Für Sie gelesen

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Michael Coors|Alfred Simon|Bernd Alt-Epping (Hrsg.)
Freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit Medizinische und pflegerische Grundlagen, ethische und rechtliche Bewertungen
Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2019
177 Seiten
Print: ISBN-978-3-17-034-194-4
€ 35,00 (D), € 36,00 (A), SFR 42,00 (CH)
Auch als Epub, Mobi und PDF unter https://www.kohlhammer.de
Im Rahmen der Münchner Reihe PALLIATIVE CARE haben sich die Herausgeber mit dem Themenkomplex „Freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit (FVNF) befasst, in engem Bezug zu den Bereichen Palliativmedizin Palliativpflege Hospizarbeit.
Schon in der Einleitung wird die Leserin/der Leser auf das hohe Diskussionspotenzial eingestimmt, welches die Möglichkeit, das eigene Leben durch den Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit zu beenden, hervorruft. Um das erwünschte Ziel zu erreichen, bedarf es besonders in der Endphase der Unterstützung eines gut funktionierenden Teams. Somit kann die bewusste, freiwillige Entscheidung eines betroffenen Menschen aus seiner individuellen Leidenssituation heraus zur Infragestellung der moralischen Verpflichtung jedes Wegbegleiters werden.
Wie der Untertitel bereits andeutet, besteht das Buch aus zwei Teilen. Diese sind klar strukturiert und somit übersichtlich. Zum besseren Verständnis werden diverse Fallbeispiele aufgeführt oder Grafiken geben Orientierung.
Der erste Teil medizinische und pflegerische Grundlagen setzt sich aus einzelnen Beiträgen zusammen, die das Erleben der Begleitung beim FVNF aus der Sicht der einzelnen Berufsgruppen schildern und deren Schwerpunkte aufzeigen.
Im zweiten Teil beschäftigen sich die einzelnen Autorinnen und Autoren u.a. aus den Bereichen Theologie und Recht mit den ethischen und rechtlichen Bewertungen des FVNF. Auch durch die gesetzliche Regelung des § 217 StGB (geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung, aus dem Jahr 2015 und die aktuelle Rechtsprechung im Februar 2020, Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung) hat die Thematik eine größere Beachtung erhalten (siehe auch Beitrag Melching).
Aus diversen Perspektiven wird der FVNF ethisch reflektiert und somit zu einer offenen Diskussion zum Umgang mit der Ernährung am Lebensende angeregt. Bedeutet die fehlende Aufnahme ein Verzicht auf das Leben? Ist er eine Form der Selbsttötung? Ist die Begleitung eine Art der Nächstenliebe? sind dabei nur einige Fragen.
Mit dem Buch wird ein großes Spektrum dieses komplexen Themas abgedeckt. Somit ist es für jede/jeden geeignet, die/der sich mit der Thematik beschäftigen möchte.
Aus der Sicht einer Palliative-Care-Fachpflegerin spricht mich der erste Teil des Buches mehr an, weil er partiell Selbsterlebtes schildert und die Bedeutsamkeit der Teamarbeit darlegt. Das Aufzeigen der einzelnen Problemfelder und die vielseitigen Möglichkeiten z.B. im Umgang mit der Symptomlinderung macht das Buch z.T. zu einer Art Leitfaden.
Nach dem Lesen des zweiten Teils kann ich mich nur dem Wunsch der Verfasser anschließen, dass in unserem Land eine neue Sterbekultur dringend nötig ist, um jedem einzelnen Menschen seine letzte Lebensphase so würdig wie möglich gestalten zu können.
Sabine Klöpper
Krankenschwester; Palliative-Care-Fachpflegerin; Teammitglied Hospiz Minden/Volker- Pardey-Haus
info@hospiz-minden.de
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Fakten zum Artikel
aus: pflegen Palliativ Nr. 46 / 2020

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