das Wohlbefinden ist eine angenehme und möglichst stressfreie Atmosphäre wichtig. Unangenehme visuelle, geruchliche und geschmackliche Einflüsse sollten vermieden werden. Frische Luft...
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Fakten zum Artikel
aus: pflegen Palliativ Nr. 37 / 2018

Gastrointestinale Symptome

Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "pflegen: palliativ" Praxis