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Michael Schilder | Elisabeth Philipp-Metzen
Menschen mit Demenz. Ein interdisziplinäres Praxishandbuch: Pflege, Betreuung, Anleitung von Angehörigen
Kohlhammer Verlag (2018)
264 Seiten
ISBN: 978-3-17-025746-7
€ 29,00 (D)
„Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen bzw. Bezugspersonen stellen in unseren Gesellschaften eine zunehmend wichtiger werdende Zielgruppe für Berufe in Gesundheitswesen dar. So lautet der einführende Satz des interdisziplinären Praxisbuches. Es ist in neun Kapitel unterteilt und soll Pflegenden fundiertes Wissen vermitteln, um Angehörige fachlich anleiten und beraten zu können. Aber auch pflegende Angehörige sollen sich aus dem Buch Informationen beschaffen können. Nach der Einführung beleuchtet das Buch Demenz als Krankheit: die Symptome, Diagnostik und Therapie. Die Autoren thematisieren die Grundlagen der Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz sowie die Voraussetzung professioneller Betreuungs- und Pflegearbeit. Anschließend werden Strategien und Settings in der Betreuung und Pflege dargestellt. Das siebte Kapitel behandelt die Situation pflegender Angehöriger. Im Anschluss wird ein Überblick zur Unterstützung von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen im Alltag gegeben. Das letzte Kapitel dreht sich um das Thema „Gewalt in der Pflege von Menschen mit Demenz. Die Stichworte am Rand des Buches bieten einen guten Überblick. Die Tabellen und Skizzen sind verständlich gegliedert und wissenschaftlich fundiert dargestellt. Das Buch verfügt über ein Abkürzungsverzeichnis sowie ein Glossar. Das Literaturverzeichnis rundet das Praxisbuch ab.
Die Autoren haben unterschiedliche Fachschwerpunkte. Während Elisabeth Philipp-Metzen Gewaltprävention in der Pflege, Pflegeberatung und gerichtliche sowie außergerichtliche Sachverständigentätigkeit als ihren Praxisschwerpunkt benennt, ist Dr. Michael Schilder Professor für Pflegewissenschaft. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die Entwicklung von Versorgungskonzepten für Menschen mit Demenz und deren pflegende Angehörige. Besonders die Abschnitte „Voraussetzungen professioneller Betreuungs- und Pflegearbeit und „Beratung und Unterstützung im Alltag für Menschen mit Demenz und Angehörige werden durch Gesetzestexte gestützt. Diese werden verständlich vermittelt. Für den pflegerischen Praxisalltag halte ich diese Beiträge für interessant, weil sie klar darstellen, was Angehörige bezüglich ihrer Rechte und Pflichten vermittelt werden sollte und wo sie sich im Zweifel Hilfe holen können.
Das Thema „Gewalt in der Pflege von Menschen mit Demenz wird aus unterschiedlichen Perspektiven dargestellt. Auf der einen Seite sind die Pflegenden die Täter. Auf der anderen Seite sind es die Menschen mit Demenz. Auch pflegende Angehörige werden in dem Buch als Ausübende von Gewalt beschrieben. Im Anschluss liefern die Autoren eine Möglichkeit der Früherkennung von Gewalt am Beispiel des PURFAM-Assessments. Hierzu stellen die Autoren einen Auszug aus der PURFAM-Checkliste vor. Die Wichtigkeit der Prävention steht hier im Vordergrund und ist praxisorientiert vermittelt. Das Glossar am Ende kann nützlich sein, wenn Angehörige von Menschen mit Demenz zu diesem Werk greifen.
Mein Fazit: Ein gut strukturiertes und gut verständliches Buch für die Praxis. Es liefert prägnante und zum Teil zusammengefasste Informationen, die einfach wiederzugeben sind und einen klaren Handlungsbezug haben. Mit der Berücksichtigung des neuen Pflegeversicherungsgesetzes bietet es einen guten Überblick über die Rechte und Pflichten von Angehörigen und Menschen mit Demenz. Die aus dem Buch gewonnenen Informationen können für Pflegekräfte interessant sein, um Angehörige fundiert beraten zu können. Aber auch Angehörige von Menschen mit Demenz bietet dieses Buch durch die einfach erklärten Fachbegriffe einen guten Pool an Informationen.
Linda Ahrens
Redaktion pflegen: Demenz
E-Mail: ahrens@friedrich-verlag.de
Birgit Dietz
Demenzsensible Architektur: Planen...
pflegen Demenz
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Fakten zum Artikel
aus: pflegen Demenz Nr. 49 / 2018

Beziehungsgestaltung

Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "pflegen: Demenz" Wissenschaft