Internet: Fluch und Segen für Pflegekräfte

Symptome googlen …

Pflegekräfte stehen immer häufiger der Situation gegenüber, dass Patientinnen und Patienten sich über ihre Erkrankung oder Behandlung und zu Details der pflegerischen Versorgung im Internet informieren. Das kann herausfordernd sein. Wir geben Ihnen fünf wertvolle Tipps zum Umgang mit diesem Verhalten.

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Datenschutz und Digitalisierung: Mittlerweile ist das Filme und Fotografieren zum Alltag geworden. Aber nicht überall ist es erlaubt. ©nikolas_stock - stock.adobe.com

Wenn Patienten Symptome googlen…

Das Internet ist manchmal Fluch und Segen zugleich. Denn auf der einen Seite ist es gut, dass viele Menschen sich auf diese Weise stärker mit ihrer Gesundheit auseinandersetzen, eventuell sogar nach Maßnahmen suchen, mit denen sie selbst ihren Heilungsprozess fördern können. Auf der anderen Seite ist es für Laien zum einen schwer, seriöse Quellen von schlecht zusammengestellten Informationen zu unterscheiden. Ganz zu schweigen davon, dass sie die Inhalte nicht immer einordnen können, Zusammenhänge vielleicht nicht klar sind und ihnen natürlich die Erfahrung fehlt, die Fachkräfte in ihrem Arbeitsalltag sammeln.

Praxistipps: So verhalten Sie sich richtig

1. Akzeptanz – Die Zahl der Patienten, die Sie mit Informationen aus dem Internet konfrontiert, wird zunehmen. Daher sollten Sie entsprechende Gespräche nicht grundsätzlich abblocken. Ideal wäre es, wenn Sie sich zumindest selbst an den Rechner setzen könnten, um eine Vorstellung davon zu bekommen, welche Seiten zu den relevanten Themen verfügbar sind. Natürlich wäre es unrealistisch, solch eine Onlinesuche zu jedem Krankheitsbild Ihrer Station durchzuführen. Sie können Diskussionen aber besser begegnen, wenn Sie wissen, wie Online-Informationen aufgebaut sind, was unter anderem Selbsthilfegruppen oder auch andere Kliniken beispielhaft für eine Krankheit veröffentlichen.


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2. Informationsaufnahme – Auch wenn Ihnen die Zeit im Nacken sitzt, versuchen Sie, geduldig zu bleiben und sich die Fragen oder Anregungen anzuhören. Lassen Sie sich gegebenenfalls von dem Patienten einen Link geben, wo er die Informationen gefunden hat. Sichern Sie ihm zu, dass Sie sich gern noch einmal erkundigen werden.
Versuchen Sie, sich in seine Lage zu versetzen: Die Situation im Krankenhaus ist für die meisten Menschen mit einem Gefühl der Hilflosigkeit verbunden, dem sie auf diese Weise begegnen wollen.

3. Hinterfragen – Stellen Sie Ihre eigene Arbeitsweise auf den Prüfstand. Vielleicht ist ja tatsächlich eine interessante Info dabei? Besprechen Sie das Thema gegebenenfalls mit einer Kollegin. Auch mit vielen Jahren der Erfahrung kann jeder noch etwas dazulernen.

4. Rückmeldung – Sollte die Information des Patienten falsch sein, erklären Sie ihm sachlich die Gründe. Dieses Gespräch ist sehr wichtig – es baut Vertrauen auf und führt dazu, dass Ihre Kompetenz künftig nicht so schnell infrage gestellt wird.

5. Unterstützung – Der Patient beharrt auf seiner Meinung, was Ihre Arbeit erschwert? Ziehen Sie eine Kollegin zum Gespräch hinzu oder – wenn möglich – einen Experten,Wundmanager, Hygienebeauftragte etc.

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