„Sie machen den Unterschied!“

Für eine personzentrierte Haltung in der Pflege
Für eine personzentrierte Haltung in der Pflege, Foto: © istock.com/PIKSEL

Wege zu einer Einstellung gegenüber Menschen mit Demenz

Wie haben Sie den Weg zu einer personzentrierten Haltung gefunden und wie werden Sie durch diese geprägt? Die Psychologin Dr. Claudia Zemlin interviewte dazu vier Führungskräfte in einer Einrichtung mit unterschiedlichen beruflichen Entwicklungen und in verschiedenen Lebensabschnitten. Trotz ihrer Verschiedenheit bilden sie ein Team in der Arbeit für eine personzentrierte Haltung gegenüber Menschen mit Demenz.

Auch aus unternehmerischer Sicht stellte sich in der Vitanas Gruppe die Frage, wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Pflege, die offensichtlich das personzentrierte Arbeiten u.a. auch im Sinne von Tom Kitwood bereits verinnerlicht haben, diesen Weg für sich selbst gefunden haben.
Die Interviewpartnerinnen
Johanna Auerbeck Vitanas Senioren Centrum St.Anna,Centrumsleiterin
Beate Eismann Vitanas Senioren Centrum St. Anna, Pflegedienstleiterin
Doreen Böttger Vitanas Senioren Centrum St. Anna, Wohnbereichsleiterin
Margitta Appel Vitanas Senioren Centrum St. Anna, Leiterin der Tagespflege
Vier Frauen in unterschiedlichen Positionen in einer fränkischen Einrichtung der Vitanas wurden dazu nach ihren beruflichen Lebenswegen gefragt. Jeder Interviewpartnerin wurden die gleichen Fragen gestellt, die sie schriftlich beantworteten.
Die befragten Frauen sind im Alter zwischen Ende 30 und Anfang 60 mit unterschiedlichsten Berufserfahrungen. Eines eint sie: Sie sind von der Wirksamkeit ihrer personzentrierten Haltung überzeugt. Sicher ist das keine repräsentative Untersuchung, aber es ist interessant, diese verschiedenen Wege ebenfalls mit einem personzentrierten Lupenblick genauer zu betrachten.
Die Fragen und die individuellen Antworten
Würden Sie persönlich den Satz „Sie machen den Unterschied! unterschreiben?
Diese Frage geht eindeutig in die Richtung, welche Kompetenz, welche Selbstwirksamkeits-Überzeugungen vom Einzelnen nach all den Berufsjahren im Arbeitsprozess, bei der Pflege und Begleitung von Menschen mit Demenz, empfunden werden. Jede der Gefragten würde den Satz für sich unterschreiben.
So ist Margitta Appel überzeugt: wir können auf das Verhalten und den Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen bewusst Einfluss nehmen und auf die Mitarbeiter positiv einwirken.
„Ich bin der Auffassung, dass die Dinge auch ohne uns ihren Lauf nehmen, jeder Einzelne von uns jedoch die Nuancen setzt, also den Unterschied macht. Wir alle prägen das Hier und Jetzt, ohne uns läuft es auch aber anders, erklärt Johanna Auerbeck ihre Position, wobei sie die deutlich bessere Lebensqualität ihrer zu betreuenden Menschen mit Demenz durch den praktizierten personzentrierten Ansatz hervorheben will.
Offensichtlich sind sich alle vier Frauen ihrer Kompetenz sehr bewusst.
Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?
Betrachtet man mit der zweiten Frage die verschiedenen beruflichen Werdegänge, so beschreibt ausschließlich Beate Eismann ihr Glück, in einer Großfamilie mit einer für sie sehr wichtigen Großmutter aufgewachsen zu sein. Diese hat ihr das Bedürfnis, besonders Älteren zu helfen, zuzuhören, empathisch zu reagieren, als eine Selbstverständlichkeit mitgegeben, welches sie von Anfang an beruflich ausrichtete.
Die anderen Interviewteilnehmerinnen beschreiben Umwege. Johanna Auerbeck und Margitta Appel erlernten den Beruf der Krankenschwester im Krankenhaus und nahmen mit zum Teil umfangreichen Zusatzausbildungen bald Leitungspositionen ein. Erst im zweiten Schritt kamen sie in die Altenpflege. Doreen Böttger begann eine Lehre als Köchin in einem Altenheim, bevor sie für sich merkte, dass der Kontakt zu alten Menschen für sie wichtiger wurde.
„Ich habe diesen Beruf nicht ausgesucht, sondern zufällig gefunden, und es war ein guter Fund, über den ich mich auch heute noch freue, stellt Johanna Auerbeck fest.
Es scheint auch im Allgemeinen oft der Fall zu sein, dass der Weg in die Altenpflege nicht die erste Wahl...
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Fakten zum Artikel
aus: pflegen Demenz Nr. 53 / 2019

Team

Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "pflegen: Demenz" Praxis