Manuela Wasl

Palliativpflege in besonderen Zeiten

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Manuela Wasl

Hilfreiche Handlungsempfehlungen im Umgang mit CoVid-19-Erkrankten

Im Rahmen der Corona-Pandemie wurden in Österreich Maßnahmen und Einschränkungen verordnet, um die Ausbreitung der Covid-19-Viren einzudämmen. Angelehnt an das Positionspapier der Österreichischen Palliativgesellschaft (OPG) zum Umgang mit Covid-19 aus palliativmedizinischer Sicht, hat die AG Palliativpflege Empfehlungen zur Anwendung von pflegerischen Maßnahmen erarbeitet.

Ende März hat sich auch in Österreich das Leben grundlegend verändert. Trotz der empfohlenen und verordneten Maßnahmen durch die Politik war die Sorge gegeben, dass das Gesundheitssystem überlastet werden könnte.
Hilfreiche Empfehlungen der Fachgesellschaft
In diesem Kontext wurde von der OPG das Positionspapier aus palliativmedizinischer Sicht sowie von der AG Palliativpflege die „Empfehlung zur Anwendung von pflegerischen Maßnahmen in der Betreuung von Patient*innen mit Covid-19 in einer palliativen Situation erarbeitet (einzusehen unter: https://www.palliativ.at/nachrichten/).
Letztgenannte soll vor allem Pflegepersonen im Akutbereich unterstützen. Dabei wurde darauf geachtet, dass die empfohlenen Maßnahmen auch in einem herausfordernden Pflegealltag rasch und unkompliziert umsetzbar sind, ohne jedoch den palliativen Grundgedanken zu vernachlässigen. Denn jedem schwerkranken und sterbenden Menschen muss ungeachtet einer Krise eine palliative ganzheitliche Betreuung ermöglicht werden. Für zusätzlichen Support stehen Palliativteams der jeweiligen Region je nach Möglichkeit zur Verfügung.
Wunsch nach palliativer Behandlung respektieren
Von einem Szenario, in dem Menschen eine Intensivversorgung benötigen, diese aber aufgrund der Überlastung nicht erhalten können, ist Österreich erfreulicherweise verschont geblieben und es ist zu hoffen, dass die Anzahl der Covid-19-Erkrankungen auch weiterhin niedrig gehalten werden kann, damit ein solches Szenario nicht eintritt.
Unabhängig davon gibt es aber auch erkrankte Menschen, die trotz Möglichkeit nicht mehr akut behandelt werden möchten, also palliative Betreuung wünschen. Das muss berücksichtigt werden, egal ob dies schriftlich oder mündlich geäußert wurde. Hier müssen sich Palliativpflegepersonen in Zukunft noch mehr einbringen. Auch ihre Unterstützung auf Akutstationen und in Pflegeheimen wird aufgrund ihrer ethischen Kompetenzen und kommunikativen Fähigkeiten noch wichtiger werden. Denn ihre Erfahrungen in der multiprofessionellen bzw. interdisziplinären Auseinandersetzung mit ethischen Fragestellungen sind hilfreich und notwendig.
Vielfältige Herausforderungen bewältigen
Die Corona-Pandemie bringt aber auch Herausforderungen mit sich, welche Palliativpflegepersonen an die Grenze der Belastung bringen, z.B.
  • in der täglichen Bewältigung des Besuchsverbots in Institutionen, besonders wenn das Verabschieden von Sterbenden massiv eingeschränkt oder sogar verboten ist
  • durch das Wegfallen anderer Begleitdienste, z.B. Ehrenamtliche Mitarbeitende oder Seelsorgende.
Das bedeutet für die Pflegepersonen zusätzliche Aufgaben, wobei die personellen und zeitlichen Ressourcen ohnehin schon sehr eng sind. Die mobilen Teams müssen ebenfalls sehr flexibel und einfallsreich agieren, besonders wenn 24-Stunden-Betreuer fehlen und auch Hauskrankenpflegeorganisationen bzw. Hausärzte knappe Ressourcen haben.
Erste Lockerungen sind eingetreten, auch in den Krankenhäusern und Pflegeheimen. Aber noch immer ist der Alltag geprägt von diversen Einschränkungen und persönlicher Distanz, dadurch ist eine Erleichterung in der Begleitung noch nicht in Sicht. Covid-19 hat den Palliativbereich sehr verändert und Betreuende sind gefordert, trotz dieser vielen Veränderungen den palliativen Weg nicht zu verlassen und noch besser auf sich selbst zu achten.
Manuela Wasl
Dipl.-Gesundheits- und Krankenpflegerin, Klinische Abteilung für Innere Medizin 2, Palliativmedizin, Universitätsklinikum Krems; Dipl.-Aromapraktikerin;...
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Fakten zum Artikel
aus: pflegen Palliativ Nr. 47 / 2020

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Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "pflegen: palliativ" Praxis