Maria Bullermann-Benend

Über die energiefördernde Wirkung von Haferflocken & Co.

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Maria Bullermann-Benend

Die Vorteile einer gesunden und ausgewogenen Ernährung

Die richtigen Lebensmittel in der richtigen Zubereitung fördern das allgemeine Wohlbefindenund können sich positiv auf die körperliche und geistige Energie auswirken. Was in Bezug auf die Ernährung empfehlenswert ist, berichtet die Ernährungswissenschaftlerin Maria Bullermann-Benend im Gespräch mit Elke Steudter.

Wenn Menschen sich müde und erschöpft fühlen, liegt dies meist an vielen verschiedenen, miteinander verbundenen Faktoren. Noch ist das mehrdimensionale Phänomen Fatigue nicht vollständig geklärt. Es zeigt sich jedoch, dass es günstig auch mehrdimensional behandelt wird. Diese Behandlung kann sich neben medizinisch-pflegerischen Maßnahmen auch auf ernährungsphysiologische Empfehlungen stützen.
In der palliativen Versorgung wird leider der Kraft und der Wirkung von Lebensmitteln auf das Wohlbefinden, den Allgemeinzustand und die Erschöpfung zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. In vielen Beiträgen werden die Aspekte, die die Ernährungswissenschaft zur Linderung der Fatigue beisteuern kann, nicht aufgeführt. Die folgenden Ausführungen widmen sich diesem Thema und zeigen, welche Ernährungsempfehlungen sinnvoll sind, um Müdigkeit und Erschöpfung zu lindern. Ehe die Hinweise in der Praxis umgesetzt werden, sollte die Ursache der Fatigue abgeklärt und entsprechend der Guideline behandelt werden. Auch diese Maßnahmen können komplementär durch einen angepassten Speiseplan unterstützt werden.
Individuelle Vielfalt sinnvoll kombinieren
Um es gleich vorwegzunehmen eine einzig wahre Ernährungsform bei Fatigue gibt es nicht. Ohne die Kombination mit körperlicher Aktivität, Verzicht auf Tabak und Alkohol sowie Stressreduktion nutzt auch das optimale Essen wenig.
Ein körperlich aktiver Lebensstil und viel frische Luft sind die wichtigsten und allerersten lindernden bzw. gewinnbringenden Maßnahmen. Eine gesunde, sinnvoll zusammengestellte, sorgfältig eingekaufte und frisch zubereitete Ernährung wirkt sich darüber hinaus positiv aus und führt zumindest dazu, dass Müdigkeit und Kraftlosigkeit nicht durch defizitäre Ernährung weiter fortschreiten. Dies gilt übrigens nicht nur für schwer chronisch oder akut erkrankte, sondern auch für gesunde, leistungsfähige Menschen.
Essen wie am Mittelmeer
Seit vielen Jahren ist die gesundheitsfördernde Wirkung der mediterranen Küche bekannt. Wichtige Komponenten hierbei sind frisches Gemüse und Salate − in Verbindung mit guten Ölen aus Oliven, Walnüssen oder Raps. Ergänzt werden damit zubereitete Speisen durch Hülsenfrüchte, Pilze, Beeren, Saatkerne oder Nüsse.
Eine weitere Säule dieser Ernährung ist Fisch, der ein- bis mehrmals in der Woche in den Speiseplan aufgenommen werden sollte. Portionen von 150200 Gramm sogenannter Fettfische liefern wichtige, mehrfach ungesättigte, Omega-3-Fettsäuren, die einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislaufsystem haben. Zu bevorzugen sind z.B. Lachs, Makrele (perfekt in Cremesuppen als Einlage), Thunfisch, Hering/Matjes und Forelle, die gedünstet, gebraten oder geräuchert verzehrt werden.
Empfohlen wird auch der mäßige Verzehr von Fleisch, bevorzugt aus regionaler, tiergerechter Haltung. Ein bis zwei Portionen Huhn, Rind oder Lamm in der Woche erweitern das Nahrungsangebot sinnvoll für all jene, die nicht auf vegetarische Kost setzen. Mehr als 300600 Gramm pro Woche sollten es jedoch nicht sein. Mögliche Eiweißlieferanten sind Eier (möglichst in Bioqualität), Milchprodukte oder Tofu, die sich gern mit Fisch und Fleisch im Tagesmenü abwechseln. Unter anderem führen Eier − wenigsten 2−3 inder Woche − dem Körper biologisch wertvolle Proteine, fettlösliche Vitamine sowie B1, B2 und Folsäure zu.
Ein gut funktionierendes Verdauungssystem unterstützt das allgemeine Wohlbefinden. Schwere, langsam verdauliche Lebensmittel belasten den Körper und entziehen ihm durch die Verdauungsarbeit Energie. Die Darmgesundheit und dadurch die Verdauung...
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Fakten zum Artikel
aus: pflegen Palliativ Nr. 41 / 2019

Fatigue

Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "pflegen: palliativ" Grundlagen