Pflegende schauen mutig in die Zukunft

1 Der zentrale Tagungsort, die Kapelle der Diakonie Bethanien, war gut gefüllt
1 Der zentrale Tagungsort, die Kapelle der Diakonie Bethanien, war gut gefüllt, Foto: © Friedrich Verlag

Volle Plätze bei der 2. Fachtagung von pflegen: Demenz in Solingen

Alle sitzen ruhig auf ihren Stühlen, die Augen sind geschlossen. Die Füße stehen fest auf dem Boden. Die Hände liegen locker auf den Oberschenkeln und die Sonne scheint von draußen durch das Fenster. Einatmen und aus-atmen und wieder einatmen und ausatmen. Die Teilnehmer sollen auf ihren Atem achten und sich allein darauf konzentrieren. Diese Übung sollte ein kleiner Ausstieg aus dem Alltag vieler Pflege- und Betreuungskräfte sein und sie war Teil einer Tagung.

Am 10. Oktober fand die 2. Fachtagung der Zeitschrift pflegen:Demenz, in Kooperation mit der Diakonie Bethanien, in Solingen statt. Unter dem Motto „Mutig bleiben. Wir gestalten die Zukunft sind rund 150 Interessierte unterschiedlicher Fachrichtungen in die Kapelle der Diakonie Bethanien gekommen.
Angehörige verstehen und Rahmenbedingungen abstecken
„Mutig bleiben war in diesem Jahr das Thema der Fachtagung und auch darum ging es in den Vorträgen mutig in die Zukunft blicken und sich bewusst sein, als Pflege- und Betreuungskraft einen wichtigen Job für unsere Gesellschaft zu leisten. Die Perspektive der Angehörigen von Menschen mit Demenz wurde durch den Vortrag von Helga Schneider-Schelte beleuchtet. Die Leiterin des Alzheimer-Telefons, das Angehörigen bei schwierigen Situationen Hilfe bietet, berichtete von unterschiedlichen Konfliktsituationen zwischen Angehörigen und Betreuungsfachkräften. Die Essenz des Vortrages ist der Wunsch der Angehörigen, verstanden zu werden, als ein Team zusammenzuarbeiten und auch mal andere Wege auszuprobieren. „Orientierung erfordert Mut, so Detlef Rüsing, Herausgeber der Fachzeitschrift pflegen: Demenz, in seinem Vortrag. Eine Hauptaussage ist, dass Menschen mit Demenz ein stabiles und Orientierung schaffendes Gegenüber benötigen. Hierzu sind Rahmenbedingungen für die Pflege nötig: ein gutes Arbeitsverhältnis, körperliche und psychische Gesundheit, Wissen und ein erfülltes Privataleben. Trotz Fachkräftemangel und der hohen Belastung, sollten Betreuende mutig bleiben und die Bedienungen für ihre berufliche Zukunft aktiv mitgestalten.
Workshops: Diskussionen und praktische Übungen
Am Nachmittag hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann die Qual der Wahl. Sie konnten aus unterschiedlichen Workshops wählen und sich im Vorfeld dazu anmelden. In verschiedenen Räumlichkeiten konnten sich die Interessierten über die Planung einer gelungenen ethischen Fallkonferenz informieren, den Umgang mit herausfordernden Bewohnern reflektieren oder etwas über Achtsamkeitspraxen im Alltag erfahren.
Im Kurs „Sexualität ermögliche Möglichkeiten und Grenzen aus rechtlicher Sicht haben die Teilnehmer lebhaft über Grenzen und das Zulassen von Sexualität in der Pflege diskutiert. „Der Workshop von Gudrun Schaade war sehr praxisnah und lebhaft aber leider viel, viel zu kurz. Einfach toll!, das meldete eine Teilnehmerin am Ende der Veranstaltung zurück. Der Kurs „Beschäftigung Ergotherapeutische Ansätze für die Praxis in der Altenpflege vermittelte sinnvolle Beschäftigung für Menschen mit Demenz in den unterschiedlichen Stadien der Erkrankung. „Wichtig: Jedes Verhalten eines demenziell erkrankten Menschen hat für ihn eine Bedeutung!, so lautete eine der Kernaussagen von Gudrun Schaade. Auch über die wichtigsten Zugangsmöglichkeiten, wie zum Beispiel Singen oder rhythmisches Sprechen, für Menschen mit Demenz informierte die Ergotherapeutin die Interessierten.
„Es ist schön, mal an nichts zu denken, sagte eine Teilnehmerin nach der Atemübung des Workshops „Achtsam in dem Alltag. Um die Zukunft gestalten zu können, ist manchmal eine kleine Auszeit nötig.
Linda Ahrens
Redaktion pflegen:Demenz
E-Mail: ahrens@friedrich-verlag.de
pflegen Demenz
Sie sind bereits Abonnent?

Jetzt anmelden und sofort lesen

Weiterlesen im Heft

Ausgabe kaufen

pflegen Demenz abonnieren und digital lesen!
  • Exklusiver Online-Zugriff auf Ihre digitalen Ausgaben
  • Print-Ausgabe der abonnierten Zeitschrift bequem nach Hause
  • Zusatzvorteile für Abonnenten im Online-Shop genießen

Zeitschrift abonnieren

Fakten zum Artikel
aus: pflegen Demenz Nr. 49 / 2018

Beziehungsgestaltung

Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "pflegen: Demenz" Wissenschaft