Optimistisch on Tour

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Die 14 wichtigsten Strategien für eine positive und gelassene Grundhaltung

Sind Sie schon zum Dienstbeginn schlecht gelaunt, weil Sie eine andere Tour zugeteilt bekommen haben und mit ziemlicher Sicherheit nicht pünktlich zu Ihren Klientinnen und Klienten kommen? Ist das Glas bei Ihnen immer halb leer? Werden Sie von Ihren Kolleginnen und Kollegen für eher pessimistisch eingeschätzt? Warum sich das ändern sollte, erfahren Sie von Prof. Dr. Bernd Riekemann.

Personalmangel, unzufriedene Klientinnen und Klienten oder Angehörige, Zeitmangel und dadurch bedingter Stress: Das alles beschreibt die Zustände in vielen Pflegeheimen und bei ambulanten Pflegediensten. Die Folgen kön-nen unter anderem ein hoher Krankenstand und ein schlechtes Betriebsklima sein.
Im Schnitt hat 2018 jede/-r Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer 19,9 Tage krankheitsbedingt gefehlt. Dies ergab eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO, 2019). Für die Studie wurden die Daten von knapp 14 Millionen AOK-versicherten Beschäftigten ausgewertet.
Die Zahl der krankheitsbedingten Fehltage und die Art der Erkrankung hängt stark von der beruflichen Tätigkeit ab. Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen lassen sich vor allem bei dienstleistungsorientierten Berufen finden. So fehlten Pflegekräfte in der ambulanten und stationären Pflegeversorgung im Schnitt sechs Tage aufgrund von psychischen Belastungen. Im Gegensatz dazu liegen die Fehltage durch psychische Belastungen bei der Ausübung von Bürotätigkeiten im Schnitt bei 1,9 Tagen.
Höchste Zeit, optimistischer in sein Leben zu blicken, denn dies hat viele Vorteile. Das haben Forscherinnen und Forscher nun auch eindeutig belegt (Chang, 2001).
Wer lebt länger, Optimisten oder Pessimisten?
Die Studienlage zu der Frage, ob Optimisten oder Pessimisten länger leben, war bisher widersprüchlich. So wurde Pessimisten zugute gehalten, dass sie sich mehr um ihre Gesundheit sorgen. Optimisten hingegen zeigten sich weniger anfällig für bestimmte Krankheiten, wie Depressionen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine aktuelle Studie zeigt nun: Richtig alt werden eher Optimisten (Lee et al., 2019).
Das Team der Boston University School of Medicine nutzte zwei Datenbanken, in denen seit Jahrzehnten die Krankengeschichte bestimmter Berufsgruppen gespeichert werden. So bekamen die Forscherinnen und Forscher Informationen über den Gesundheitszustand und die Lebensführung von fast 70.000 Pflegefachkräften und 1.429 Veteranen. Bei allen war zudem mithilfe von Fragebögen und Tests ermittelt worden, ob sie eher optimistisch oder pessimistisch eingestellt sind. Die Forscher hatten die Frauen in vier Gruppen von sehr optimistisch bis sehr pessimistisch eingeteilt. Bei den Männern waren es fünf Gruppen.
Das Ergebnis
Die Frauen in der besonders optimistischen Gruppe lebten im Schnitt um 15 Prozent länger als die in der pessimistischsten Gruppe. Dabei analysierten die Forscher Frauen, die ähnliche demografische Merkmale und Vorerkrankungen hatten. Bei optimistischen Männern betrug der Unterschied in der Lebenszeit elf Prozent.
Optimisten haben noch weitere Lebensvorteile
Die Chance, 85 oder älter zu werden, war bei der Gruppe der stärksten Optimistinnen um 50 Prozent größer als bei den stärksten Pessimistinnen. Bei den Männern betrug der Unterschied in der Studie sogar 70 Prozent. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollten zudem herausbekommen, ob die höhere Lebenserwartung daran liegen könnte, dass Optimisten grundsätzlich gesünder leben, also zum Beispiel regelmäßiger zu Vorsorgeuntersuchungen gehen, weniger rauchen oder trinken und mehr Sport treiben. Rechneten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler solche Unterschiede in der Lebensführung mit ein, schwächte sich das Ergebnis ab, aber weiterhin waren die Optimisten klar im Vorteil. Sie lebten auch bei ähnlicher Lebensführung wie ihre pessimistischen Gegenüber länger (Lee et al., 2019).
Die Forscher vermuten...
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aus: pflegen Demenz Nr. 54 / 2020

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