Rezension

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Barbara Steffen-Bürgi,
Erika Schärer-Santschi,
Diana Staudacher,
Settimio Monteverde (Hrsg.)
Lehrbuch Palliative Care
Hogrefe Verlag, Bern,
3. überarbeitete, erweiterte Auflage 2017, 976 Seiten
ISBN: 978-3-4568-5354-3
€ 69,95 (D), € 69,95 (A), CHF 89,00 (CH)
Der Klassiker ist mit einiger Verspätung endlich in seiner dritten vollständig überarbeiteten und erweiterten Auflage erhältlich. Die neuen Herausgeber haben das Erbe von Cornelia Knipping sorgfältig erhalten und führen das bewährte Konzept weiter.
Die Methodik und Didaktik des Lehrbuchs basiert im Wesentlichen auf der „palliativen Haltung und Kultur; darauf aufbauend bietet das Buch einen großen, bunten Strauß an Schlüsselthemen, die von ausgewiesenen Expertinnen und Experten aufgegriffen, ausgeführt und vertieft werden. Es stellt die betroffenen Menschen und ihre Familien in den Mittelpunkt und leitet daraus die patientenbezogenen Behandlungs- und Versorgungskonzepte ab.
Die primär angesprochene Zielgruppe sind auch in dieser Version Pflegefachpersonen; das fast1000 Seiten umfassende Buch hält jedoch auch für weitere Fachpersonen und Freiwillige im Gesundheits- und Sozialwesen wertvolle und lesenswerte Inhalte bereit.
Das Lehrbuch zeichnet sich durch seine Breite und transparente Struktur aus. Sie erlaubt den Leserinnen und Lesern, sich einerseits in die grundlegenden Konzepte von Palliative Care einzuarbeiten, und ermöglicht ihnen andererseits, sich gezielt einzelnen spezifischen Aspekten zu widmen.
In Teil eins des Lehrbuchs werden die Geschichte und das Grundverständnis von Palliative Care aufgearbeitet. Der zweite Teil widmet sich der Schmerztherapie und ausgewählten Symptomen. Psychosoziale Themen werden im dritten Teil vertieft analysiert, kulturelle und spirituelle Aspekte im vierten. Teil fünf behandelt das Thema Palliative Care am Lebensende. Im sechsten Teil stehen ausgewählte Zielgruppen im Fokus, im siebten komplementäre Aspekte und im achten ethische und juristische Aspekte. Aktuelle Themen, wie zum Beispiel die Gebrechlichkeit bzw. erhöhte Anfälligkeit älterer Menschen gegenüber Stressfaktoren (Frailty), wurden neu integriert.
Eine Stärke des Standardwerks ist die vielfältige und von verschiedensten Standpunkten ausgehende Herangehensweise an die unterschiedlichen Themen. Exemplarisch dafür steht die differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema Trauer: Vertieft wird dabei nicht nur auf die Prozesse der Betroffenen und Angehörigen eingegangen, es werden auch die neuesten Erkenntnisse zum Umgang mit Abschied und Trauer der Fachpersonen kritisch analysiert und kommentiert.
Nach einer eingehenden Auseinandersetzung mit dem Thema Round-Table-Gespräche sucht man dagegen leider vergeblich. Das Lehrbuch deckt eben trotz des Umfangs und der sorgfältigen Überarbeitung und Erweiterung nicht alles ab. Seinen Wert insgesamt stellt dies jedoch keineswegs infrage.
Fabienne Däster
Pflegefachfrau HF, MAS Palliative Care, Fachexpertin am Kompetenzzentrum für Palliative Care des Universitätsspitals Zürich
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Fakten zum Artikel
aus: pflegen Palliativ Nr. 38 / 2018

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Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "pflegen: palliativ" Grundlagen