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Luke J. Tanner
Berührung und Beziehung bei Menschen mit Demenz
Ein person-zentrierter Zugang zu Berührung,Beziehung, Berührtsein und Demenz
Herausgeber Carsten Niebergall
Hogrefe, Bern (2018)
272 Seiten
ISBN: 9783456858555
€ 29,95/PDF und EPUB € 26,99
Viele von uns mögen es, wenn man sie in einer traurigen oder stressigen Situation in den Arm nimmt. Wiederum andere gehen in solchen Situationen lieber in sich und scheuen den Körperkontakt. Vielleicht auch, weil sie dies aus ihren Kindesjahren nicht kennen. In der Pflege und Betreuung sind Berührungen jedoch wichtig für einen personzentrierten Zugang.
Wie viel Berührung ist erlaubt?
Die Einleitung des Buches „Berührung und Beziehung bei Menschen mit Demenz beginnt für mich mit einem wichtigen Punkt: Körperkontakt gehört zur Routine der pflegerischen Arbeit, denn je mehr Hilfe eine Person braucht, umso mehr muss sie auf die eine oder andere Art berührt werden. Klar kommt gleich die Frage auf, wie viel Nähe darf ich zulassen oder wie viel Abstand zum Pflegebedürftigen sollte ich haben? Hier gibt es keine Antwort. Dies ist bei jedem individuell. Dennoch finde ich es sehr gut, dass der Autor Luke J. Tanner uns mit dem Thema „Berührungen konfrontiert.
Er zeigt auf, wie wichtig Berührungen für die Stärkung der Persönlichkeit, der Beziehung und vor allem des Wohlbefindens sind. Immer wieder trifft man bei Pflegenden auf Hemmnisse, die diese abhalten, Berührungen wirkungsvoll zu nutzen. Gerade im Umgang mit Menschen mit Demenz dürfen Berührungen niemals eine Randerscheinung sein.
In den einzelnen Kapiteln wird die Wichtigkeit der personzentrierten Pflege und die verschiedenen Berührungsarten auf eine leicht verständliche Art präsentiert und so unser Wissen erweitert. Es wird dazu aufgefordert, unser jetziges Tun und Handeln zu reflektieren und dieses zu bestätigen oder es Schritt für Schritt zu verändern.
Mir als Leser ist aufgefallen, dass das Buch in einem sehr persönlichen und sympathischen Stil geschrieben ist. Es ist sehr nah an der täglichen Arbeit mit älteren Menschen.
Empfehlungen zur Umsetzung
Das Buch ist in dreizehn Kapitel eingeteilt. Es enthält eine Einleitung und einen fünfteiligen Anhang. Mehrere Fotos, Formulare, Tabellen und Abbildungen illustrieren den Text. Am Ende der Kapitel werden kurze Empfehlungen zur Umsetzung der Inhalte in der alltäglichen Praxis der Pflege und Betreuung gegeben.
Im Kapitel eins geht es um Pflegemodelle und Berührungskulturen. Bevor es im zweiten Kapitel um das führende Thema „Berührungen in der Pflege geht. Hier werden unterschiedlichen Themen behandelt. Von „keine Zeit für Berührung, über „erotische Berührungen, bis hin zu „freundschaftlichen Berührungen. Wobei uns wieder einmal bewusst gemacht wird, dass Berührung auch eine Art der nonverbalen Kommunikation ist. Hier sind wir wieder bei unserer täglichen Erfahrung aus Pflege und Betreuung.
Mehr Zeit durch bewusste Arbeit?
Das dritte Kapitel ergänzt das Thema Berührung bei kognitiven Beeinträchtigungen.
Um „Berührung im Bereich pflegerischer Aufgaben geht es später im Kapitel neun, wo es auch um das Thema Gestaltung in den Gemeinschaftsbereichen geht. Auch das „Tabuthema: „erotische Berührungen und sexuelle Intimität im Kapitel zehn sind sehr lesenswert. Eigentlich kann das ganze Buch, meiner Meinung nach, als Ratgeber zur Weiterbildung oder einfach zum bewussteren Arbeiten dienen. Trotz des immer wieder zu erwähnenden Zeitdrucks in der Pflege. Vielleicht können wir diesen durch bewusstes Arbeiten etwas reduzieren.
Alexandra Hofmann
Altenpflegerin
E-Mail: pflege-hofmann@web.de
Carmen Birkholz
Spiritual Care bei Demenz
(Reinhardts Gerontologische Reihe; 53)
Reinhardt, Weinheim (März 2017)
173 Seiten
(978-3-497-02651-7) kt
€ [D] 24,90/€ [A] 25,60
Das Buch „Spiritual Care bei Demenz lädt durch die Worte Wertschätzung, sinnliche Angebote, Musik und Rituale zum Lesen ein. Gerade am Ende ihres Weges ist die Begleitung von...
pflegen Demenz
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Fakten zum Artikel
aus: pflegen Demenz Nr. 51 / 2019

Nacht

Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "pflegen: Demenz" Wissenschaft