Manuela Lautenschläger

Vernetzung auf allen Ebenen

Foto ©: DrAfter123/shutterstock.com

Manuela Lautenschläger Otto Inhester

Blended Learning in der Pflegeausbildung

Blended Learning ist kein Ersatz für den Präsenzunterricht. Es benötigt eigene Konzepte, Methoden und curriculare Begründungen. Es ist mehr als nur der zusätzliche internetbasierte Einsatz von elektronischen Medien. Dr. Manuela Lautenschläger und Dipl.-Päd. Otto Inhester berichten von den Möglichkeiten und Vorteile die sich durch diese Form des Lernens für die Pflegeausbildung ergeben.

Der Kern von Blended Learning (BL) sind die digitalen Ergänzungen zu Präsenzveranstaltungen. Im Allgemeinen werden alle Lehr-Lern-Settings, „die nicht ausschließlich face-to-face oder online stattfinden, als Blended Learning oder hybrides Lernen bezeichnet [], also als Kombination von virtuellen und nicht-virtuellen Lernsettings und Methoden (W1). Diese Definition verweist auf unterschiedliche Lernorte, zu denen die Praxisorte der beruflichen Bildung im dualen System gehören. Hinzu kommen der häusliche Bereich sowie formelle bzw. informelle Lerngruppen und die Medienlandschaft ringsherum. Das Ziel von BL-Konzepten ist es,
  • die jeweiligen didaktischen, lernpsychologischen und medienaffinen Stärken dieser Lernorte aufeinander zu beziehen und
  • in ein stimmiges Vermittlungskonzept zu integrieren, indem
  • verschiedene Lernprozesse inhalts-, lernziel- und medienspezifisch modelliert werden.
Lernorte an die Thematik anpassen
Die Zeit- und Ortsgebundenheit vieler schulischer Lehr- LernSituationen lässt sich heutzutage didaktisch nicht mehr immer rechtfertigen. Insbesondere auch unter dem Aspekt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Um beispielsweise die Anatomie und Physiologie des Bewegungsapparats zu lernen, ist nicht zwingend Präsenzunterricht erforderlich. Stattdessen gibt es hervorragend medial gestaltete Videos und programmierte Tutorials. Soll in einem zweiten Schritt das Thema „Bewegungsapparat durch „Selbst- und Körpererfahrung vertieft werden, ist eine Präsenzphase in einem geschützten Raum (Selbsterfahrung oder Experimente) erforderlich. Geht es schließlich darum, die klinisch-pflegerische Relevanz zu erarbeiten, dann ist das Praxisfeld der richtige Ort. Während in den ersten beiden Lernorten erkenntnisleitende Fragestellungen als Lernhilfen erforderlich sind, verlangt der Praxisort eher problem- oder aufgabenorientierte Transferaufgaben, reflexive Lernanreize und tutorielle Begleitung .
In seiner vollen Entfaltung stellt BL eine Vernetzung von:
  • traditionellen Vermittlungsmethoden und Kommunikationsmöglichkeiten (Diskussionsforen),
  • bedarfsorientierter, zeit- und ortsunabhängiger Bereitstellung von Informationen (Wissensmanagement),
  • spezifischer digitaler Lernformen wie Webinare und webbasierte Lerneinheiten (z.B. programmiertes Lernen, game-based Learning, Simulationsspiele),
  • individuelle Beratung per Telefon, via E-Mail, Videokonferenz oder Chat dar.
Nicht zuletzt machen die folgenden Vorteile aus Sicht der Lernenden die Pflegeausbildung mit BL attraktiv:
  • Zeit- und Ortsunabhängigkeit des Lernens,
  • Individualisierung von Lerntempo und -prozess,
  • die mögliche Kombination unterschiedlicher Medien (Text, Bild-, Audio- und Videomaterial), um unterschiedliche Lerntypen anzusprechen und die
  • Anknüpfung an die mediale Lebenswelt.
Blended Learning erspart keine Arbeit
Die aufwendige, aber lohnende Arbeit bei der Erstellung von BL-Konzepten besteht darin, ein stimmiges Curriculum zu entwickeln. Vor allem an die Bereitstellung von E-Learning- Material, z.B. Lehrbrief oder andere Texte mit didaktischer und ohne Aufbereitung sowie programmierte Lernsequenzen für Selbstlernphasen erfordern einen höheren Aufwand, als es für Präsenzveranstaltungen erforderlich ist. So z.B. Lernmanagement-System (LMS) wie „Moodle oder „MS Teams. Allerdings stehen auch zahlreiche fertige Inhalte bereit, wie z.B.
pflegen Demenz
Sie sind bereits Abonnent?

Jetzt anmelden und sofort lesen

Weiterlesen im Heft

Ausgabe kaufen

pflegen Demenz abonnieren und digital lesen!
  • Exklusiver Online-Zugriff auf Ihre digitalen Ausgaben
  • Print-Ausgabe der abonnierten Zeitschrift bequem nach Hause
  • Zusatzvorteile für Abonnenten im Online-Shop genießen

Zeitschrift abonnieren

Fakten zum Artikel
aus: pflegen Demenz Nr. 55 / 2020

Technik & Digitales

Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "pflegen: Demenz" Wissenschaft
  • Thema: Qualifizierung
  • Autor/in: Manuela Lautenschläger und Otto Inhester