Burnout in der Pflege

Was ist Ihr Burnout-Risiko?

Die Arbeit im Pflegebereich ist anstrengend. Eine Untersuchung hat die unterschiedlichen Arbeitsbedingungen in Pflegebereich zum Thema gemacht und das Burnout-Risiko in der ambulanten und stationären Langzeitpflege betrachtet. Das Ergebnis regt zum Handeln an.

Pflegen: Demenz –Burnout in der Pflege
Das Risiko, an einem Burnout zu erkranken, ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig. Eine Untersuchung beleuchtet die unterschiedlichen Settings im Pflegebereich. © Aleksey Boyko/Shutterstock.com

Burnout in der Pflege

Psychische Erkrankungen und Belastungen gewinnen in der Pflegebranche immer mehr an Bedeutung. Pflegefachkräfte werden oftmals mit Ausnahmesituationen (Krankheit, Tod o. ä.) konfrontiert und durch die organisatorischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten unter Druck gesetzt.

Die Untersuchung

Die Tätigkeitsfelder in der Gegenüberstellung

Die durchgeführte Studie widmete sich der Gegenüberstellung von Pflegefachkräften in der ambulanten Langzeitpflege und Pflegefachkräften in der stationären Langzeitpflege. Es wurde der Frage nachgegangen, in welcher der beiden Pflegesettings die Belastungen der Einzelnen höher und damit auch äquivalent das Risiko für ein Burnout-Syndrom höher ist. Als Folge daraus stellt sich für Führungskräfte durchaus die Fragestellung: „Was kann im Rahmen von Organisations- und Arbeitsplatzentwicklung getan werden, um das Risiko für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erkennen und zu minimieren?“

Messinstrument

Bei der Befragung handelte es sich um eine deskriptive, quantitative Forschung. Es existieren bereits viele Instrumente, welche das Burnout-Syndrom bzw. das Risiko, an einem solchen zu erkranken, messbar machen. Dennoch gibt es derzeit kein verlässliches Messinstrument zur Diagnosestellung (vgl. Manz, 2010).

Ergebnisse

Es war deutlich erkennbar, dass im stationären Umfeld eine durchaus höhere Burnout-Gefährdung vorhanden war als im ambulanten Umfeld. Die Ursachen dafür können sehr vielfältig sein. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in stationären Einrichtungen der Langzeitpflege sind schnell für Angehörige von pflegebedürftigen Bewohnerinnen und Bewohnern greifbar. Die ständige Präsenz und eventuelle Konfrontation mit Angehörigen kann zu Stress führen. Auch kann die Umgebung (geschlossene Räume, wenig Zeit für kurze Auszeiten) diese Effekte verstärken. 

Im Bereich der ambulanten Langzeitpflege sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oftmals nur kurz im Kontakt mit den Pflegebedürftigen. Durch die kurzen Einsatzdauern ist auch der Kontakt zu Angehörigen eher geringer. Diese wenden sich bei Beschwerden, anders als im stationären Bereich, oftmals per Telefon an die Leitungskräfte.

Sowohl ambulant als auch stationär stach die reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter heraus. Die zunehmende Belastung im Bereich der Pflegeberufe, gerade auch körperlich, zeigte sich hier besonders deutlich.

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Zeitschrift
pflegen: Demenz Nr. 53/2019 Team

Mehr zu den erkennbaren Unterschieden des Burnout-Risikos, die möglichen Ursachen und Maßnahmen zur Vermeidung eines Burnout können Sie in der 53 Ausgabe von pflegen: Demenz „Team“ lesen.

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Literatur

Aiken, L., Sloane, D., Bruyneel, L., van den Heede, K., Sermeus, W. f. (2013): Nurses‘ reports of working conditions an hospital quality of care in 12 countries in Europe. International Journal of Nursing Studies 50, S. 143 – 153.

Brause, M., Kleina, T., Horn, A., Schaeffer, D. (2014): Prävention und Gesundheitsförderung. Berlin: Springer.

Grabbe, Y., Nolting, H.-D., Loos, S., Krämer, K. (2006). DAK-BGW Gesundheitsreport 2006-Ambulante Pflege. Hamburg: DAK-Zentrale.

Manz, R. (2010): Burnout-Praxishandbuch psychische Belastungen im Beruf. Vorbeugen-Erkennen-Handeln. Stuttgart: Gentner.

Simon, M., Tackenberg, P., Hasselhorn, H.-M., Kümmerling, A., Büscher, A., Müller, B. (2005): Auswertung der ersten Befragung der NEXT-Studie in Deutschland. Universität Wuppertal.

Oubaid, V. (2019): Der Faktor Mensch. Berlin: Medizinisch-Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.

Fakten zum Artikel
Wissenschaft
  • Thema: Gesund im Job
  • Autor/in: Kevin Rheinfelder und Prof. Dr. Bernd Riekemann | Redaktion