Menschen mit Demenz im Krankenhaus

Im Krankenhaus: Die Aufnahme von Menschen mit Demenz gestalten

Orientierung geben, Hilfestellung leisten, Organisatorisches erledigen und Stress nehmen – das können Angehörige oder andere nahe stehende Personen, wenn ein demenzerkrankter Mensch ins Krankenhaus kommt. Mit welchen Mitteln ein Krankenhaus als Institution und dessen Mitarbeitende die Aufnahme demenzerkrankter Patienten erleichtern können, lesen Sie im Beitrag.

pflegen: Demenz: Demenzkranke Krankenhaus-Patienten brauchen Unterstützung
"Wo bin ich? Was mache ich hier?" Für Menschen mit Demenz und deren Angehörige stellt die Aufnahme in ein Krankenhaus eine besonderer Herausforderung dar. ©Tyler Olson - stock.adobe.com

Die Aufnahme von Menschen mit Demenz im Krankenhaus: Die Erkrankung  bei Aufnahme im Krankenhaus benennen

Für eine optimierte Aufnahme sollte dem Krankenhaus als Institution nicht nur die Information zur Verfügung stehen, dass bei dem Patient/der Patientin eine Demenz vorliegt. Idealerweise gibt es auch Angaben dazu, wie sich diese im Verhalten der Person zeigt. Die alte Dame mit Demenz, die stets den Anweisungen von Ärzten, Pflege- und Therapiemitarbeitern folgt, ist in der Regel kein Problem. Für sie ist die Gefahr geringer, im Krankenhausbetrieb „unter die Räder“ zu geraten. Gleichwohl muss sie auf die mögliche Entwicklung eines deliranten Zustandes beobachtet werden.


Zeitschrift
pflegen: Demenz Nr. 39/2016 Krankenhaus – Materialpaket

„Wo bin ich? Welcher Tag ist heute? Weshalb bin ich hier?“ Dies sind die am häufigsten gestellten Fragen demenzerkrankter Menschen im Krankenhaus. Um betroffenen Patienten Orientierung zu geben und dem Pflegepersonal Hilfestellung zu leisten, haben wir Info-Tafeln entwickelt. Orientierung mindert Angst und Unsicherheit. Das senkt Stress und herausforderndes Verhalten - wovon alle profitieren.

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Überleitungs- und Informationsbögen zugänglich machen

Krankenhäuser können zum einen in Regionalkonferenzen, in Briefen aber auch über ihre Webseiten darauf hinweisen, dass entsprechende Informationen entscheidend sind. Überleitungs- und Informationsbögen geben Angehörigen und Heimmitarbeitern die Gelegenheit, auf die wichtigsten Bedingungen rund um den Patienten mit Demenz zusätzlich zur somatischen Diagnose hinzuweisen. Die Krankenhäuser selbst müssen ihre Mitarbeitenden im Aufnahmemanagement konsequent anweisen, im Kontakt mit der zuweisenden Person, entsprechende Zusatzinformationen zu erfragen, damit Menschen mit Demenz im Krankenhaus eine entsprechende Versorgung erhalten können.

Das sollte bei der Aufnahme von Personen mit Demenz im Krankenhaus beachtet werden:

  • Durch die Kontaktaufnahme mit zuweisenden Personen relevante Informationen rund um den Patienten/die Patientin frühzeitig erfragen – und sich dabei nicht nur auf somatische Probleme und den Einweisungsgrund beschränken.
  • Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit auf die benötigte Information zur Aufnahme von Menschen mit Demenz im Krankenhaus aufmerksam machen.
  • Prüfen was bei der Anamnese wirklich nötig ist. Bei Patienten mit Demenz sollte so reduziert als möglich vorgegangen werden und nichts gemessen, geprüft, untersucht oder abgefragt werden, was nicht unbedingt notwendig ist. Zeit gilt insbesondere bei Menschen mit Demenz immer der Person, nicht der Papiere oder Betten.
  • Angehörige ggf. mit in die Versorgung einbeziehen und eventuell ein Angebot zum Rooming-in machen.
  • Die Aufnahme sollte im späteren Patientenzimmer erfolgen, falls dies möglich ist. Verlegungen sollten vermieden werden.
  • Die Informationsblätter für Angehörige und andere Institutionen sollten Informationen zu Patienten mit Demenz enthalten.
  • Einen festen Ansprechpartner oder eine feste Ansprechpartnerin mit der einweisenden Institutionen vereinbaren. Der/Die sich um die Belange dementer Patienten und Patientinnen kümmert (zum Beispiel ein Heimbewohner/eine Heimbewohnerin).
Fakten zum Artikel
Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "pflegen: Demenz" Praxis