Wie ist Ihr Burnout-Risiko?

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Im Vergleich ambulante und stationäre Langzeitpflege

Das Risiko, an einem Burnout zu erkranken, ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig. Mit Unterstützung von Prof. Dr. Bernd Riekemann hat Kevin Rheinfelder im Rahmen seines Pflegemanagement-Studiums eine Untersuchung des Burnout-Risikos in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen durchgeführt. Das Ergebnis regt zum Handeln an.

Psychische Erkrankungen und Belastungen gewinnen in der Pflegebranche immer mehr an Bedeutung. Pflegefachkräfte werden oftmals mit Ausnahmesituationen (Krankheit, Tod o.ä.) konfrontiert und durch die organisatorischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten unter Druck gesetzt.
Die Untersuchung
Die Tätigkeitsfelder in der Gegenüberstellung
Die durchgeführte Studie widmete sich der Gegenüberstellung von Pflegefachkräften in der ambulanten Langzeitpflege und Pflegefachkräften in der stationären Langzeitpflege. Es wurde der Frage nachgegangen, in welcher der beiden Pflegesettings die Belastungen der Einzelnen höher und damit auch äquivalent das Risiko für ein Burnout-Syndrom höher ist. Als Folge daraus stellt sich für Führungskräfte durchaus die Fragestellung: „Was kann im Rahmen von Organisations- und Arbeitsplatzentwicklung getan werden, um das Risiko für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erkennen und zu minimieren?
Messinstrument
Bei der Befragung handelte es sich um eine deskriptive, quantitative Forschung. Es existieren bereits viele Instrumente, welche das Burnout-Syndrom bzw. das Risiko, an einem solchen zu erkranken, messbar machen. Dennoch gibt es derzeit kein verlässliches Messinstrument zur Diagnosestellung (vgl. Manz, 2010).
In der vorliegenden Erhebung wurde der Fragebogen „Maslach-Burnout-Inventory eingesetzt. Hierin wird auf drei verschiedene Ebenen der Befragten eingegangen: emotionale Erschöpfung, Depersonalisierung und eigene Leistungseinschätzung. Diese Trias ermöglicht eine weitgehend umfassende Befragung in den oftmals betroffenen Gebieten des Burnout-Risikos.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Die Teilnehmenden der Befragung waren Pflegefachkräfte aus dem ambulanten und stationären Bereich eines großen Wohlfahrtsverbandes. An der Studie haben insgesamt 35 Pflegefachkräfte teilgenommen: 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem ambulanten und 20 aus dem stationären Langzeitpflegebereich.
Ergebnisse
Es war deutlich erkennbar, dass im stationären Umfeld eine durchaus höhere Burnout-Gefährdung vorhanden war als im ambulanten Umfeld. Die Ursachen dafür können sehr vielfältig sein. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in stationären Einrichtungen der Langzeitpflege sind schnell für Angehörige von pflegebedürftigen Bewohnerinnen und Bewohnern greifbar. Die ständige Präsenz und eventuelle Konfrontation mit Angehörigen kann zu Stress führen. Auch kann die Umgebung (geschlossene Räume, wenig Zeit für kurze Auszeiten) diese Effekte verstärken.
Im Bereich der ambulanten Langzeitpflege sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oftmals nur kurz im Kontakt mit den Pflegebedürftigen. Durch die kurzen Einsatzdauern ist auch der Kontakt zu Angehörigen eher geringer. Diese wenden sich bei Beschwerden, anders als im stationären Bereich, oftmals per Telefon an die Leitungskräfte.
Sowohl ambulant als auch stationär stach die reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter heraus. Die zunehmende Belastung im Bereich der Pflegeberufe, gerade auch körperlich, zeigte sich hier besonders deutlich.
Unterschiede erkennbar
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus stationären Einrichtungen haben ein höheres Risiko, ein Burnout-Syndrom zu erleiden, als Mitarbeitende aus ambulanten Pflegeeinrichtungen. Generell empfanden Mitarbeitende aus stationären Einrichtungen und aus ambulanten Einrichtungen die eingeschränkte persönliche Leistungsfähigkeit am prägnantesten eingeschränkt. Die Ergebnisse lagen bei den ambulanten Einrichtungen generell hinter denen der stationären...
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Fakten zum Artikel
aus: pflegen Demenz Nr. 53 / 2019

Team

Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "pflegen: Demenz" Wissenschaft
  • Thema: Gesund im Job
  • Autor/in: Prof. Dr. Bernd Riekemann | Kevin Rheinfelder