Karin Dlubis-Mertens

DGP-Kongress erstmals online

Backstage-Studiofeeling – eine neue Kongresserfahrung ...
Backstage-Studiofeeling – eine neue Kongresserfahrung ..., Foto ©: DGP–|–Lie Römer

Karin Dlubis-Mertens

Teilnehmende auch digital lebhaft im Austausch

Der 13. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) vom 9. bis 12. September zu „Kontroversen am Lebensende fand coronabedingt erstmals digital statt: Kameras statt Teilnehmende, Livestream-Interviews und -Aufzeichnungen statt Diskussionen in Tagungsräumen und Veranstaltungsforen. Dennoch zeigten mehr als tausend Teilnehmende großes Interesse an dem neuen Format und diskutierten in Chats lebhaft und offen mit.

Diese Veranstaltung war als erster digitaler Kongress der DGP etwas Besonderes formal wie inhaltlich. Trotz des kurzfristigen Wechsels von zunächst Präsenz- über Hybrid- hin zum reinen Online-Kongress und anfänglicher technischer Schwierigkeiten gab es überwiegend positive Rückmeldungen auf die aus dem RheinMain CongressCenter (RMCC) Wiesbaden dirigierte Veranstaltung.
Diese Themen interessierten
Mit dem Leitmotiv „Kontroversen am Lebensende beförderte das Wiesbadener Kongresspräsidium Dr. Oliver Maier, Michaela Hach und Dr. Kurt W. Schmidt die Auseinandersetzung mit komplexen Fragestellungen
  • zu Anforderungen an die Palliativversorgung in Pandemiezeiten
  • zur Sterbehilfedebatte bzw. die Analyse „Nach der Abschaffung von §217 StGB Wo stehen wir?
  • zum Umgang mit „Freiwilligem Verzicht auf Essen und Trinken und
  • dem genaueren Blick nach Belgien und in die Niederlande in Bezug auf assistierten Suizid bzw. Sterbehilfe.
Großes Interesse fanden darüber hinaus die sich insbesondere an der täglichen Berufspraxis orientierenden Fragen wie
  • Palliativmedizin 2.0 mit modernen onkologischen Therapien?
  • Transition Gemeinsamkeiten und Unterschiede Kinderpalliativversorgung bis zum 40. Lebensjahr?
  • Behandlungsstandards „Hoffnung vermitteln oder „Koordination von Palliativversorgung.
Mit Spannung erwartet wurde die Plenarveranstaltung zur „Palliativen Performance, dargeboten als Analyse, Spiel und Erleben Letzteres im Gespräch mit Angehörigen. Eine Reihe von ausgebuchten Workshops ergänzte das breit angelegte Programm.
Umrahmt wurden die diversen anregenden Vorträge aus der palliativversorgenden Fachwelt durch tiefgründige und doch wunderbar leichte Zwischenworte von Wladimir Kaminer zur „Bedeutung von Heimat am Lebensende und von Jonas Geissler zu „Zeit bestimmt Leben, die sicher ebenso in Erinnerung bleiben wie die Diskussion zu dem bemerkenswerten ZDF-Beitrag „Ich sterbe wie ich will Ein Film vom Sterbenmüssen mit Regisseur Yves Schurzmann und ZDF-Redakteurin Brigitte Klos.
Neue digitale Erfahrungen
Überraschend war für das digitale Publikum, wie nahe es bei den sechs Darbietungen des Poetry Slam an der Bühne saß, auf der sich Annika Blanke, Jenny LyRieck, Conni Fauck, Tobi Kunze, Klaus Urban & Pauline Füg auf jeweils unverwechselbare Weise des Themas „Der Tod stirbt nie annahmen (siehe Kasten).
Information füralle Teilnehmenden
Bis September 2021 besteht die Möglichkeit, fast alle Vorträge on demand nachzuschauen.
YouTube-DGPalliativ
Die Interviews, die Poetry-Slams „Der Tod stirbt nie und einiges mehr sind auf dem DGP-YouTube-Kanal einzusehen unter:
Ebenso interessant gestalteten sich diverse Interviews, in denen Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Henrikje Stanze fachkompetent und gleichzeitig erfrischend Expertinnen und Experten befragte wie Prof. Dr. Claudia Bausewein, Heiner Melching, Dr. Bernd Oliver Maier, Michaela Hach, Prof. Dr. Friedemann Nauck, Prof. Dr. Roman Rolke, Sandra Mai oder Franziska Kopitzsch (siehe Kasten).
Besonders aufschlussreich war außerdem der Austausch mit den erfahrenen Journalistinnen Sandra Maischberger und Dr. Regina Oehler sowie Redakteur Stefan Schröder, die sich aus TV-, Hörfunk- und Print-Perspektive mit der Frage befassten, wie Themen der Palliativ- und Hospizversorgung der Öffentlichkeit nahegebracht werden können.
Wegweisende Evaluation
Etwa ein Viertel der...
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Fakten zum Artikel
aus: pflegen Palliativ Nr. 48 / 2020

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