Wissen für die palliative Praxis

Qualitätsmanagement in der Pflege – 3 Grundsätze für die Praxis

Alle Bereiche der Arbeitswelt in Deutschland richten sich heute nach standardisierten Qualitätsnormen aus – dies gilt auch für die Pflege sowie die Medizin und damit auch für die Palliative Care. Wie sehen die Grundsätze des Qualitätsmanagements in der Pflege aus?

Pflege und Qualität
Kriterien für ein gelungenes Qualitätsmanagement in der Palliative Care ©geralt/pixabay

Qualitätsnormen 

Die wohl bekannteste Qualitätsnorm ist die ISO 9000. Diese international gültigen Ausarbeitungen beschreiben die wichtigsten Grundlagen und Begriffe, die im Zusammenhang mit Qualitätsmanagement-Systemen von Bedeutung sind (vgl. Schmidt, 2005). Die DIN EN ISO 9000 Standards, wie die meist abgekürzten Standards richtig genannt werden, führen sieben Grundsätze für das Qualitätsmanagement in Unternehmen und Institutionen auf. Im Folgenden werden drei Grundsätze (Schmitt, 2005) dargestellt, die auch für die Palliative Care ein Ansatz sein können, die eigene Arbeit und die Haltung innerhalb des Teams kritisch zu reflektieren und zu schauen, wo mögliches Potenzial für Verbesserungen liegt.


Zeitschrift
pflegen: palliativ Nr. 46/2020 Qualität

Die Beiträge der aktuellen Ausgabe geben praxisorientierte Antworten, die Ihnen in der täglichen Arbeit helfen, das Thema Qualität nicht aus dem Blick zu verlieren.

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Drei Grundsätze für das Qualitätsmanagement in der Pflege und Palliative Care:

  1. Grundsatz: Kundenorientierung
    Einen zentralen Grundsatz eines erfolgreichen Qualitätsmanagement stellt die Kundenorientierung dar. Eine Institution, die eine gute Qualität ihrer Dienstleistungen anstrebt, orientiert sich an den Kundenwünschen und Kundenbedürfnissen. Für einen nachhaltigen unternehmerischen Erfolg muss das Vertrauen der Kundinnen und Kunden in die guten Leistungen der Institution gewonnen und behalten werden.

  2. Grundsatz: Führung
    Gute Qualität stellt sich nicht von alleine ein, sie wird von Menschen erbracht. Damit sie dies tun können, müssen sie entsprechend ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten eingesetzt, darin angeleitet und dafür wertgeschätzt werden. Führungskräfte sind dafür verantwortlich, dass nicht nur die Ziele des Unternehmens, sondern auch die Empfehlungen der Aufsichtsbehörden und der Fachgesellschaften in der Praxis eingehalten und umgesetzt werden und dass dafür die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen sind. Daher beinhaltet jede Führungsarbeit auch Qualitätsmanagement.

  3. Grundsatz: Engagement von Personen
    Führungspersonen bereiten den Boden für gute Qualität. Die Mitarbeitenden der Teams sind aber ebenso verantwortlich, ihre Dienstleistungen nach den Regeln der Kunst und unter Wahrung der Vorschriften anzubieten und so zur Qualität beizutragen. Das beinhaltet auch, das Fachwissen auf dem aktuellen Stand zu halten, um die Aufgaben auch langfristig kompetent erledigen zu können.

Weitere Grundsätze zum Qualitätsmanagement und Informationen über die Expertenstandards als Instrumente der Qualitätsentwicklung sowie Qualität in der Palliative-Care-(Weiter-)Bildung finden Sie in der aktuellen Ausgabe von pflegen: palliativ „Qualität“


Literatur

Schmidt, S. (2005): Das QM-Handbuch. Heidelberg: Springer Verlag

Schmitt, R. (2005): Basiswissen Qualitätsmanagement. Düsseldorf: Symposium

Fakten zum Artikel
Praxis