Jürgen Brüggemann

Die Pflegequalität im Fokus

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Jürgen Brüggemann

Wie der MDK zu einer gesicherten Versorgungsqualität beiträgt

Gesetzlich Versicherte haben einen Anspruch auf eine wirksame, sichere und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung. Die regelmäßigen Qualitätsprüfungen aller ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) tragen dazu bei, dass Pflegebedürftige gut versorgt werden.

Der Begriff „Qualität kommt allein oder in diversen Wortzusammensetzungen 237-mal im Sozialgesetzbuch XI (SGB Soziale Pflegeversicherung) vor. Ein Zeichen dafür, wie wichtig dem Gesetzgeber Qualität in der Pflege ist. Mehr als drei Millionen Menschen sind in Deutschland pflegebedürftig. Sie müssen darauf vertrauen können, dass sie eine qualitativ gute pflegerische Versorgung erhalten, die sich an ihren individuellen Bedürfnissen orientiert und auf medizinisch-pflegerischen Standards basiert. Dies gilt insbesondere auch für Menschen in palliativen Lebenssituationen.
Die Rolle des MDK
Das SGB XI verpflichtet daher die Pflegeeinrichtungen, Maßnahmen der Qualitätssicherung zu ergreifen, ein Qualitätsmanagement durchzuführen, Expertenstandards (siehe Beitrag Krebs) anzuwenden und bei Qualitätsprüfungen mitzuwirken. Der MDK prüft regelmäßig die Qualität aller ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen und berät diese in Fragen der Qualitätssicherung (siehe Kasten 1).
1. Aktuelle Anmerkung
1. Aktuelle Anmerkung
Wegen der Corona-Pandemie ist die jährliche Regelprüfung der Qualität in den Pflegeeinrichtungen bis Ende September 2020 ausgesetzt. Auch wird auf die persönliche Begutachtung der Pflegebedürftigen zur Einstufung in die Pflegegrade im Rahmen eines Hausbesuches bis Ende September verzichtet. Stattdessen erfolgt die Begutachtung in Pflegegrade anhand der vorliegenden Informationen und eines ergänzenden Telefoninterviews mit den Pflegebedürftigen bzw. ihren Bezugspersonen. Auf diese Weise werden der zeitnahe Leistungsbezug und die damit verbundene Versorgung sichergestellt.
Als sozialmedizinischer Beratungs- und Begutachtungsdienst der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung stellt der MDK eine einheitliche Begutachtung im Bereich der Kranken- und Pflegeversicherung nach objektiven medizinisch-pflegerischen Kriterien sicher. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, dass die Versicherten zu gleichen Bedingungen Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung erhalten können. Im Bereich Pflege begutachten die Medizinischen Dienste im Auftrag der Pflege- bzw. Krankenkassen die Anträge auf Pflegeleistungen, auf Leistungen der häuslichen Krankenpflege, der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung und der stationären Hospizversorgung und sorgen für bundesweit einheitliche Standards. Durch die Qualitätsprüfungen in den Pflegeeinrichtungen schaffen die Medizinischen Dienste die Grundlage für eine gute Versorgung.
Eine entscheidende Rolle spielt die Qualifikation der unabhängigen Gutachter und Prüfer des MDK: In der Begutachtung sind erfahrene und speziell ausgebildete Pflegefachkräfte sowie Ärzte tätig, in der Qualitätsprüfung erfahrene und gut ausgebildete Pflegefachkräfte, oft mit Leitungs- und Qualitätsmanagement-Erfahrung oder einem pflegewissenschaftlichen Studium.
Die Pflegebegutachtung
Der MDK begutachtet Versicherte, die einen Antrag auf Pflegeleistungen gestellt haben. Die MDK-Gutachterin oder der MDK-Gutachter ermittelt bei einem Hausbesuch die Pflegebedürftigkeit eines Versicherten und empfiehlt einen Pflegegrad. Seit dem 1. Januar 2017 gilt ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff. Die Pflegebedürftigkeit wird umfassend in allen Lebensbereichen des Versicherten betrachtet: von der Mobilität über die Selbstversorgung, die kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten sowie psychische Problemlagen, den Umgang mit Krankheit bis zur Gestaltung des Alltagslebens und der sozialen Kontakte. Damit ist auch ein neues Begutachtungsinstrument zur Feststellung der...
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Fakten zum Artikel
aus: pflegen Palliativ Nr. 46 / 2020

Qualität

Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "pflegen: palliativ" Wissenschaft