Matthias Naegele

Onkologiepflege

Die onkologische Behandlung hat sich zunehmend in den ambulanten Bereich verlagert
Die onkologische Behandlung hat sich zunehmend in den ambulanten Bereich verlagert, Foto © RFBSIP | stock.adobe.com

Matthias Naegele

Aufgaben und Therapieansätze in der Pflege undBehandlung von Menschen mit einer Krebserkrankung

Viele Patientinnen und Patienten in der Palliative Care leiden an einer onkologischen Erkrankung  – an Krebs. Meist werden sie über viele Jahre hinweg von Pflegenden in der Onkologie begleitet undbehandelt. Was leistet onkologische Pflege und wo sind die Berührungspunkte zur palliativen Pflege?

Die Pflege in der Onkologie ist eine vielschichtige und abwechslungsreiche Tätigkeit, die von den onkologisch Pflegenden den Einsatz aller ihrer Kompetenzen erfordert. Das Auffangen nach der Diagnosemitteilung, das Begleiten und Unterstützen bei belastenden Therapien bis hin zum würdevollen Sterben und Abschiednehmen gehören zu den professionellen Aufgaben in der Onkologiepflege.
Daher verwundert es nicht, dass die Onkologie von Beginn an eng mit der Palliative Care verknüpft ist. Für das gelungene Zusammenspiel von onkologischer und palliativer Fachpflege ist ein gegenseitiges Grundverständnis unabdingbar. Denn es zeigt sich, dass die onkologische Pflege ein großes Spektrum an Palliative-Care-Konzepten umfasst.
Onkologiepflege ein weites Spektrum
Der Bereich der onkologischen Pflege ist ein sehr weiter. Er umfasst gemäß dernklassischen drei Säulen der Krebstherapie die Chirurgie, Strahlentherapie und medizinische Onkologie und Hämatologie die heute vielfach durch Hormon-, Knochenmark-, Stammzell-, Antikörper- und Immuntherapien ergänzt werden (siehe Kasten 2). Daher findet onkologische Pflege quasi in jeder Fachabteilung im Krankenhaus statt.
Kasten 2: Medikamentöse Tumortherapie
Kasten 2: Medikamentöse Tumortherapie
Die medikamentöse Tumortherapie erreicht den ganzen Körper und ist die einzige Option bei metastasierten Tumorerkrankungen.
Klassische Zytostatika-Therapie
Zytostatika sind Zellgifte, die überwiegend die Zellteilung stören und so die Zelle zum Absterben bringen. Die Therapie richtet sich nicht spezifisch gegen Krebszellen, sondern gegen jede Körperzelle. Krebszellen reagieren aber durch die schnelle Zellteilung besonders sensibel darauf.
Stammzelltransplantation und CarT-Zell-Therapie
Bei der klassischen Zytostatika-Therapie besteht ein Dosis-Wirkungs-Prinzip. Höhere Dosen an Zytostatika sind aber mit höheren Nebenwirkungen verbunden. Häufig ist die Knochenmarktoxizität ein dosislimitierender Faktor.
Bei der autologen Stammzelltransplantation Spender und Empfänger sind dieselbe Person entnimmt man vor der Hochdosis-Zytostatika-Therapie Stammzellen aus dem Knochenmark des Patienten. Nach der Hochdosis, die per se das Knochenmark irreparabel zerstört, können die Stammzellen zurückgegeben werden und es kommt zur kompletten Regeneration der Blutbildung (Hämatopoese).
Bei der allogenen Transplantation werden das Knochenmark oder die Stammzellen eines Spenders verwendet. Hier wird die kranke Blutbildung durch eine gesunde ersetzt.
Eine Innovation bedeutet die CarT-Zell-Therapie. Hier werden dem betroffenen Menschen T-Zellen entnommen und im Labor genetisch zur Wirkung auf die Tumorzellen geeicht. Nicht selten handelt es sich hier um schwerstkranke, „austherapierte Patienten, die nach der Re-Transfusion der CarT-Zellen eine neue Chance auf Heilung haben.
Monoklonale Antikörper/Immuntherapie
Hierbei handelt es sich um gentechnisch veränderte Antikörper, die in der Regel auf spezifische Wachstumsfaktor-Rezeptoren der Tumorzellen zielen. Die Applikation monoklonaler Antikörper erfolgt in der Regel intravenös. Es kann dabei zu infusionsbedingten Reaktionen aufgrund von allergischen Reaktionen oder Zytokinausschüttung kommen. Einige Antikörper wie Rituximab oder Trastuzumab gibt es zwischenzeitlich auch zur subkutanen Injektion.
Auch die Immuntherapien, die aktuell in aller Munde sind, sind im Grunde monoklonale Antikörper, die sich gegen bestimmte Checkpoints des Immunsystems richten und die Tumorzellen für das Immunsystem wieder sichtbar machen.
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Fakten zum Artikel
aus: pflegen Palliativ Nr. 45 / 2020

Krebs

Premium-Beitrag aus der Zeitschrift "pflegen: palliativ" Grundlagen