Palliative-Care-Informationen einfach und schnell per App

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Schnell zugängliche Informationen und Antworten auf dringende Fragen sind wichtig, um sich in der palliativen Praxis gut zurechtzufinden. Dies gilt für Fachpersonen, kranke Menschen und ihre Angehörigen gleichermaßen. Viele Informationen gibt es online; sie können per App immer und überall abgerufen werden. Der Pflegefachmann Christian Grothe bietet eine solche App an. pflegen: palliativ sprach mit ihm über die Entwicklung, das Angebot und seinen praktischen Nutzen.

pflegen: palliativ: Herr Grothe, wie sind Sie auf die Idee gekommen, eine Palliative Care App anzubieten?
Christian Grothe: Ich beschäftige mich seit vielen Jahren theoretisch und praktisch intensiv mit Palliative Care. Im Umgang mit den Angeboten im Internet und auf elektronischer Basis bin ich privat eher sorgsam. Ich spüre fast täglich, wie viel ich im Internet unterwegs bin. Der Aufwand nimmt zu und es wird auch aufreibend.
Daher hatte ich die Idee − neben meiner Hauptberuflichen Tätigkeit −, alle Informationen, Termine, Daten, Ergebnisse von Forschungen und nützliche Tipps zu einer elektronischen App zusammenzuführen, wo man überall schnell nachschauen kann. Sie sollte den Anforderungen an die elektronische Zukunft gerecht werden.
Auch Menschen im höheren Alter beschäftigen sich immer mehr und intensiver mit dem Internet. Zuständig für Pflege und Betreuung bekam ich viele E-Mails und Anregungen von sehr alten Bewohnern und Patienten. Ich spürte, dass sie sich offen und mit Freude mit der neuen Materie auseinandersetzten. Sie hatten Spaß daran, Teil der modernen Entwicklung zu sein.
Da es keine grenzüberschreitende Palliative Care-App im deutschsprachigen Raum gab, wollte ich ein gemeinsames Netzwerk im Bereich Palliative Care für Deutschland, Schweiz und Österreich kreieren. In der App sollten Daten, Informationen und Termine aus allen diesen Ländern zusammenfügt werden, um so auch eine gemeinsame Haltung zu bewirken. So können App-Nutzer den eigenen Horizont und das eigene Palliative-Care-Netzwerk erweitern.
Die Palliative Care-App stellt keine Konkurrenz zu anderen Fachportalen und Apps aus dem Gesundheitswesen dar. Sie soll die Vernetzung unterstützen und zu einer wichtigen Informationsplattform für Palliative Care im deutschsprachigen Raum werden. Vorschläge und Unterstützungen sind immer willkommen.
Seit wann gibt es das Angebot? Wie verlief der Aufbau von der Idee bis heute?
Die Idee kam mir im Sommer 2017 beim täglichen Waldspaziergang mit meiner Beagledame Cessy. Ich recherchierte, wie man die Fülle der Daten zusammenfügen kann und welche Software sich am besten für die Palliative Care-App eignet. Meiner Kollegin Barbara Tausch, mit der ich sehr eng zusammenarbeite, half mir bei der Veröffentlichung, z.B. bei Zertifizierungen im Apple Store, Google Play Store etc.
Sam V. Furrer, ein guter Freund und Fotograf, stellte mir viele Bilder zur Verfügung, die gut zur Thematik Endlichkeit und Palliative Care passen. Viele seiner Bilder symbolisieren die Verletzlichkeit und Vergänglichkeit des Lebens und versinnbildlichen den Tod als Übergang in eine andere Welt
Nach der Programmierung füllte ich vier Wochen lang täglich die Grundfacts in der App, legte die Struktur fest und definierte die Rubriken sowie Themenbereiche, die angesprochen werden sollen.
Der Arbeitsaufwand für die Freischaltung war recht hoch, dennoch ging es dann schnell. Im September 2017 konnten wir fast zeitgleich bei Google Play Store und Apple Store online gehen.
Parallel baue ich jetzt das Netzwerk für diese App bei Facebook und Twitter auf. Ziel ist es, über die sozialen Medien verschiedene Zielgruppen anzusprechen und auch jüngere Menschen für das Thema Palliative Care zu sensibilisieren.
Ist Ihre App eine reine FachApp für Health Professionals? Oder ist sie auch für Laien, also z.B. für kranke Menschen und ihre Angehörigen, gedacht?
Die Palliative Care-App soll verschiedene Gruppen ansprechen. Sie richtet sich einerseits an Menschen in...
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aus: pflegen Palliativ Nr. 38 / 2018

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