Andrea Stratmann

Erkrankungen des Verdauungstraktes bei Kindern

Viele Erkrankungen des Gastrotintestinaltraktes bei Kindern sind therapierbar, verursachen aber unangenehme Beschwerden
Viele Erkrankungen des Gastrotintestinaltraktes bei Kindern sind therapierbar, verursachen aber unangenehme Beschwerden, Foto: © Ann in the uk |Shutterstock.com

Andrea Stratmann

Viele schwerkranke Kinder und Jugendliche leiden unter Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Obstipation. Der folgende Beitrag informiert über gastrointestinale Erkrankungen, ihre Ursachen und Symptome und zeigt, wie Pflegende die Beschwerden ihrer jungen Patientinnen und Patienten lindern können. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der seltenen, genetisch bedingten Schleimhauterkrankung Epidermolysis bullosa.

In der Kinderheilkunde gibt es viele gastrointestinale Erkrankungen, die durch eine erschwerte Nahrungsaufnahme und Resorption gekennzeichnet sind. Der Magen-Darm-Trakt (gastrointestinaler Bereich) ist dann − z.B. bei Nahrungsmittelallergien, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Chron oder Colitis Ulcerosa − in seiner physiologischen Funktion eingeschränkt.
In der Palliative Care sind nur wenige Primärerkrankungen der Verdauungsorgane nicht therapierbar. Allerdings sind gastrointestinale Beschwerden wie Appetitlosigkeit, epigastrische Schmerzen (Oberbauchschmerzen), Übelkeit, Erbrechen oder Obstipation häufige Ko-Faktoren (s.Tabelle ).
Krebserkrankungen, die ihren Ursprung im gastrointestinalen Bereich haben − wie Magenkarzinom oder Darmkrebs  − treten bei Kindern und Jugendlichen eher selten auf (Reinhardt, 1994: 684).
Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen
Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen
Krebs ist auch im Kinder- und Jugendalter weit verbreitet; nicht jede Krebserkrankung hat Aussicht auf Heilung. Laut dem Jahresbericht 2016 des Deutschen Kinderkrebsregisters ist Leukämie mit etwa 31 Prozent der registrierten Fälle die häufigste Krebsart bei Kindern und Jugendlichen, gefolgt von Tumoren des Zentralnervensystems (Hirntumoren) und Lymphomen. Recht häufig erkranken Kinder und Jugendliche auch an Neuroblastomen und Nephroblastomen.
Allerdings gibt es andere palliative Erkrankungen, mit gastrointestinalen Begleitsymptomen, die nach heutigem Stand der Wissenschaft nicht kurativ behandelt werden können. Ein Beispiel dafür ist die genetisch bedingte Hauterkrankung Epidermolysis bullosa, auf die im Folgenden vertiefend eingegangenen wird.
Epidermolysis bullosa
Zu den palliativen Erkrankungen mit gastrointestinalen Begleitsymptomen, zählt die Epidermolysis bullosa, eine genetisch bedingte Hauterkrankung, die durch Blasenbildung zwischen Dermis und/oder Epidermis charakterisiert ist. Hierbei können auch Schleimhäute im Verdauungstrakt befallen sein. Hautpflege, Schmerztherapie und psychosozialen Betreuung sind wichtige Bausteine der Behandlung und Pflege.
Die Erkrankung wird je nach Höhe der Spaltbildung zwischen vier verschiedenen Formen unterschieden, von denen zwei nachfolgend vorgestellt werden.
Dystrophe Epidermolysis bullosa
Diese Form zeigt sich meist schon bei oder kurz nach der Geburt. Die Blasen treten in der Dermis auf und verursachen oft starkes Jucken und Schmerzen. Bei einem schweren Verlauf der Erkrankung kommt es unter anderem zur Blasenbildung im Mund (oral), Rachen (pharyngeal) und in der Speiseröhre (ösophageal). Sind die Blasen abgeheilt, verursachen die Narben weitere Probleme, z.B.
  • periorale Kontrakturen: diese verhindern das Öffnen des kompletten Mundes
  • Fixierung der Zunge
  • Verengungen der Speiseröhre (Ösophagusstenosen)
  • Beeinträchtigungen des Kau- und Schluckapparats (Dysphagien)
  • Schmerzen beim Essen.
Begleitend treten häufig auf:
  • Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre (gastroösophagealer Reflux)
  • chronische Obstipation sowie
  • kariöse Zähne.
Diese Probleme erschweren die Nahrungsaufnahme und -verarbeitung und führen oft zur Nahrungsverweigerung.
Junctionale Epidermolysis bullosa (JEB)
Bei dieser Form treten Blasen auf, die sich bei der Nicht-Herlitz-JEB einer von zwei Unterformen zwischen der Dermis und der Epidermis bilden. Entstehen die Blasen im Kehlkopf, kommt es zu
  • einer charakteristischen Stimme
  • einem zischenden oder pfeifenden Geräusch beim Ein- oder Ausatmen...
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Fakten zum Artikel
aus: pflegen Palliativ Nr. 37 / 2018

Gastrointestinale Symptome

Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "pflegen: palliativ" Grundlagen