Heike Walper

Basale Stimulation gegen Erschöpfung

 Erlebnis-Fußbad vermittelt Wohlbefinden
Erlebnis-Fußbad vermittelt Wohlbefinden, Foto © Heike Walper

Heike Walper

Konzept kreativer, individueller Pflegeangebote, die Menschen ganzheitlich ansprechen

Für die Basale Stimulation ist Palliativpflege ein eher neues Feld. Doch wenn Menschen in der etzten Lebensphase an unerträglicher Müdigkeit und Schwäche leiden, kann es sich lohnen, neue Wege zu gehen. Das Konzept beruht im Wesentlichen auf der Interaktion und auf der Beziehung zwischen Menschen.

Menschen mit schweren Erkrankungen sind mit zahlreichen belastenden Einschränkungen ihrer Lebensqualität konfrontiert. Viele Symptome können palliativmedizinisch und palliativpflegerisch so behandelt werden, dass sie die letzte Lebensphase in einer für sie akzeptablen Weise erleben.
Die Palliative Care kann die am meisten gefürchteten körperlichen Symptome wie Schmerzen oder Atemnot lindern. Auch bei psychischen, sozialen und spirituellen Nöten finden kranke Menschen in einem multiprofessionellen Setting verschiedene Formen der Begleitung bei der individuellen Krankheitsverarbeitung. Nicht körperlich manifestierte Symptome entziehen sich dagegen weitgehend einer medikamentösen Therapie; es kommen pflegerische, kommunikative und komplementäre Strategien zur Anwendung.
Die basale stimulierende Pflege bietet ein breites Spektrum kreativer und individueller Pflegeangebote, die Menschen ganzheitlich ansprechen können.
Das Konzept
Basale Stimulation®
Basale Stimulation®
„Basale Stimulation ist keine Methode, keine Technik. Basale Stimulation versteht sich als ein Konzept, das heißt, eine gedankliche Annäherung an die Probleme und Schwierigkeiten sehr schwer beeinträchtigter Menschen. Konzept meint, daß es sich nicht um eine fertig formulierte und endgültig festgelegte Therapie bzw. Pädagogik handelt, sondern um einige essentielle Grundgedanken, die immer wieder neu bedacht und angepaßt werden müssen. Im Zentrum steht der Mensch in seiner physischen Realität, die uns auch dann einen Zugang eröffnet, wenn scheinbar alle kommunikativen und geistigen Beziehungen verhindert sind. (Fröhlich, 1999)
Mit dem begrifflichen Bestandteil „basal ist gemeint, dass es sich um grundlegende Angebote handelt, die in voraussetzungsloser und erwartungsfreier Form erfolgen: Die Menschen müssen keine „Vorleistung erbringen und keine Voraussetzungen erfüllen.
Um die individuellen Bedürfnisse zu verstehen, wurden zunächst im Bereich der Behindertenpädagogik zentrale Ziele oder Lebensthemen beschrieben. Für die palliativpflegerische Begleitung ist eine Anpassung der Formulierung zur Fokussierung auf die letzte Lebensphase erforderlich (siehe Abb. 1 ).
Alle Interaktionen sprechen zunächst die Körperwahrnehmung und danach die Umweltwahrnehmung an (siehe Abb. 2 ).
Menschen beschreiben die emotionalen Empfindungen bei Fatigue mit Gefühlen wie Motivationsverlust, Traurigkeit, Angst, Verlust des Kampfgeistes und der Energie.
Als kognitive Müdigkeit werden Empfindungen wie Konzentrationsstörungen, Denkprobleme und permanente Müdigkeit genannt. Auf der physischen Ebene geht Fatigue mit reduzierter körperlicher Leistungsfähigkeit, Schwäche und Kraftlosigkeit einher.
Lebensqualität statt Lebenszeit
„Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben. (Saunders, 1993: 6) Das Zitat von Dame Cicely Saunders beschreibt den Perspektivenwechsel weg von einer zeitlichen Lebensverlängerung hin zur Verbesserung der subjektiv erlebten Lebensqualität. Als Leitgedanke der Hospizbewegung ist es ein wichtiges Ziel, die letzte Phase des Lebens mit „Leben zu füllen. Hier geht es nicht um den gesellschaftlichen Konsens von „gutem Sterben, nach dem schwerkranke Menschen angesichts reduzierter körperlicher und mentaler Leistungsfähigkeit und mit zunehmenden belastenden Symptomen Resilienz eine psychische Widerstandskraft entwickeln sollen. Stattdessen gilt es, Bedingungen zu schaffen, mit denen sie ein möglichst hohes Maß an Zufriedenheit in der aktuellen Situation erlangen.
Der Begriff Lebensqualität...
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Fakten zum Artikel
aus: pflegen Palliativ Nr. 41 / 2019

Fatigue

Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "pflegen: palliativ" Praxis